"Warten immer noch auf ihre Umsetzung"

17. Dezember 2009, 11:46
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Vor allem Frauen in Entwicklungsländern spüren wenig von den Auswirkungen des UN-Beschlusses, jede Form von Gewalt gegen Frauen zu beseitigen

Die UNO-Frauenrechtskonvention CEDAW (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women) wird am 18. Dezember 30 Jahre alt. "Eine Generation von Frauen ist mit ihr erwachsen geworden, viele Generationen warten aber immer noch auf ihre Umsetzung", zieht Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von Care Österreich, Bilanz, "60 Prozent der Menschen, die von weniger als einem Euro am Tag leben müssen, sind Frauen und jede 5. Frau muss in ihrem Leben Gewalt erfahren." Die Verabschiedung der Frauenrechtskonvention 1979 wäre zwar ein Meilenstein gewesen, so Wagner-Hager, aber "der Weg zur Umsetzung ist noch ein langer."

Frauen seien vielfach noch benachteiligt, gerade auch in den sogenannten Entwicklungsländern kann von gleichen Rechten oft noch nicht die Rede sein: "Dabei sind gerade Frauen und Mädchen der Schlüssel zu Armutsbekämpfung", argumentiert Wagner-Hager. Die Hilfsorganisation Care unterstützt gemeinsam mit der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit beispielsweise in den ärmsten Regionen Nepals Frauen: Sie werden über ihre Rechte und Möglichkeiten zur Beeinflussung der politischen Rahmenbedingungen aufgeklärt. Männer werden in diese Aktivitäten eingebunden, um die Frauen an Entscheidungsprozessen in den Bereichen Friedensbildung, Landrechte und Lebensmittelversorgung teilhaben zu lassen. Außerdem arbeitet Care in Nepal gemeinsam mit lokalen Frauenorganisationen an einem Schattenbericht zu jenem, den die Regierung bei der UNO zur Umsetzung der CEDAW abgeben muss.

Langsam vorwärts

"Die Lücken zwischen Konvention und Realität sind groß. Aber mit jedem Tag werden sie ein weniger kleiner", ergänzt Wagner-Hager. So haben sich die Frauen in den Projetgebieten in Nepal zusammengeschlossen, um für gerechte Löhne zu kämpfen. Und Frauen sind dort heute bereits selbstverständlicher Teil der Gemeinde-Forstverwaltung. "Noch vor kurzem haben es die Männer nicht erlaubt, dass die Frauen alleine aus dem Haus gehen. Jetzt treffen sie sich regelmäßig in ihren Klein-Kreditgruppen und tragen auch zum Familieneinkommen bei", berichtet Wagner-Hager. "Das sind kleine, aber äußerst wichtige Schritte auf dem Weg zu einem gleichberechtigten Leben." (red)

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    Frauen werden vor allem in Entwicklungsländern Opfer von Säureattacken, weiblicher Genitalverstümmelung, so genannten Ehrenmorden und vielen weiteren Formen spezifischer Gewalt gegen Frauen. Die UNO-Frauenrechtskonvention konnte in den vergangenen Jahrezehnten daran nur bedingt etwas ändern.

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