Mehr Auslandsinvestitionen trotz internationaler Sanktionen

16. Dezember 2009, 17:25
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In vergangenen neun Monaten flossen 1,1 Milliarden Euro

Teheran - Trotz internationaler Sanktionen ist der Umfang der ausländischen Direktinvestitionen im Iran nach Angaben aus Teheran deutlich gestiegen. Im aktuellen iranischen Kalenderjahr von März 2009 bis März 2010 werde das Investitionsvolumen voraussichtlich um 20 Prozent wachsen, sagte der Chef der Abteilung für Auslandsinvestitionen im iranischen Wirtschaftsministerium, Behrus Alishiri, in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Iran Daily". In den ersten neun Monaten des iranischen Jahres seien 1,6 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) aus dem Ausland im Iran investiert worden und damit so viel wie im gesamten vergangenen Jahr.

Die Investitionen stammten vor allem von asiatischen Firmen, aber auch von Unternehmen aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland, sagte Alischiri. Der Anstieg zeige "deutlich, dass die vom Westen widerrechtlich verhängten Sanktionen es nicht geschafft haben, ausländische Investoren zu entmutigen". Zugleich räumte Alishiri ein, dass die Finanztransaktionen zwischen dem Iran und dem Ausland abgenommen hätten. In Entwicklungsprojekte des Landes fließe aber weiterhin Geld. Angesichts der geplanten Öffnung des Bankensektors im Iran hätten bereits zehn asiatische und europäische Banken ihr Interesse angemeldet, Filialen in der Islamischen Republik zu eröffnen.

Im Streit um das iranische Atomprogramm verhängte der UN-Sicherheitsrat bereits mehrmals Sanktionen gegen Teheran. Die USA beschlossen zudem eigene Strafmaßnahmen. Am Dienstag stimmte das US-Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit für einen Gesetzesentwurf, der Strafen für Firmen vorsieht, die den Iran mit Benzin beliefern, ihm beim Import oder der eigenen Herstellung helfen. (APA/AFP)

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