Bundes-Orange wollen weitermachen

16. Dezember 2009, 17:20
27 Postings

Nachricht aus Kärnten kam offenbar völlig überraschend - Verweis auf Wählerauftrag - Haider-Schwester Haubner menschlich enttäuscht - Fischl: "Das ist nicht das Ende des BZÖ"

Wien - Das Bundes-BZÖ will nach der Abspaltung der Kärntner Landesgruppe weitermachen, wurde aber von der Entscheidung der Kärntner offenbar komplett überrascht. "Ich bin menschlich sehr enttäuscht, aber wir gehen unseren Weg, denn wir haben einen Auftrag vom Wähler bekommen", erklärte Ursula Haubner, als sie aus dem Bundesparteivorstand kam. Finanzreferent Harald Fischl gab sich kämpferisch: "Das ist nicht das Ende des BZÖ. Das kann eine neue Entschlossenheit sein."

"Es ist wichtig, dass wir Jörg Haiders Weg weitergehen. Ich glaube, die Kärntner Landesgruppe hat sich verkauft, indem sie einen Deal mit der ÖVP schloss, so Haubner vor Journalisten. Im BZÖ-Klub will man weiterarbeiten, denn man sei dem Wähler im Wort. Vor Überläufern in ihrer oberösterreichischen Landesgruppe fürchte sie sich nicht. Sie werde diese noch heute über die neue Situation informieren, kündigte sie an. "Verrat war nie die Politik Jörg Haiders", betonte sie. Fischl sprach von einem "kurzfristigen Weihnachtsgeschenk", das nun deutlich zu diskutieren und bewerten sei. Für das Parlament erwartet er sich eine spannende Zeit. Die BZÖ-Kollegenschaft ist laut Fischl "betroffen, aber durchaus entschlossen". Auch er war von der Entwicklung vollkommen überrascht.

"Ich bin überrascht"

Der steirische Landesobmann Gerald Grosz, der 2010 mit seiner Landespartei Gemeinde- und Landtagswahlen vor sich hat, erklärte, er fühle sich Jörg Haider, den Wählern und dem Parteiprogramm verpflichtet und nehme zur Kenntnis, "dass in Kärnten nach der Hypo-Affäre auch der Villacher Fasching vorverlegt wurde". "Ich bin überrascht. Andererseits war es nur die logische Konsequenz", so Grosz. Seit einem Jahr habe er den Eindruck gehabt, dass sich das Kärntner BZÖ in seinem täglichen Handeln den Weg Jörg Haiders immer mehr verlassen hat. Für Mittwochabend wurde ein Landesparteivorstand einberufen, am Donnerstag ist eine ausführlichere Stellungnahme vorgesehen.

Der Oberösterreichische BZÖ-Landessprecher Rainer Widmann sagte: "Es geht mit dem BZÖ sicher auch in Oberösterreich weiter", ist der Landessprecher und Nationalratsabgeordnete Rainer Widmann überzeugt. Der Salzburger BZÖ-Obmann Robert Stark wollte "jetzt überhaupt keinen Kommentar" abgeben. "Wir haben das genau so erfahren wie Sie." (APA)

Share if you care.