Gemeinsam, aber doch eigenständig

16. Dezember 2009, 18:47
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FPÖ macht auf Volkspartei

Berlin/Wien - Seit 1949 gibt es eine gemeinsame Fraktion von CDU und CSU im deutschen Bundestag. Beide Parteien legen aber durchaus Wert auf Eigenständigkeit. Die Abgeordneten aus Bayern bilden die CSU-Landesgruppe im Bundestag. Nach der vergangenen Wahl im September stellt die CSU 45, die CDU 194 Abgeordnete.

Auch in der schwarz-gelben Regierung legt die CSU sehr starken Wert darauf, als eigenständige politische Kraft wahrgenommen zu werden. Zwischen den beiden Schwesterparteien gibt es immer wieder Differenzen, etwa in der Steuer- und Familienpolitik.

Es gibt die Vereinbarung, dass die CSU bei Wahlen nur in Bayern antritt, die CDU im Rest des Landes. CDU und CSU haben jeweils ein eigenes Wahlprogramm. Die beiden Parteien verwalten auch ihre Finanzen eigenständig.

Die Bindung zwischen CDU und CSU war keineswegs immer fest: Zu Zeiten des CSU-Parteivorsitzenden Franz Josef Strauß kam es 1976 zum "Kreuther Trennungsbeschluss" der CSU. Ziel damals war es, mehr Redezeit für CSU-Abgeordnete zu erreichen. Mitte 1979 wurde die Wahl eines Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 1980 zur nächsten Zerreißprobe für die Union. Strauß ernannte sich im Mai zum Kandidaten, während die CDU wenig später Ernst Albrecht zum Kandidaten kürte. Eine Abstimmung am 2. Juli 1979 gab Strauß eine knappe Mehrheit, er hatte wieder einmal mit der "Vierten Partei" gedroht. (afs, bau, DER STANDARD, Printausgabe, 17.12.2009)

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