Marode WestLB kommt nicht aus der Krise

17. Dezember 2009, 12:36
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Deutsche Landesbank schließt rote Zahlen für 2009 nicht aus

Düsseldorf - Die angeschlagene deutsche WestLB kommt nicht aus der Krise. Der drittgrößten Landesbank Deutschland drohen für das laufende Geschäftsjahr rote Zahlen, wie der Vorstand am Mittwochabend mitteilte. Schuld seien die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, mögliche Wertanpassungen bei Beteiligungen und ein insgesamt schwächeres viertes Quartal. Die Aufspaltung des Geldinstituts in Deutschlands erste Bad Bank und eine zukunftsfähige Kernbank soll dennoch fortgesetzt werden.

Man arbeite weiter konsequent an der Restrukturierung der WestLB, um eine schlagkräftige Kernbank zu schaffen, sagte Landesbank-Chef Dietrich Voigtländer. Ziel sei, sich weiter nachhaltig auf das Kundengeschäft zu konzentrieren und gleichzeitig die Kosten im Blick halten, betonte er.

Bis Ende April sollen unter dem Dach der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung nichtstrategische Geschäftsfelder im Wert von 85 Mrd. Euro ausgelagert werden. Die Eigentümer der WestLB - das Land Nordrhein-Westfalen und die nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände - hatten sich Ende November mit dem staatlichen Rettungsfonds SoFFin auf das neue Hilfspaket für das Geldinstitut geeinigt, das durch durch Fehlspekulationen und der Finanzkrise in die Klemme geraten war. Der Bund beteiligt sich damit das erste Mal an einer Landesbank.

Bisher hatte WestLB-Chef Voigtländer eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr vermieden. Allerdings hieß es schon bei der Vorstellung der Neunmonatszahlen im November, man rechne mit einer "unterdurchschnittlichen Ergebnisentwicklung". Im dritten Quartal war das krisengeschüttelte Institut wieder in die Verlustzone zurückgefallen.

Erhöhte Risikovorsorge

Durch ein schlechteres Handelsergebnis und eine erhöhte Risikovorsorge im Kreditgeschäft musste das Geldinstitut einen Konzernverlust von 40 Mio. Euro verbuchen. Das Jahr 2008 hatte die Bank dank des Rettungsschirms ihrer Eigentümer mit einem Mini-Gewinn von 18 Mio. Euro abgeschlossen. Die WestLB-Eigner hatten der Bank ermöglicht, toxische Wertpapiere im Volumen von 23 Mrd. Euro auszulagern und dabei noch einen Bewertungsgewinn zu machen.

Für die Bewilligung des Risikoschirms verordnete die EU-Kommission der Bank eine radikale Schrumpfkur. Die WestLB muss ihre Bilanzsumme in den kommenden Jahren auf 140 Mrd. Euro halbieren. Die Aufspaltung in eine Bad Bank ist ebenfalls Teil des von der obersten europäischen Wettbewerbsbehörde genehmigten Umstrukturierungsplans. Zudem müssen die Eigentümer der Bank das Institut bis Ende 2011 verkaufen. (APA)

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