Immofinanz und Immoeast setzen Gewinnkurs fort

17. Dezember 2009, 08:44
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Nach einem Minus von rund 1,5 Milliarden Euro schreiben beide Unternehmen im Halbjahr Millionengewinne

Wien - Immofinanz und Immoeast haben auch im zweiten Geschäftsquartal 2009/10 ihren Gewinnkurs fortgesetzt. Im Halbjahr zusammengenommen erzielten die beiden börsenotierten Immo-Unternehmen einen Betriebsgewinn von 224,6 bzw. 200,7 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr in dem Zeitraum noch ein Minus von 1,849 bzw. 1,550 Mrd. Euro angefallen war. Das Vorsteuerergebnis (EBT) drehte bei der Immofinanz von -2,648 Mrd. auf +207,4 Mio. Euro ins Plus, bei ihrer Tochter Immoeast von -1,862 Mrd. auf +221,2 Mio. Euro. Je Aktie ergab sich bei der Immofinanz ein Ergebnis von 0,18 (-3,34) Euro, bei der Immoeast von 0,21 (-1,83) Euro. Zuletzt notierten die beiden Titel an der Wiener Börse mit 2,60 bzw. 4,30 Euro.

Bei der Immofinanz AG gab es signifikante Verbesserungen im operativen Geschäft wie auch bei Neubewertungen und Abschreibungen sowie dem Finanzergebnis. Auch bei der Immoeast wird das wie schon im 1. Quartal deutlich positive Ergebnis mit einer gewissen Stabilisierung der Märkte und den umfangreichen Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen begründet. Dazu wird der Vorstand heute ab 13 Uhr in einer Pressekonferenz Stellung nehmen. Der innere Wert der Aktie (Net Asset Value, NAV) wird per 31.10. für die Immofinanz mit 5,62 Euro angegeben (-20,6 Prozent), für die Immoeast mit 7,31 Euro (-8,0 Prozent), wurde in der Früh mitgeteilt.

Wegfall des Bankvertrags spart Kosten

 

Bei der Immofinanz AG brachte die Neubewertung von Liegenschaften heuer einen positiven Ergebnisbeitrag von 23,9 Mio. Euro, während im Vorjahr noch eine Abwertung von 1,113 Mrd. Euro notwendig war. Im 2. Quartal habe sich eine währungsbereinigte Neubewertung von -34,9 Mio. Euro ergeben, die aber durch die währungsbedingte Neubewertung von 45,7 Mio. Euro überkompensiert werde, wie das Unternehmen am Donnerstag betonte.

Die Kosten aus Abschreibungen fielen bei der Immofinanz mit 10,2 (577,0) Mio. Euro auf ein geringeres Ausmaß. Insgesamt verbesserte sich damit das Ergebnis der Geschäftstätigkeit (EBIT) um 2,074 Mrd. auf 224,6 Mio. Euro, bereinigt um Währungseffekte betrug es 277,7 Mio. Euro. Das 2008 durch Abwertungen von Finanzveranlagungen und von Anteilen an assoziierten Unternehmen noch stark belastete Finanzergebnis verbesserte sich um 781,0 Mio. auf -17,2 Mio. Euro in der ersten Jahreshälfte 2009/10. Das führte zusammen mit dem stark gestiegenen EBIT zu einer massiven Verbesserung des Ergebnisses vor Ertragssteuern (EBT) von diesmal 207,4 (-2,648) Mrd. Euro, währungsbereinigt lag das EBT bei 241,7 Mio. Euro.

Im zweiten Quartal war das Finanzergebnis der Immofinanz mit -53,6 Mio. Euro negativ (nach positiven 36,4 Mio. Euro im Vorquartal aufgrund von Sondereinflüssen), wobei negative Währungseinflüsse durch positive Beiträge assoziierter Unternehmen (TriGranit) nur teilkompensiert wurden. Trotzdem sei das Konzernergebnis mit 27,3 Mio. Euro im Quartal wiederum positiv gewesen, so das Unternehmen.

Die Umsatzerlöse der Immofinanz blieben im Geschäftshalbjahr mit 361,9 (363,7) Mio. Euro weitgehend unverändert. Die leichte Reduktion führt das Unternehmen auf niedrigere Verkaufsvolumina von Wohnimmobilien in Serbien und Bulgarien sowie auf Dollar-Wechselkurseffekte insbesondere in Russland und Polen zurück. Leicht gesunken sind auch die Mieteinnahmen, die 264,0 (273,5) Mio. Euro erreichten. Die deutlich gesenkten Kosten seien insbesondere mit den Wegfall des Managementvertrags mit der Constantia Privatbank zu erklären und haben laut Immofinanz wesentlich zur Verbesserung des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen (EBITDA) beigetragen. Dieses erreichte 211,0 (156,9) Mio. Euro, ein Zuwachs von 34,4 Prozent. Der Cash Flow aus dem Ergebnis verbesserte sich auf 173,9 (95,7) Mio. Euro.

Mehr Immoeast-Mieten durch Immoaustria

 

Bei der Immofinanz-Tochter Immoeast AG brachte die Neubewertung von Liegenschaften im ersten Halbjahr 2009/10 (Mai-Oktober) einen leicht positiven Ergebnisbeitrag von 25,4 Mio. Euro - nach dem verlustreichen Jahr 2008/09 mit damals noch -758,8 Mio. Euro.

Von den 25,4 Mio. Euro entfielen 18,0 Mio. Euro auf das zweite Quartal, wobei -27,5 Mio. Euro an währungsbereinigten Abwertungen durch währungsbedingte Aufwertungen von 45,5 Mio. Euro überkompensiert wurden. Auch Abschreibungen, im Wesentlichen auf Immobilienvorräte und Forderungen, waren nur in geringem Maß (9,8 Mio. nach 557,8 Mio. Euro) erforderlich, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Diese Verbesserungen führten zu einem deutlich höheren Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit (EBIT) von 200,7 Mio. nach -1,550 Mrd. Euro; um Währungseffekte bereinigt betrug das EBIT 253,8 Mio. Euro. (APA)

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