Einigung liegt noch im Äther

16. Dezember 2009, 18:42
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Weiter offen waren am Mittwoch die Kernfragen einer neuen weltweiten Klimavereinbarung

Die Streitpunkte:

Ein Vertrag oder zwei? Es gibt noch keine Einigung, ob das Kioto-Regime fortgesetzt und mit nationalen Verträgen ergänzt wird oder ob es einen gänzlich neuen Vertrag geben soll. Die Laufzeit eines allfälligen neuen Vertrages ist umstritten, ebenso seine Rechtsverbindlichkeit. Die Entwicklungsländer wollen Kioto fortschreiben und die USA in einem separaten Abkommen an neue Ziele binden. Die Industriestaaten opponieren.

Welches Ziel? Langfristig will die Uno die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius beschränken und die Emissionswerte bis 2050 zwischen 50 und 95 Prozent senken. Entwicklungsländer sind dagegen, weil sie mehr kurzfristige Verpflichtungen der Industriestaaten wollen.

Wer zahlt wie viel? Dazu gibt es keine Einigung. Die EU hat zuletzt 7,2 Mrd. Euro Anschubfinanzierung lockergemacht und schätzt die Folgekosten auf 100 Mrd. Euro pro Jahr ab 2013. Die Entwicklungsländer gehen vom Doppelten aus.

Was wird ausgenommen? Es ist nicht klar, ob die Luft-und Seefahrt eingerechnet werden, ebenso wie Land- und Forstwirtschaft. Farming und Abholzung stehen für ein Drittel des CO2-Ausstoßes weltweit. (raa, DER STANDARD, Printausgabe, 17.12.2009)

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