Ford setzt auf Apps fürs Auto

17. Dezember 2009, 13:02
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Roboter stellt taktil ansprechende Innenausstattung sicher

Ford hat einen Roboter entwickelt, der sicherstellen soll, dass die Innenausstattung von Fahrzeugen sich für Kunden wirklich ansprechend anfühlt und auch so aussieht. Dabei setzt das Unternehmen darauf, dass RUTH (Robotized Unit for Tactility and Haptics) etwa die Weiche von Oberflächen nicht wie Testkunden subjektiv, sondern mit wissenschaftlicher Präzision bewerten kann.

Um besonders technikaffine User für seine Fahrzeuge zu begeistern, dürfte der Konzern außerdem auf ein App-Modell ähnlich Smartphones für Fahrzeugsysteme setzen. Als einen der ersten Schritte werde das Unternehmen heute, Donnerstag, die notwendigen Tools bereitstellen, damit Drittentwickler zum Kommunikations- und Unterhaltungssystem Sync  kompatible Software schreiben können, berichtet das Wall Street Journal.

App-Zukunft im Auto

Ford hat die Funktionalität seines Fahrzeugcomputersystems langsam, aber sicher immer weiter ausgebaut. So wurde diesen Monat eine Applikation veröffentlicht, um Kontakte vom Handy mit dem Fahrzeugsystem zu synchronisieren. Mit dem Entwickler-Kit wird Ford nun offenbar den Weg für Applikationen bahnen, die mit den Fahrzeugen des Herstellers über Smartphones und andere Internet-fähige Endgeräte interagieren kann.

Voraussichtlich wird Ford im Rahmen der Consumer Electronics Show Anfang Januar weitere Sync-Features vorstellen und bei dieser Gelegenheit auch eine Liste erster Partner bekannt geben, deren Smartphone-Apps für das Fahrzeugsystem adaptiert werden. Ob Ford auch einen eigenen App Store starten wird, bleibt vorerst unklar. Zunächst werden wohl in existierenden Smartphone-Marktplätzen verkaufte Programme fürs Auto adaptiert.

Objektiv gutes Gefühl

Indes setzt Ford bei der Innenausstattung auf ein objektiv gutes Gefühl. So wurde laut Unternehmen RUTH im Ford-Forschungszentrum Aachen bereits in der Entwicklung des Innenraums der neuen europäischen Focus- und Fiesta-Modelle eingesetzt, die in angepasster Form auch Nordamerika erreichen werden. Der Roboter kann Ford zufolge den taktilen Eindruck von Elementen mit höherer Präzision bewerten als Menschen. Das bietet die Möglichkeit zu prüfen, ob Teile exakten wissenschaftlichen Vorgaben entsprechen.

"Statt Zulieferern zu sagen, dass eine Oberfläche weich sein soll, können wir ihnen auf Basis von RUTHs Berechnungen eine genaue Datenkurve mit spezifischen Anforderungen geben", sagt der Ford-Ingenieur Mark Spingler. So kann sichergestellt werden, dass Bauteile möglichst gut den Kundenerwartungen entsprechen. Bei Schaltern oder Drehknöpfen wiederum soll RUTH sicherstellen, dass diese weder lose wirken noch bei Betätigen zu viel Widerstand entgegen bringen. Außerdem dient RUTH laut Ford zur Prüfung, ob sich metallische Teile wie erwartet kalt, Holzverkleidungen dagegen warm anfühlen.(pte)

 

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