Jelasic beklagt Direkt­kredite aus Klagenfurt

17. Dezember 2009, 14:34
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"Strenge serbische Regulative umgangen" - Zahlreiche Anzeichen für Ungereimtheiten - Kroatische Staatsanwaltschaft bittet um Rechtshilfe

Belgrad/Wien - Für den serbischen Notenbank-Chef Radovan Jelasic ist die Verstaatlichung der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank nicht überraschend erfolgt, denn in den vergangenen zwei bis drei Jahren gab es zahlreiche Anzeichen für Ungereimheiten. "Sicher ist, dass diesen negativen Prozess die Wirtschaftskrise nur beschleunigt hat", so Jelasic. Außerdem beklagte er im Ö1-"Mittagsjournal", dass die strengen Regulative in Serbien durch grenzüberschreitende Kredite umgangen worden seien, die direkt aus Klagenfurt vergeben wurden.

"Ein großer Teil der Kredite ging nicht von Klagenfurt nach Belgrad und weiter zum Kunden. Man hat uns umgangen und Kredite direkte aus Klagenfurt an Schuldner in der Region vergeben", so der Notenbank-Chef, der sich fragt, wie man aus Klagenfurt die Bonität eines Schuldners in der Balkan-Region bewerten könne. Er fügte hinzu, dass diese Kunden meist "die beste Bewertung" erhielten.

Serbische Tochter liquid

Gleichzeitig betonte Jelasic, dass die serbische Hypo-Tochter eine liquide Bank mit guter Eigenkapitaldecke sei. Generell stehe die Notenbank bei der Ausweitung des Kreditvolumens auf der Bremse. Die negativen Medienberichte über die Region sind seiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Eine große Zahl der Banken hätte am Balkan "sehr viel Geld verdient. Mit etwas größerer Vorsicht könnte auch künftig gut verdient werden."

Befragt zur serbischen Bankenaufsicht im Vergleich zu jener in Österreich meint Jelasic: "Persönlich denke ich, dass es viel besser ist, die Aufsicht in einer Hand zu haben, anstatt sie zu teilen. Ich bin kein großer Anhänger des deutschen Modells, nachdem einer kontrolliert, der zweite den Bericht schreibt und die Beschlüsse fasst. Ähnlich arbeitet man in Österreich, obwohl sich auch dort in gewissem Maße die Zuständigkeit von der Finanzmarktaufsicht hin zur Nationalbank verschiebt."

Kroatische Staatsanwaltschaft bittet um Rechtshilfe

Die kroatische Staatsanwaltschaft (DORH) hat im Zusammenhang mit Medienberichten über mögliche Straftaten im Umfeld der Hypo Alpe Adria Bank die österreichischen Behörden um Rechtshilfe ersucht. Angeblich in Österreich sichergestellte Dokumente würden auf mögliche Straftaten von kroatischen juristischen und natürlichen Personen in der Republik Kroatien hinweisen, teilte die kroatische Staatsanwaltschaft auf ihrer Homepage mit.

Kroatiens Justizminister Ivan Simonovic (HDZ/Kroatische Demokratische Gemeinschaft) erklärte gestern, dass er keinen Antrag von österreichischen Justizministerium erhalten habe. "Dies bedeutet aber nicht, dass die österreichischen Behörden nicht direkt die kroatische Staatsanwaltschaft kontaktiert haben." (APA)

 

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    Radovan Jelasic

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