Iran ist Feind der Atombombe

17. Dezember 2009, 06:17
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Iranischer Präsident sieht Atomenergie als Beitrag zum Klimaschutz

Teheran/Kopenhagen/Wien - Der Iran steht nach den Worten seines Präsidenten Mahmoud Ahmadi-Nejad der Atombombe "feindselig" gegenüber. Sein Land brauche solche Waffen nicht, um sich zu verteidigen, sagte Ahmadi-Nejad nach Angaben der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA am Mittwoch in einem Interview für das dänische Fernsehen.

"Wir denken, dass die Atombombe die unmenschlichste aller Waffen ist", erklärte der iranische Präsident. Der Iran habe zwar viele Feinde, doch er brauche keine Atomwaffen zu seiner Verteidigung. Teheran trete für die Beseitigung aller Massenvernichtungswaffen ein.

Die Atomwaffen hätten weder den Untergang der Sowjetunion verhindert noch den USA im Irak oder Afghanistan zum Sieg verholfen und auch nicht "dem zionistischen Regime" (Israel) zum Sieg in Gaza, meinte Ahmadi-Nejad. "Wenn wir etwas vorhaben, sagen wir es klar und deutlich", versicherte er unter Anspielung auf den Vorwurf, Teheran verheimliche seine Atomwaffenpläne.

Ahmadi-Nejad, der am Donnerstag zum Weltklimagipfel in Kopenhagen erwartet wird, äußerte sich in ähnlicher Weise gegenüber der dänischen Zeitung "Politiken", wie IRNA weiter berichtete. Er halte die Atomenergie - ebenso wie erneuerbare Energien in Form von Solar- und Windkraft - für einen guten Weg, fossile Energieträger zu ersetzen.

Am Mittwoch hatte der Iran nach eigenen Angaben erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet, die auch Ziele in Israel erreichen könnte. Die Sejil-2-Rakete habe im Vergleich zum Vorgängermodell den Vorteil, dass sie wegen ihres großen Tempos nicht von Abfangraketen zerstört werden könne, behauptete Verteidigungsminister Ahmad Vahidi.

Vize-Chef der iranischen Atomenergie-Organisation zurückgetreten

Der Vize-Direktor der iranischen Atomenergie-Organisation ist am Mittwoch ohne Angabe von Gründen zurückgetreten. Direktor Ali-Akbar Salehi habe den Rücktritt seines Stellvertreters Mohammad Saeidi bereits angenommen, berichtete die Agentur Fars. Saeidi war seit 1997 stellvertretender Leiter der iranischen Atombehörde und war stets bei den internationalen Gesprächen über das umstrittene Atomprogramm Teherans beteiligt. Er galt als Befürworter einer diplomatischen Lösung des Streits. (APA)

 

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