Streiks gegen Sparprogramm der Regierung begonnen

17. Dezember 2009, 14:50
10 Postings

Ärzte und Journalisten legen landesweite ihre Arbeit nieder

Athen - In Griechenland haben am Donnerstag nach der Ankündigung eines massiven Sparprogramms zur Abwendung des Staatsbankrotts landesweite Streiks der Ärzte und der Journalisten begonnen. In Krankenhäusern wurden alle Sprechstunden abgesagt. Nur dringende Fälle wurden behandelt. Ab 5.00 Uhr MEZ gab es im Radio und Fernsehen keine Nachrichten mehr. Der Streik der Journalisten soll um 5.00 Uhr Freitag früh beendet werden.

Als Folge des Streiks wird es am Freitag keine Zeitungen geben. Auch die nationale Nachrichtenagentur ANA wurde für 24 Stunden bestreikt. Am Vortag hatten bereits die Lehrer gestreikt. Sie legten auch am Donnerstag die Arbeit für drei Stunden nieder. Die Streiks richten sich gegen die Sparpolitik der sozialistischen Regierung von Ministerpräsident Giorgios Papandreou und gegen Pläne, finanziell gesunde Rentenkassen mit defizitären zu fusionieren. Zudem fordern die Krankenhausärzte und die Lehrer die Anstellung von mehr Personal.

Zu dem landesweiten Streik haben die der kommunistischen Partei und der radikalen Linken nahe stehenden Gewerkschaften PAME und SYRIZA aufgerufen. Auch die Lehrergewerkschaft OLME und der Athener Journalistenverband ESIEA schloss sich an. In den großen griechischen Städten sind mehr als 60 Protestkundgebungen geplant.

Kreditwürdigkeit reduziert

Am Vorabend hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ihr Kreditrating für Griechenland gesenkt. Die Kreditwürdigkeit des Landes werde von "A-" auf "BBB+" reduziert, teilte S&P in London mit. Bereits vergangene Woche hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf "BBB+" herabgestuft.

Als Antwort auf diesen "neuen Blitzeinschlag", wie die griechische Presse die Herabstufung charakterisierte, habe der griechische Finanzminister Giorgios Papakonstantinou in London reagiert: Während eines Treffens mit der Finanzelite des "City" habe er am späten Mittwoch erklärt, es werde in Griechenland künftig vier Prozent weniger Lohn für alle Staatsangestellten geben. Zudem plane die sozialistische Regierung staatliche Unternehmen zu privatisieren. Darunter seien die Agrarbank und die Postbank, hieß es in einem Bericht der linksliberalen Zeitung "Eleftherotypia" am Donnerstag. (APA)

Share if you care.