Viele kurze Fahrten in den Kindergarten

17. Dezember 2009, 13:44
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Studie in Wien und NÖ: Rund ein Drittel der Kleinkinder wird mit dem Auto gebracht

Wien - Zu-Fuß-Gehen ist in Wien und Niederösterreich die Hauptfortbewegungsart auf dem Weg in den Kindergarten. Aber rund ein Drittel der Kleinkinder wird mit dem Auto gebracht, wobei die Hälfte dieser Fahrten nicht mehr als fünf Minuten dauert. Das hat eine von Makam Market Research im Auftrag des Verkehrsministeriums durchgeführte Studie ergeben.

Knapp die Hälfte der Eltern bringt die Kinder zu Fuß in den Kindergarten. Öffentliche Verkehrsmittel werden von elf Prozent genutzt. Nur sechs Prozent treten in die Pedale. Die Erziehungsberechtigten schreiben ihrem bevorzugten Fortbewegungsmittel jeweils die Eigenschaften "schnell" und "flexibel" zu. Aber nur beim Gehen und Radfahren werden die Bewegung und der Spaßfaktor hervorgehoben.

Zeitaufwand Hauptargument

Eltern, die im Auto kommen, geben meist Zeitaufwand und Stress als Hauptargument an. Radfahren wird als unsicher erlebt: Nur an 19 Prozent der Kindergärten führt ein Radweg vorbei. Dass Gehen von vielen als zu stressig empfunden wird, hängt laut der Umfrage ebenfalls mit der Verkehrssituation zusammen: Vor 53 Prozent der untersuchten Kindergärten gibt es keine speziellen Tempolimits. Nur bei 14 Prozent werde die Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen durch Maßnahmen wie Bodenschwellen und Fahrbahnverengungen unterstützt.

Bewegungsmangel bei Kindern ist ein zunehmendes Problem. "Andererseits können die Kinder die Bewegungsform, mit der sie später unabhängig von anderen sind, nämlich Gehen, ergänzt durch Roller und Radfahren, nicht gemeinsam mit Erwachsenen lernen und üben", betonten die Studienautoren.

Generell ist Kinder in den Kindergarten zu bringen primär Müttersache: 74 Prozent der Mütter, aber nur 20 Prozent der Väter sind im Einsatz.(APA)

 

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