Der Müllmann kommt auf leisen Sohlen

17. Dezember 2009, 16:45
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Wenig Lärm und Präzision wie bei einem Uhrwerk: Wie sich Abfallbeseitigung in Betrieb und Umwelt einfügt - ein Lokalaugenschein

Wien - Bei Baxter in Wien wird nicht nur im Kerngeschäft - der Erzeugung von Medikamenten - höchst präzise gearbeitet. Mindestens ebenso strukturiert und organisiert gestaltet sich die Entsorgung des Abfalls an den Wiener Standorten und in Orth/Donau. Büromaterial, alte Chemikalien, Infusionslösungen oder auch Chargen, die von der firmeninternen Qualitätskontrolle nicht für die Weiterverwendung freigegeben werden, müssen hier fachgerecht entsorgt werden. "2.500 Tonnen kommen jährlich zusammen", beschreibt Baxter-Abfallbeauftragte Inge Schüller den beachtlichen Umfang. Seit heuer ist die gesamte Entsorgung und die innerbetriebliche Abfalllogistik an den Abfalldienstleister Saubermacher outgesourct.

Die Anforderungen sind bei so einem Großauftrag komplex. "Wir befinden uns hier mitten in einem Wohngebiet, um sechs Uhr morgens können die Abfälle zum Beispiel nicht abgeholt werden", beschreibt Baxter-Umweltmanager Michael Schöberl nur einen Faktor, den es zu beachten gilt. "Dann heißt es, gemeinsam mit dem Kunden zu entscheiden, wie oft ein Saubermacher-Wagen vorbeikommt und wie viele Container wir im Betriebsgelände platzieren. Um die Lärmentwicklung zu minimieren, werden Presscontainer mit lärmgedämpften Aggregaten eingesetzt ", ergänzt Saubermacher-Experte Kurt Maurer.

Zeitmanagement und exakte Pläne

Nicht nur Lärm ist ein wichtiges Argument im Geschäft mit dem Müll, auch auf das Zeitmanagement kommt es an, denn "Just-in-Time" ist ein Prinzip, das nicht nur in der Autoindustrie funktioniert. Zuvor getrennter Müll wird in den einzelnen Fachabteilungen am Baxter-Firmengelände gesammelt und an definierten Übergabepunkten, sogenannten Schleusen, platziert. Ab dieser Schnittstelle wird der Abfall durch die "Saubermachers" übernommen und zu Großsammelstellen transportiert. Dabei ist ein auf die Betriebserfordernisse abgestimmter, exakter Plan einzuhalten. Kurt Maurer erläutert die Bedeutung für die Praxis: "Die Rohstoffe müssen hinein und der Abfall heraus. Würde es bei der Abholung eine Zeitverzögerung geben, stünde in der Produktion das gesamte Werk still, weil die Zulieferung nicht möglich ist."

Am Anfang dieser eng verschränkten Partnerschaft stand eine gründliche Analyse. "Saubermacher hat uns nicht das Blaue vom Himmel versprochen, sondern sich vor Ort genau die Erfordernisse angeschaut", lobt Michael Schöberl den Partner. Ehe man Nägel mit Köpfen machte, dauerte die Umsetzung der Ideen und Konzepte, die von beiden Seiten zuvor eingebracht wurden, rund vier Wochen. Eine Gruppe von Mitarbeitern der Firma Saubermacher sind nun für Baxter abgestellt, um den großen Plan umzusetzen. "Am Ende sollte bei der ganzen Sache natürlich Abfallvermeidung herauskommen", ergänzt Inge Schüller. 30 Prozent weniger bis zum Jahr 2015 ist das im Firmenleitbild festgehaltene Ziel.

Verbesserungspotenziale heben

Damit das Uhrwerk im Alltag klaglos funktioniert, koordiniert Saubermacher-Mann Oskar Stögerer die verschiedenen Betriebsstätten, steht seinen Mannen und den Baxter-Mitarbeitern vor Ort zur Verfügung, organisiert - wenn nötig - einen außertourlichen Abtransport oder löst kurzfristig auftretende Probleme. Die größte Herausforderung in seinem Job: "Alles am Laufen zu halten und ständig Verbesserungspotenziale zu erarbeiten." Oft liegt es am Dienstleister, seine Erfahrungswerte und Vorschläge zur besseren Handhabung einzubringen: "Unsere Kunden profitieren von unserem Know-how", wirft Kurt Maurer stolz ein. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit den Partnern, so Michael Schöberl - oft schon durch die Einbindung in neue Prozesse, sei es, indem man sich für andere Gebinde entscheide oder das angelieferte Wasser in Pfand- statt wie früher in PET-Flaschen bezieht.

Ein Mittel, dieses Potenzial möglichst in vollem Umfang aufzuspüren, sind die von Saubermacher an Baxter gelieferten Daten: "Wir bekommen die Zahlen übersichtlich aufbereitet und können sie auch unkompliziert an unsere amerikanische Mutter reporten. Für uns ist das sehr angenehm", beschreibt Inge Schüller einen großen Vorteil. "Der zweite ist die Transparenz, was unseren Verbrauch betrifft. Denn wir haben zwei Ziele", wiederholt Michael Schöberl, "Abfalllogistik optimieren und Abfall vermeiden." Für die Saubermacher Mitarbeiter bedeutet diese Dienstleistung vor allem "viel Schreibarbeit", wie Oskar Stögerer bemerkt: "Für die Dokumentation eines durchschnittlichen Sammeltransportes von Abfällen haben wir schon einen Zwei-Zentimeter-Stapel an Begleitpapieren auszufüllen." (Regina Bruckner)

  • Um höhere Aufmerksamkeit und raschere Reaktionen im Straßenverkehr zu erzielen, bekamen dereinst die Fahrer aller Saubermacher-Standorte ein ganz spezielles "Fahrsicherheitstraining" mit einem Shaolin-Meister. Im Alltag ist nicht nur bei den Saubermacher-Mitarbeitern mitdenken angesagt.
    foto: saubermacher

    Um höhere Aufmerksamkeit und raschere Reaktionen im Straßenverkehr zu erzielen, bekamen dereinst die Fahrer aller Saubermacher-Standorte ein ganz spezielles "Fahrsicherheitstraining" mit einem Shaolin-Meister. Im Alltag ist nicht nur bei den Saubermacher-Mitarbeitern mitdenken angesagt.

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