Mobilkom gibt Bewegungsdaten für Geo-Marketing frei

17. Dezember 2009, 14:29
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Verkehrs- und Besucherströme lassen sich anonymisiert analysieren

Österreichs größter Mobilfunkanbieter, die Mobilkom austria, bietet seine Bewegungsdaten ab sofort entgeltlich für Marketing- und Forschungszwecke an. Sämtliche Bewegungen der rund 4,7 Mio. A1-SIM-Karten werden in einem Datenstrom zusammengefasst und können anonymisiert für Geomarketing-Zwecke sowie Forschungs- und Planungsvorhaben ausgewertet werden. Als kostenloser Service ist für Endanwender ab heute, Donnerstag, eine Übersicht über aktuelle Verkehrsstromdaten http://www.a1traffic.at verfügbar.

Einzugsgebiet bestimmen

Mithilfe des riesigen Datenpools kann das Einzugsgebiet von Einkaufszentren oder Tourismusattraktionen ebenso bestimmt werden wie die Bewegungen von Pendlern im überregionalen Verkehr. Die örtliche Bestimmung der SIM-Karten erfolgt über die jeweilige Funkzelle, über die der Mobilfunkteilnehmer mit dem Netz verbunden ist. Zusätzlich zu der passiven Abfrage der Bewegungsdaten kann der Datenpool auch mit GPS-Daten einzelner Geräte angereichert werden. Letzteres soll aber nur mit dezidierter Zustimmung der User - etwa über die Ausgabe von entsprechenden Geräten für einen vereinbarten Zeitraum - stattfinden.

Bedenken in Richtung Datenschutz war der Mobilfunkbetreiber bemüht zu zerstreuen. "Alle Daten sind vollständig anonymisiert und verschlüsselt. Auch findet keine Verknüpfung mit vorhandenen Kunden- oder Rechnungsdaten statt", versichert Petra Stangl, stellvertretende Marketing-Bereichsleiterin der mobilkom austria, auf Nachfrage von pressetext. Der A1 Traffic Data Stream könne aber für repräsentative längerfristige Mobilitätsstudien, aber auch für Navigationslösungen in Echtzeit wertvolle Informationen liefern. "Verkehrsteilnehmer finden auf diesem Weg heraus, wie sie ohne Stau am schnellsten zum Ziel kommen", so Stangl.

Riesige Datenpools als Herausforderung

"Für die Markt- und Mobilitätsforschung ergibt sich mit der netzbasierten Mobilitätsanalyse eine spannende zusätzliche Methode, um Erkenntnisse zu gewinnen", meint Susanne Wolf-Eberl, Geschäftsführerin von Research & Data Competence, im Gespräch mit pressetext. Als Herausforderung sieht sie den Umgang mit den riesigen Datenpools, die in der Analyse bewältigt werden müssen. "Sowohl technologisch als auch in der Dateninterpretation müssen wir uns jetzt das richtige Know-how erarbeiten, damit man die richtigen Schlüsse ziehen und das Material auch entsprechend aufbereiten kann", pflichtet auch VRVis-CEO Georg Stonawski  im pressetext-Interview bei.

Das Thema Datenschutz müsse man immer ernst nehmen. Abgesehen von der Anonymisierung der Daten sei das einzelne Individuum gerade im Bereich Geo-Marketing und derartigen Mobilitätsstudien aber völlig uninteressant, gibt Geo-Marketing-Experte Georg Magenschab zu bedenken.

Telefonbefragung ebenfalls mit Missbrauchspotenzial

Dass die neue Marktforschungsmethode per se gefährlicher als bewährte Analyseinstrumente sei, glaubt auch Wolf-Eberl nicht. "Wenn Sie bei einer Telefonbefragung konkrete Auskünfte über ihren Haushalt oder ihr Konsum- und Einkommensverhalten geben, handelt es sich dabei unter Umständen um sensiblere und konkretere Informationen als bei den hier aggregierten Daten", so Wolf-Eberl gegenüber pressetext. Dass die mobilkom diese Daten in keinster Weise mit bestehenden Kundendaten verknüpfe, sei in jedem Fall begrüßenswert.(pte)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2
camamberto
01

Wehret den Anfaengen! Es wird scheibchenweise immer ein bisschen mehr ueberwacht und Daten gesammelt, damit sich der Poebel dran gewoehnt. Und enden wird es damit, dass man fuer entsprechendes Kleingeld von jedem Datenprofile wird kaufen koennen, mit Gesundheitsdaten, Surfverhalten, Konsumgewohnheiten etc. etc.

Somebody Someone
00

Bewegungsdaten können nicht anonym sein, da es kaum eine zweite Person gibt, welche auch nur ähnliche Bewegungsprofile wie ich hat.

HankMoody
00

Es wird gar keine Person geben, die die selben Bewegungsdaten liefert - es sei denn, sie haben einen ständigen Begleiter;-)
das heisst aber deswegen noch nicht, dass daraus Rückschlüsse auf die Identität möglich sind!

t 3
 
00
also wenn

die anonymisierung auch verschleiert, dass bestimmte (anonyme) verbindungsdaten vom gleichen endgerät stammt haben sie recht. ist dem allerdings nicht so, ist die zuordnung zu einem bestimmten menschen - und zwar allein durch datamining - etwa so leicht wie zeitunglesen...

CFNM fan
23
23.12.2009, 21:16
wen interessiert es

wo sich hinz und kunz herumtreiben? abgesehen davon, dass diese Daten sowieso anonymisiert sind.

übrigens, die nsa kann alle eure emails mitlesen und passwörter knacken! und falls es einen gott gibt, und es gibt mit sicherheit eine höhere macht, sind nicht einmal eure gedanken geheim, also hört endlich auf, euch anzusch*****

Narcissus1
24
21.12.2009, 16:30

Vollkommen übertriebener Datenschützer-Wahn hier im Forum imho.

Dies sind anonymisierte Daten, die ungenutzt zu lassen, eine echte Verschwendung wäre. Niemand denkt hier an die Kosten, die eine Datenerhebung normalerweise verursacht - diese Kosten werden an den Endverbraucher weitergegeben.

Bernd Senf for Wirtschaftsminister
42
19.12.2009, 14:20

Wer das gut heißt postet entweder im Auftrag der mobilkom (und das tut sicher der/die ein oder andere hier) oder ist einfach nur naiv.

In meinen Augen ist das eine unglaubliche Dreistigkeit. Nur um irgendwie noch ein paar Kröten zu verdienen wird der Kunde verkauft.

Übrigens, ein interessanter Link für alle, die immer mit dem Argument "ein Fingerabdruck hier, eine Kamera dort, ist ja nicht so schlimm" kommen. Macht euch bitte mal bewusst wo das im Gesamten hinführt: http://tinyurl.com/ybbnytk

aerodynamisch
62
18.12.2009, 13:15
Wow, hier findet sich wieder ein mal...

... ein ganzer Pool von Verschwörungstheoretikern und grenzenlos Paranoiden! Ach ja, die Kapitalisten nicht zu vergessen, á la "ich will auch ein Stück vom Kuchen abhaben".

Sehr amüsant! Weiter so!

Sind vielleicht auch Vertreter der Bielefeld-Verschwörung anwesend? *lach*

Mog Ia
00
18.12.2009, 12:59
...

die anonymisierung der daten hängt einzig und allein vom kaufpreis ab, wetten.

monoton
01
18.12.2009, 11:25

viel bedenklicher finde ich schon seit langem das polizeibefungisgesetz, dank dem jeder dorfpolizist jeden beliebigen bürger ohne gerichtlichen beschluß undohne jede kontrolle überwachen, orten und abhören kann.
und das die imsi-catcher auschließlich lawinenopfer in wien bergen muß sollte das innenministerium auch einmal erklären

t-bonesteak
00
18.12.2009, 11:01
einfache lösung: kein handy

braucht man eh nicht

Speedle
10
18.12.2009, 10:55

Da es sich ja um meine Daten handelt, hätte ich gerne etwas von dem Kuchen vom Weiterverkauf.

Bertee
21
18.12.2009, 16:51
ihre daten werden aber nicht verkauft

es handelt sich ja um aggregierte Daten. auf Ihre Daten kann niemend zugreifen!

Speedle
00
19.12.2009, 02:34

Meine Bewegung, meine Daten.

Bertee
00
22.12.2009, 11:37
ist aber

nicht so einfach. mit ihrem argument könnens auch der Statistik Austria verbieten mit IHREN Daten was zu machen!

Der Knecht
011
18.12.2009, 09:44
Arroganter Vergleich

zu: "Wenn Sie bei einer Telefonbefragung konkrete Auskünfte über ihren Haushalt oder ihr Konsum- und Einkommensverhalten geben, handelt es sich dabei unter Umständen um sensiblere und konkretere Informationen als bei den hier aggregierten Daten"

Mit einem Unterschied - solche Anrufe werden von mir im Regelfall zurückgewiesen. Jedenfalls hab ich die Wahl!!

Steffen Reiter
42
18.12.2009, 09:16
man kann alles übertreiben...

kein Grund zur überschwappenden Paranoia hier :-)
Die Daten sind anonymisiert und meiner Meinung nach um einiges "unsensibler" als vieles was wir freiwillig bei Gewinsspielen oder Anmeldungen von uns preisgeben.

Mahnende Stimme
04
18.12.2009, 10:23

Und woher wissen Sie dass die Daten tatsächlich anonymisiert sind?
Achso, weil die Telekom Austria das gesagt hat...
Na dann stimmt das ja auch sicher.....

Der Knecht
00
18.12.2009, 10:01
werden Sie auch be-gewinnspielt?

96%
11
18.12.2009, 08:54
schlechter journalismus oder horrorszenario?

"bietet seine Bewegungsdaten ab sofort entgeltlich für Marketing- und Forschungszwecke an"
das bedeutet
1. diese daten werden schon seit längerem gespeichert
2. wurden bisher unentgeltlich weitergegeben
neu ist vielleicht die anonymisierte weitergabe an den zahlenden, offiziellen kunden, was aber nicht bedeutet, dass die ursprünglichen daten so sind.

Charlie Brown
00
18.12.2009, 15:01

Die Logik ist ein Hund, vor allem wenn man Dinge in Aussagen reinliest, die da nicht drinnenstehen. Mögliche andere Szenarien, die obige Formulierung genauso rechtfertigen:
- Bisher wurden die Daten gar nicht weitergegeben.
- Bisher wurden die Daten für andere Zwecke weitergegeben.

AFAIK ist ersteres der Fall ;)

96%
00
19.12.2009, 09:00

http://www.spiegel.de/netzwelt/... 74,00.html
warum sollte es bei uns anders sein? bei demonstrationen lassen sich so nebenbei die teilnehmer identifizieren.

Sir Harry....
02
18.12.2009, 09:09
schon seit längerem gespeichert

Für mich möglich aber nicht zwangsläufig.

Allerdings ist es in der Tat so, dass wenn eine Barriere (in diesem Fall die de-Anonymisierung der Daten) nur noch rechtlicher Art ist, bleibt nur noch abzuwarten, bis es gemacht wird.

ü-strichal
24
18.12.2009, 07:58
"Dass die mobilkom diese Daten in keinster Weise mit bestehenden Kundendaten verknüpfe, sei in jedem Fall begrüßenswert"

aber nicht glaubwürdig

bokomo_vie
01
17.12.2009, 21:53

Na dann werde ich wohl den Provider wechseln.

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