Ex-VW-Betriebsratschef tritt Haftstrafe an

16. Dezember 2009, 17:27
1 Posting

Volkert war wegen seiner Verstrickung in die VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten und Sonderzahlungen verurteilt worden

Braunschweig - Der frühere VW-Betriebsratschef Klaus Volkert hat seine Haftstrafe angetreten. Volkert war wegen seiner Verstrickung in die VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten und Sonderzahlungen zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der 67-Jährige habe seine Strafe Ende November begonnen, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Donnerstag mit.

Angaben zum Ort des Gefängnisses wurden nicht gemacht. Die Behörde gab dafür Gründe des Persönlichkeitsschutzes an. Im Vorfeld hatten in Justizkreisen die Vollzugsanstalten Burgdorf, Gifhorn oder Helmstedt als möglich gegolten. Ein Sprecher des Justizministeriums wollte sich auch nicht dazu äußern, ob Volkert über Weihnachten das Gefängnis verlassen darf.

Volkert war gegen das Urteil des Braunschweiger Landgerichts von Februar 2008 in Revision gegangen - allerdings vergeblich. Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) in Leipzig bestätigte im wesentlichen das Urteil der Braunschweiger Richter.

Riesiger Wirbel

Die VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten und Sonderzahlungen war 2005 ans Licht gekommen und hatte monatelang für riesigen Wirbel gesorgt. Sie erschütterte den Wolfsburger Autobauer bis in die Grundfesten. Auch VW-Personalvorstand Peter Hartz musste im Zuge der Affäre gehen. Hartz wurde Ende Jänner 2007 zu einer Strafe von zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe von 576.000 Euro verurteilt.

Volkert hatte jahrelang neben seinem VW-Gehalt von Hartz heimlich gezahlte Sonderboni kassiert - insgesamt fast zwei Millionen Euro. Hartz hatte vor Gericht ausgesagt, den mächtigen Betriebsratschef "gekauft" zu haben. Außerdem verschaffte Volkert seiner brasilianischen Geliebten ein Einkommen vom VW-Konzern, ohne dass diese dafür arbeitete. (APA)

 

Share if you care.