Sitzstreik im Raumschiff

16. Dezember 2009, 20:22
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Jugendliche fordern ein "faires, umfassendes, ehrgeiziges und rechtlich verbindendes Abkommen"

Der Bella Center ist sowas wie ein Raumschiff. Man ist hier so abgeschirmt, dass die Außenwelt kaum zu existieren scheint. Nicht die Demonstrationen, die sich einige hundert Meter vor den Toren abspielen und nicht die prügelnden Polizisten. Doch am Abend schaffen es einige Demonstraten doch.

Sie haben das Center nicht gestürmt, sondern sind akkreditiert. Es sind Jugendliche, die sich in der Haupthalle auf den Boden setzen und den Delegierten den Weg versperren. Diese Wirkung potenziert sich, weil sich sofort eine Traube von Kameras um sie scharrt. Sie fordern ein "faires, umfassendes, ehrgeiziges und rechtlich verbindendes Abkommen", erzählt einer von ihnen.

Angesichts der derzeitigen Verhandlungskrise gibt es von zwei Delegierten sogar leise Zustimmung. Eine Nachtsitzung in der Gruppe, die ein globales Abkommen ausarbeiten soll, den Long Term Cooperative Action Plan, hat Rückschritte gebracht. Vor allem die USA sollen Zahlen für Emissionziele und andere Details herausreklamiert haben. Viele Teilnehmer haben sind frustriert. Für Hugo Chavez mal wieder ein Grund, gegen den Imperialismus zu wettern, er nutzt das Podium. Am Abend wird weiterverhandelt.

"Wir werden bleiben, bis ein solches Abkommen erreicht ist", kündigt ein Sprecher der Sitzstreikenden an. Wenigstens sind sie hier vor der dänischen Polizei sicher: Im Bella Center regiert die UN Security.

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