Jeden Tag ein Horrorsturz

17. Dezember 2009, 12:48
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Vonn dominierte zweites Training vor vier Österreicherinnen und steht am Freitag als Super-Kombi-Favoritin am Start- Mit Vanderbeek kam erneut eine Kanadierin schwer zu Sturz

Val d'Isere - Lindsey Vonn hat am Donnerstag auch das zweite Training für die Weltcup-Super-Kombination und Abfahrt der Damen in Val d'Isere dominiert. Die US-Amerikanerin setzte sich bei erneut Temperaturen unter minus zwanzig Grad Celsius, aber besten Bedingungen vor dem rot-weiß-roten Quartett mit Elisabeth Görgl (0,22 Sekunden zurück), Anna Fenninger (0,57), Andrea Fischbacher (0,67) und Maria Holaus (0,69) durch.

Wie am Vortag hatte es erneut einen schweren Zwischenfall mit einer Läuferin aus dem kanadischen Team von Patrick Riml gegeben. Kelly Vanderbeek wurde nach einem furchterregenden Sturz mit dem Akja von der Piste transportiert und mit dem Rettungswagen zu Untersuchungen ins Krankenhaus eingeliefert. Am Mittwoch hatte sich ihre Teamkollegin Larisa Yurkiw bei einem Sturz die beiden Kreuzbänder im linken Knie gerissen.

Auf der O.K.-Piste in La Daille/Val d'Isere stehen am Freitag eine Super-Kombination (11.00 Uhr/14:00 Uhr), am Samstag eine Abfahrt (10.45) und am Sonntag ein Super-G (10.45) auf dem Programm, ehe es in die Weihnachtspause geht. 

Vonn Super-Kombi-Favoritin

In der ersten Weltcup-Super-Kombination im Olympiawinter heißt die Topfavoritin - wie bei der WM vom Februar in Val d'Isere - Lindsey Vonn. Hatte die US-Amerikanerin auf der "Solaise" einen Torfehler begannen und nach Siegen in Abfahrt und Super-G den Hattrick verpasst, so will sie am Freitag (11:00/14:00/live ORF 1) auf der O.K-.Piste am Berg gegenüber dafür Revanche nehmen. Drei der Herausforderinnen sind Weltmeisterin Kathrin Zettel, die auf weniger als zwei Sekunden Rückstand nach der Abfahrt hofft, und Elisabeth Görgl sowie die Deutsche Maria Riesch.

Nach zwei Trainingsbestzeiten für die Abfahrt ist davon auszugehen, dass sich Vonn eine gute Ausgangsposition für den Slalom verschaffen wird. "Die Superkombi ist immer ein schwieriger Bewerb. Ich muss einfach schauen, dass ich mir in der Abfahrt einen Vorteil raushole. Im Slalom hast du nur einen Durchgang, da musst du attackieren, und wenn du attackierst, dann passiert ein Fehler schnell mal", sagte die 25-Jährige. Ihre Freundin und Markenkollegein Riesch hatte im Training zwar 1,24 Sekunden Rückstand, ist aber bekannt dafür, in den Zeitläufen noch nicht alles zu zeigen.

Mit einer ähnlichen Slalomleistung wie zuletzt in Aare, als sie im Spezialrennen an die 18. Stelle gekommen war ("Ich sehe die Fortschritte"), zählt auch die Steirerin Görgl zu den Anwärterinnen auf einen Spitzenplatz. Mit der Abfahrt kommt sie sehr gut zurecht, wie zwei zweite Plätze in den Trainings zeigen. "Ich habe nicht alles so erwischt, wie ich wollte, ich habe ein bisserl was probiert heute, da sind schon noch ein paar Sachen zu ändern", bekannt Görgl nach dem Abfahrtstraining am Donnerstag trotz der ohnehin schon starken Leistung.

Görgl hat im Olympiawinter als bisher einzige Österreicherin mit dem Super-G in Lake Louise ein Rennen gewonnen. Der Erfolg mache alles ein bisschen leichter, sie habe die Bestätigung, wenn sie bestimme Dinge mache, dann sei sie auch schnell. Dass sie bei der WM auf der Solaise Kombi-Bronze gewonnen hat, ist für das Rennen am Freitag eher weniger bedeutend, sagte Görgl doch: "Ich lebe nicht in der Vergangenheit oder Zukunft. Jeder Tag ist neu, ich versuche jeden Tag das zu machen, was ich zu machen habe."

Für Zettel ist der Ausflug auf die langen Skier eine willkommene Abwechslung, wenn sie den Rückstand nach dem Speed-Teilbewerb mit unter zwei Sekunden in Grenzen halten kann, dann ist in der Kombi durchaus was drinnen. "Die Super-Kombi hat als Wettkampf ein eigenes Flair, das gefällt mir", meinte die Niederösterreicherin, die in bisher fünf technischen Saisonrennen fünfmal unter den Top-Vier war.

Im Abfahrtstraining am Donnerstag hat Zettel gegenüber dem Vortag um mehr als eine halbe Sekunde zugelegt, im obersten Abschnitt war sie - trotz Flachstücks - superschnell. "Das Material funktioniert auf alle Fälle. Vom Gefühl her war es eine lässige Fahrt. Ich habe versucht, mehr in Position zu sein, kompakter. Wenn ich auf morgen noch einen Schritt mache, dann passt das schon." Stark verbessert hat sich im Abfahrtstraining auch Anna Fenninger, die sich für das Rennen Angriff vorgenommen hat: "In Abfahrt und Slalom voll angasen." (APA)

ÖSV-Team für Super-Kombination: Kathrin Zettel, Elisabeth Görgl, Anna Fenninger, Michaela Kirchgasser, Eva-Maria Brem, Simone Streng, Margret Altacher, Stefanie Moser, Regina Mader

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