Uni Proteste Tag 57

Rektorat der Uni Wien will Gespräche mit ÖH

17. Dezember 2009, 06:33

Begründung: Audimax-Besetzer "wissen selber nicht, was sie wollen" - ÖH: "Verhandeln nur, wenn Plenum das auch will"

Wien - Aus Sicht des Rektorats der Universität Wien werden die Chancen, mit den Besetzern des Audimax zu einer "konstruktiven Lösung" zu kommen, von Tag zu Tag geringer. Die Uni-Leitung will deshalb auf Verhandlungen mit der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) setzen, für Freitagnachmittag ist ein Treffen mit der gesetzlichen Studentenvertretung geplant.

Die "Nichtpositionierung" der Besetzer, die sich im Plenum am Mittwochabend nicht auf die Bedingungen für eine Freigabe des Hörsaals verständigen konnten, sei "höchst unerfreulich", so die Sprecherin des Rektorats. Mit der bisher einzig fixen Voraussetzung, die Versorgung der im Audimax befindlichen Obdachlosen sicherzustellen, würden die Besetzer darüber hinwegtäuschen, "dass sie selber nicht wissen, was sie wollen".

ÖH-Vorsitzende will Unterstützung des Plenums

Die ÖH-Vorsitzenden der Uni Wien sind zwar prinzipiell zu Verhandlungen mit dem Rektorat bereit - allerdings "nur, wenn das Plenum das auch will", wie Flora Eder von den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) gegenüber der APA betonte. Bevor die ÖH das ok. dazu habe, werde sie wie schon bisher versuchen, zwischen Rektorat und Besetzern zu vermitteln.

Eine Blockieraktion kann die ÖH in der Junktimierung der Audimax-Freigabe mit der Obdachlosenfrage nicht erkennen. Die Besetzer wüssten bereits seit längerem, was sie wollen, "es gibt nur noch Diskussionsbedarf", betonte Veronika Helfert (Kommunistischer StudentInnenverband/Linke Liste). Außerdem sei es tatsächlich ein "inhärentes Interesse" der Besetzer, dass die Uni gemeinsam mit der Stadt Wien versuche, eine Lösung für die Obdachlosen zu finden. "Das Problem ist stark präsent im Audimax."

Polizeiliche Räumung

Am Mittwoch standen Verhandlungen und Protest gleichermaßen im Zentrum der Studierendenproteste. Während man von der Uni Innsbruck und der TU Graz Verhandlungsfortschritte berichtete, spitzte sich die Situation an der Uni Wien zu. Studierende hatten Büroräumlichkeiten besetzt und dabei kam es laut Rektorat zu einem "Einbruch". Das Rektorat ließ die Büros von der Polizei räumen. Daraufhin machten sich am Abend Studierenden auf zunächst Richtung Rektorat, zogen dann zum Parlament in einer Spontandemo weiter. Dabei wurde auch eine Person festgenommen. (derStandard.at berichtete).

Abstimmung über Forderungen verschiebt sich

Beim Plenum am Mittwochabend haben die Besetzer des Audimax der Universität Wien doch noch nicht darüber abgestimmt, welche Bedingungen das Rektorat erfüllen muss, damit wieder Lehrveranstaltungen in dem größten Hörsaal der Uni stattfinden können. Fix ist laut einem Sprecher der Besetzer lediglich, dass sie das Audimax nicht freigeben, bevor die Versorgung der dort untergekommenen Obdachlosen geklärt ist.

Den Besetzern sei klar, dass in dieser Frage nicht Rektor Georg Winckler verantwortlich sei, sondern die Stadt Wien und der Bund. "Aber diese Menschen sind nun einmal in der Uni und wir können keine Rücksicht darauf nehmen, ob das in Wincklers Verantwortung ist", so der Sprecher. Außerdem stehe es dem Rektorat frei, gemeinsam mit den Besetzern politischen Druck zu machen.

Mittlerweil hat auch die Uni Wien auf die Obdachlosen-Problematik reagiert. Als Zeichen, "dass das Schicksal dieser Menschen nicht außerhalb des Wahrnehmungsradius der Universität liegt", sammelt die Universität im Zuge einer Weihnachtsspendenaktion für Obdachlosen-Projekte.

Uni Graz demonstriert

An der Uni Graz gehen die Besetzungen weiter. Bei "DAY of UNIversiTY" wollen Studierende heute in der Grazer Innenstadt demonstrieren. Bekundet haben die BesetzerInnen der Vorklinik, dass sie bis nach Weihnachten in den Hörsälen bleiben wollen um im neuen Jahr erneut zu verhandeln.

(APA/red, derStandard.at, 17.12.2009)

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Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 188
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clown bobo
01
19.12.2009, 13:32
skandal: wo sind die transgender-obdachlosinnen hin?

bei einem lokalaugenschein konnten im audimax keine gefunden werden. offenbar wird diese gesellschaftlich diskriminierte gruppe auch von den sich gesellschaftspolitisch offen gebenden besetzerinnen verschämt versteckt gehalten.

koenig des nichts
21
19.12.2009, 12:51
die zustände im audimax

zeigen, dass die besetzung mit den ursprünglichen anliegen aber fast gar nichts mehr zu tun hat. als ich gestern um ca. 22:30 im audimax und -gang, der volxküche war, bot sich mir folgendes bild dar: party, dazwischen viele schlafende oder besoffen herumwankende obdachlose, ein mensch der schier manisch den gang auf- und ablaufend wirres zeug brüllte (drogen?), agressives und damit belästigendes schnorren, pöbeleien; und über allem wehte ein fäulnishafter geruch. ein in der volxküche sitzendes, verstörte blicke werfendes kind, das ca. 11 jahre alt war, musste das ganze auch noch - aus welchem grund auch immer - über sich ergehen lassen. mit dieser groteske, ja dieser zur farce gewordenen "Bewegung", habe ich KEIN GEWISSEN mehr!

per verser
11
19.12.2009, 07:20
irgendwie sind das sehr traurige weihnachten: eine sehr idealistische und einsatzbereite gruppe von studentInnen löst eine der größten und vielversprechenden aktionen an den universitäten seit etlichen jahrzehnten aus -

und dann verkommen die zum biotop, weil sie überhaupt nicht zur kenntnis nehmen wollen, daß sie politikern gegenüberstehen. und vor lauter sozialromantik - und damit meine ich nicht die sandler-thematik, sondern die ganze strukturierung und die fehlende politisierung - geht das alles verloren. die studentInnen wollen einfach nicht zur kenntnis nehmen, daß ein positiver impuls nur von links kommen kann - und mit links meine ich nicht gewisse (partei)politische gruppierungen und kleinparteien, sondern z.b. gewerkschaftsgruppierungen - und daß sie solidarisierungsangebote hatten, die sie nicht genutzt haben. im grunde benehmen sich die besetzerInnen wie faymann, nur mit dem unterschied, daß faymann nicht von basisdemokratie schwafelt.

harald ecke
 
01
18.12.2009, 18:05
Klassengesellschaft

Fein, dass die Uni für Obdachlose sammelt. Die unterstützten Einrichtungen sind jedoch nur in geringem Ausmaß für diejenigen Obdachlosen, die dzt. im Audimax weilen zuständig. Laut EU-Recht sollten sie das, von der Stadt Wien und in Folge vom FSW wird diese Gruppe Obdachloser einfach nicht wahrgenommen (höchstens negativ in irgendwelchen Boulevardzeitungen). Wir haben also schon innerhalb der Gruppe der Obdachlosen eine Zweiklassengesellschaft. Umgelegt auf die Gesamt-EU kann noch lange nicht von einer sozialen Union oder gar von einer Sozialunion gesprochen werden.
Als künftige Elite gestehe ich den Studierenden zu, ein Problem zu erkennen und aufzuzeigen und Initiative zu ergreifen, wenn die Verantwortlichen diese verweigern.

matrikelnummer
03
18.12.2009, 20:07
berichtigung

ich denke es ist wichtig hier faktenberichtigung zu forcieren! etliche mediale meldungen sind schlichtweg falsch oder intentionale fehlberichterstattung. von österreich, krone etc. soll keine rede sein, die sich aus der liste der medien des öffentlichen interesses selbst ausschließen.
1. studierende der uni wien sind in keine büroräumlichekeiten der universität eingebrochen. bei den vermeintlichen räumen, handelte sich um seit jahren leer stehende versammlungsräume der universität wien. nachdem diese vom rektorat zur benutzung im tausch gegen die freigabe des besetzten audimax' angeboten wurden, entschied sich ein teil der besetzung spontan dazu diese zu besetzen um in weiterer folge räumlichkeiten für die wohnungslosen besetzer_Innen zu

Entropix
10
18.12.2009, 10:38
ich bin

dafür, dass wir dagegen sind. Und außerdem bin ich dagegen, dass wir dafür sind.

dryeti
34
17.12.2009, 23:16
sehr traurig, dass das Rektorat so gegen

die BesetzerInnen polemisieren anstatt gemeinsam mit ihnen gegen die unmögliche Bildungspolitik zu kämpfen.

byron sully
13
18.12.2009, 00:06

da muß man aber schon beide seiten kritisieren. das rektorat gießt unnötig öl ins feuer, das stimmt. aber der gestrige tag war von seiten (EINES TEILS!) der besetzerInnen auch sehr kontraproduktiv. und irgendwie fehlt mir auf beiden seiten die einsicht, daß das hauptproblem die jahrelange uni-feindliche politik des wissenschaftsministeriums bzw. der regierung ist - und gegen die sollte (wie sie auch richtig sagen) vereint gekämpft werden.

wwwtom
32
17.12.2009, 20:36
Gerade Weihnachten?!

Lieber werft ihr Milliarden irgend welchen Blendern in die Tasche als einem Obdachlosen ein warmes Essen, oder Student/innen einen brauchbaren Studienplatz zu gönnen.

Traurig.

Wieso ihr? Irgendwer hat diese Parteien gewählt, oder ist nicht zu Wahl gegangen und hat sie mit gewählt.

PS: Hat von den Nörglern auch jemand etwas inhaltlich beizutragen?

Der Blablaologe
33
17.12.2009, 21:31

Sie nörgeln (oder besser noch heulen) selbst grad rum.

John Waters
63
17.12.2009, 16:40
Tiefer geht´s nicht

Einen Bekannten hat jemand auf der Herrentoilette seine Frau gegen Geld angeboten. Neben dem Audi Max!

Und da redet noch jemand von Geschlechtergerechtigkeit und 50/50 bei den Vortragenden?

postskriptum
01
18.12.2009, 00:08
Billiger Gschichtldrucker!

WavingFlag
02
17.12.2009, 23:49

und woher wissen Sie, dass diese Person "ein Teil" der Besetzung ist?

Diverl
20
18.12.2009, 09:45

Ist denn sonst noch wer dort ?

WavingFlag
01
18.12.2009, 16:36

da es allen frei steht sich dort aufzuhalten ist es auch nicht vermeidbar, dass Menschen kommen die das ganze vielleicht auch ein wenig zu stören versuchen bzw. sich nicht so verhalten wie man es gerne hätte.

und es wurde auch beim Plenum oft erwähnt, dass für solche Leute kein Platz ist, und sich die Besetzung auch nicht mit diesen identifizieren will

sritzu1
11
18.12.2009, 13:17

war die frau die angeboten wurde wenigstens hübsch?

Kevin Pospisil
49
17.12.2009, 16:16
Über bessere Studienbedingungen sollte ernsthaft diskutiert werden

Allerdings nicht mit den durchgeknallten siffigen Besetzer_Innen.

FSK
28
17.12.2009, 15:06

jede/r protestierende könnte ja eine/n bei sich in der Wohnung aufnehmen.

FakedVolksanwalt
21
17.12.2009, 15:35
die wahrheit

jeder soll sich sein eigenes bild über diese "obdachlosen" machen... http://www.youtube.com/watch?v=GCDsnSIsCB0

Kaputt Nick
 
02
18.12.2009, 15:18
Rumäne in Simmering erfroren

Noch ist der Todesfall nicht endgültig geklärt. Doch laut Polizei dürfte es sich bei dem Obdachlosen um einen 40 bis 45 jährigen Rumänen gehandelt haben, der in einem lehrstehenden Haus in Wien-Simmering übernachtet hat. Ob er erfroren ist, an übermäßigem Alkoholkonsum oder einer Kombination von beidem gestorben ist, ist noch nicht klar. Ein Rumäne, also ein EU-Bürger, das wäre genau jene Obdachlosen-Gruppe, die laut dem von Wiener Sozialhilfegesetz kein Recht hat auf Unterbringung in einer Obdachloseneinrichtung - außer er oder sie hat längere Zeit offiziell in Österreich gelebt und gearbeitet.

stone-free
02
17.12.2009, 16:36
???

was soll das jetzt bitte zeigen?

Diverl
59
17.12.2009, 15:06

Ich bin dafür, daß 50% aller Vortragenden homosexuell sein müssen !

Heilige Hostie
03
18.12.2009, 00:25
Ich bin dafür dass beim Bundesheer

50% Frauen sein müssen.

Deß Dr. Gonzo Merck=Wuerdige Meynungen & Merckungen
51
17.12.2009, 16:42

ich bin dafür, dass höchstens 50% der VPFP-kampfpostis unter dem tourette-syndrom leiden und/oder unter den nachwirkungen von JVP-partys posten dürfen; egal, ob bi-, hetero-, metro-, agrar-, neutro-, trans- oder homosexuell.

cannery row
26
17.12.2009, 17:53
geh bitte..

wird das nicht schon langsam fad, jeden, der nicht der passenden meinung ist, in die FP-krone-rassisten-lade zu stopfen?

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