Orange wird Blau

Chaotische Zustände nach blau-orangem Abspaltungsreigen

17. Dezember 2009 12:49
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    Foto: derstandard.at

    Die versammelte Rest-BZÖ-Gruppe nach dem Bundesvorstand.

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    Foto: standard/cremer

    Der Klubstatus wackelt - Erst vier Abgeordnete wollen fix in die parlamentarische Kärnten-Enklave.

BZÖ-Parteichef Bucher führt Partei weiter und will in den nächsten Tagen BZÖ Kärnten gründen - Kärntner FPÖ wird vorerst nicht aufgelöst - Kärntner Parlamentsfraktion FPK erreicht keine Klubstärke im Parlament

Wien/Klagenfurt - BZÖ-Chef Josef Bucher wird dem BZÖ treu bleiben. Das verkündete er heute nach dem Bundesparteivorstand der Orangen. Auch Petzner und Markowitz bleiben beim BZÖ. Damit sind nur vier Kärntner Mandatare zum Wechsel bereit - ein eigener Kärntner Klub im Parlament kann damit nicht zu Stande kommen. Chaotische Zustände kündigen sich in Kärnten an: Dort will Josef Bucher ein BZÖ Kärnten gründen, die FPÖ Kärnten beteuert, sich nicht auflösen zu wollen.

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Fünf Abgeordnete braucht man für einen eigenen Klub im Nationalrat - bis heute war unklar, ob sich diese fünf finden. Für einen Klub der Freiheitlichen in Kärnten standen fix zur Verfügung: Martin Strutz (bis heute BZÖ-Generalsekretär, jetzt nur noch Abgeordneter), Sigisbert Dolinschek, Maximilian Lindner und Josef Jury. Diese vier waren nach der Nationalratswahl 2008 in ihren Kärntner Wahlkreisen auf einem BZÖ-Ticket ins Parlament eingezogen.

Den Fünfer-Klub komplett machen sollte der bisherige BZÖ-Abgeordnete Stefan Markowitz. Dieser war 2008 über den sogenannten Bundeswahlvorschlag in den Nationalrat gekommen. Markowitz wurde aber in Klagenfurt geboren - er "dürfte" also theoretisch Mitglied des Kärntner Klubs werden.

Scheuch bekräftigte beim "Runden Tisch" des ORF Mittwochabend zwar, dass er fünf Zusagen gehabt habe. Wenn sich aber einer davon loslöse, sei das zur Kenntnis zu nehmen, so Scheuch. Heute dann die Bestätigung: Markowitz wird, ebenso wie Petzner, beim BZÖ bleiben. Somit geht sich ein eigener Kärntner Klub im Nationalrat nicht aus. Markowitz sagte, er lebe seit 1997 in Wien, und er werde "ohne wenn und aber" den Weg des BZÖ mitgehen.

Alt-BZÖ einig bei Pressekonferenz

Josef Bucher verkündete bei der heutigen Pressekonferenz, das BZÖ werde sich "von niemand kaufen" lassen. "Es war ein eiskalter Putsch", so der BZÖ-Chef. Er sei von Scheuch eine halbe Stunde vor der Parteisitzung vor vollendete Tatsachen gestellt worden. "So etwas macht man nicht. Wir sind keine Verräter, ich bin kein Verräter". In den nächsten Tagen werde es außerdem zu einer BZÖ Kärnten Parteigründung kommen. Es habe, so Bucher, die ganze Nacht über diverse "unmoralische Angebote" an die Kärntner Abgeordneten von der FPK-Fraktion gegeben, die man aber nicht angenommen habe. Diese Angebote reichten von Funktionärsposten über garantierte Mandate in Zukunft.

Stefan Petzner sagte, es gelte jetzt "Haltung zu zeigen. Das ist eine menschliche Größe, die manche haben und manche nicht. Ich möchte ein Mensch bleiben". Er selbst sei gebürtiger Steirer, so wie Haider gebürtiger Oberösterreicher war, habe aber viele Freunde in Kärnten. Die Enttäuschung sei "schmerzlich", er, Petzner, werde den Weg mit dem BZÖ weitergehen - "im Wissen dass das der einzige Weg ist, den Jörg Haider wollte". Zu den Gerüchten, Haider selbst habe an einer Vereinigung gearbeitet, sagte er: "Schauen Sie mir in die Augen: Das ist nicht wahr. Haider stand vor einem politischen Comeback."

Haider-Schwester Ursula Haubner verkündete, sie sei froh über den "Reinigungsprozess", der jetzt stattgefunden habe. "Mich macht traurig, dass Menschen, die Jörg Haider sehr viel zu verdanken haben, einen Strich unter seine Politik setzen".

Kein Klub, aber dennoch gemeinsames Handeln

An den eigentlichen FPÖ/BZÖ-Plänen, nämlich der teilweisen Wiedervereinigung, ändert aber die Nichterreichung des Klubstatus wenig. Die vier Abgeordneten können sich etwa entscheiden, als sogenannte wilde Mandatare - also ohne Klub- im Parlament zu sitzen. Zumindest theoretisch besteht die Möglichkeit, einfach geschlossen in den FP-Klub zu wechseln. Einen entsprechenden Anlassfall gab es bereits, etwa im Zusammenhang mit dem LIF.

Was das Nichterreichen des Klubstatus angeht, bringt es vor allem zwei gravierende Nachteile für die vereinigungswilligen Kärntner mit sich. Erstens: Ein eigener Parlamentsklub bedeutet mehr Geld durch die Klubförderung (siehe Detailbericht über die Zusatzkosten). Zweitens: Mehr Rechte. Diverse parlamentarische (Oppositions)rechte knüpfen an den Klubstatus an, so würde den Kärntner Abgeordneten im eigenen Klub etwa eigene Redezeit zustehen.

Uwe Scheuch zeigte sich schon vorab entspannt, was die Klubfrage angeht: Wenn es kein Parlamentsklub werde, sei das für ihn nicht relevant, "es geht mir nicht um Klubstatus und Sockelfinanzierungen", betonte er. Sicher sei aber, dass es eine "Fraktion" geben werde, da man ja auch über zwei Bundesräte verfüge.

FPÖ-Chef Strache hat jedenfalls ausgeschlossen, dass derzeitige FPÖ-Abgeordnete in den geplanten neuen Klub des ehemaligen Kärntner BZÖ wechseln.

Wechselseitige Parteivorstandssitze

Heinz-Christian Strache wird künftig auch im Kärntner FPÖ-Parteivorstand sitzen. Das verkündete der Parteiobmann der wieder erblauten Kärntner Freiheitlichen, Uwe Scheuch. Im Gegenzug wird Scheuch im FPÖ-Bundesparteivorstand sitzen. Bezüglich der wechselseitigen Teilnahme an Parteivorstandssitzen gibt es vorerst noch kein Stimmrecht für Strache in Kärnten und Scheuch in Wien, dazu müssen erst die Statuten geändert werden.

Der Obmann der Kärntner FPÖ, Harald Jannach, dementiert einstweilen einen bereits erfolgten Verzicht der Kärntner Blauen auf einen Antritt bei Gemeindesrats- und Landtagswahlen. Erst im Jänner soll das weitere Vorgehen mit Scheuch und Strache besprochen werden - bis dahin werde die Kärntner Landesgruppe nicht aufgelöst. (az, kap, saju, derStandard.at, 17.12.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1035
gilipollas
21.12.2009 18:44

das Foto vom 'Rest BZÖ' schaut ein bissl aus wie ein Bild von Manfred Deix

Manfred Guendler
19.12.2009 23:06
Judas

So nennt man Leute die einen verraten und Verräter sollte man so schnell wie möglich verscheuchen.

oberkanteunterlippe
19.12.2009 18:56
Wahlvolk an die Tasten!

"Fritzls Party Keller" vor "Fest Packelnde Kanaillen" und "Freunde Persischer Küche" -
Die ehemaligen (Bienenzüchter) stellen eine neue Akronymisierungsaufgabe.
was ist FPK jetzt wirklich?
-die besten Vorschläge frisch aus den Köpfen der standard.at - poster.
Texte mit und vote für deinen Liebling auf http://tinyurl.com/was-is-fpk !

Treue Leserin
19.12.2009 17:46

So sehen Sieger aus !!!!!
Wußte gar nicht, dass man auch mit Solariumbräune so bleich wirken kann -
Jaja Buberln, blöd gelaufen, gell ?

oberkanteunterlippe
19.12.2009 18:27
hehe

Schadenfreude ist und bleibt halt die schönste Freude.

135
 
18.12.2009 22:46
Es is alles net wahr, es ist alles net wahr.

Schwarz und blau haben nicht miteinandeinander gepackelt. Alles war nur Theater und uns hats unterhalten. Oder auch nicht.
Wen kümmerts schon
Pröll war ein schlechter Regisseur und kopf hat zu weng im Kopf?
Und die zwei Bürokraten in der ÖVP dementieren..
Lei lassen. Geh ma schlafen...Der Villacher Fasching steht vor der Tür....Da tragen einige die Narrenmütze.
Pröll kommt auf Besuch. Hut ab!

das haar in der suppe
 
18.12.2009 14:34
Die Rechten, sie können einfach nicht anders!

http://www.edelman.at/2009/12/f... onnen.html

Andy Vanek
18.12.2009 13:16
Der wahre Rechte...

...ist erst dann glücklich, wenn er alleine ist.

Weil jedes andere Individum ist irgendwie anders als er und stellt somit eine Bedrohung für ihn da...

F G
18.12.2009 13:13
War das wirklich notwendig um Petzner los zu werden?

Aber die Idee ist ausbaufähig:
Alle treten aus der SPÖ aus und gründen eine neue Partei, Feymann sagt man nichts.

oberkanteunterlippe
19.12.2009 18:29

normalerweise ist "brilliant" bei der Bewertung ja unpassend und "I like" würds auch tun.
normalerweise.

dafür: grün.

Barney_Stinson
18.12.2009 12:24
wo bleibt der falke mit seinen tollen kommentaren?

oder hat ihm noch keiner gesagt, wie seine meinung jetzt zu lauten hat?

Markus Sagmeister
18.12.2009 13:35
Falke

hat zurecht keine Zeit. Ich will von dem ehrlichgesagt keinen Kommentar mehr lesen, weil ich habe keine Lust
mich dauernd für den Hyposkandal und die Propaganda rechtfertigen zu müssen, sorry.

Angelika70
18.12.2009 13:51

Sie sind Kärntner, nicht wahr? :-)

rohrspatz
18.12.2009 12:17
wieso

überlegt eigentlich bucher eine neugründung in kärnten? müssen seltsame statuten sein...
eigentlich müsste die abgespaltene truppe eine neue partei gründen (oder hat dies ja bereits getan ... fpk) das bzö kärnten bleibt bestehen. alle mitglieder die wechseln wollen müssen austreten und in die fpk eintreten.

merlot46
18.12.2009 11:33
Schlechter Ratgeber

Angst ist ein schlechter Ratgeber für sinnvolle Entscheidungen. Die Clique um Scheucher, Dörfler und Co. wissen, welche Probleme in Sachen Hypo auf sie zukommen werden. Das wissen sie nicht erst seit heute, das ist ihnen schon sehr lange bekannt. Daher diese Flucht- und Absetzbewegung zum Freiheitlichen Lager, das sie aber auch nicht schützen kann. Das ist ja auch der Grund, warum Strache trotz "Wiedervereinigung" auf eine klare Abgrenzung achtet.

Es liegt ausschließlich an der Kärntner Bevölkerung, diesem Spuk ein Ende zu bereiten. Für sie muss klar sein, es gibt ab sofort keine Geschenke mehr, es gibt nur mehr Lasten, die abzutragen sind.

cash isfesch
19.12.2009 19:17
bitte nachdenken

Sie sollten wenigstens einmal den Unterschied zwischen Scheucher und Scheuch kapieren oder sind Sie wirklich so saublöd wie Sie schreiben ???

Bekka
 
18.12.2009 12:13
"Es liegt ausschließlich an der Kärntner Bevölkerung, diesem Spuk ein Ende zu bereiten."

also ich finde, die kärntner politiker und diese seltsame bevölkerung da unten passen wunderbar zusammen. und daran wird sich auch nichts ändern.

Angelika70
18.12.2009 12:27

Meine Bekanntschaften aus diesem Bundesland bestätigen leider ihr Stereotyp. ;-)

Bekka
 
18.12.2009 14:42
es geht nichts

über vorurteile, die bestätigt werden, liebe angelika

:-)

Chaton bleu
 
18.12.2009 11:27
Abstammung

Diese denkweise--Kärntner oder nicht--ist ausdruck des allgemeinen froschperspektive-denkens dieser überflüssigen bagage.

mali jan
18.12.2009 11:05
1/2-schlau + 1/2-schlau ist gleich ganz-schlau

so lautet die sogenannte Streuch-Strache-Formel zur quantitativen Bewertung politischer Zusammenschlüsse

Ex-Muslim
20.12.2009 05:58

Zwei halbschlaue machen die doppelte Menge an Mist. Sind in Summe also doppelt deppert.

neuer weg
18.12.2009 11:03
bucher - in kärnten bzö gründen... haha !

dann gibts dort jetzt fpk, die fpö und noch ein bzö ?

wahnsinn - eigentlich müssten die kärntner nichtfreiheitlichen parteien aufstehen und neuwahlen einfordern.

irgendwann reicht es dann wirklich, oder nicht liebe karntna ?

Chupacabra11
28.12.2009 22:56

mein Vorschlag: Gründung einer FPK, eines BZKs (Bienenzüchter Kärntens), einer KVP (Kaantna Volksbaadei), einer SPK..... alles Parteien eines souveränen, eigenstaatlichen Kärntens... Restösterreich kann den Verlust einiger Seen, der Karawanken, einer Fläche von unter 10000km² mit seinen 560000 LandesbürgerInnen schon verkraften.

oberkanteunterlippe
18.12.2009 10:54
Frecher Pöbel Kärntens liegt knapp vor

Fritzels Party Keller im Verakronymisierungsvoting auf http://tinyurl.com/was-is-fpk

keep up the spott!

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