Walchhofer Schnellster

16. Dezember 2009, 14:29
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Gröden-Sieger der letzten zwei Jahre im ersten Abfahrts-Training vor Svindal und Olsson - Scheiber Fünfter

Wolkenstein/Grödnertal - Michael Walchhofer ist auch 2009 der Mann, den es beim Abfahrts-Weltcup-Klassiker der Alpin-Herren in Gröden zu schlagen gilt. Nach seinen Siegen 2007 und 2008 hat der Salzburger die diesjährige Auflage auf der Saslong am Mittwoch mit einer Trainingsbestzeit eröffnet. "Das war eine saubere, passable Fahrt, aber nichts Besonderes. So wie ich es mir fürs erste Training vorgestellt hatte", stellte Walchhofer klar.

Der 34-Jährige, der Aksel Lund Svindal (NOR) und Hans Olsson (SWE) auf die Plätze zwei und drei verwies, weiß, dass er in Gröden einfach den notwendigen "Grundspeed" hat. "Ein paar Passagen muss man technisch ganz sauber fahren. Ansonsten muss man den Ski laufen lassen, der Ski muss quasi fliegen. Und das verstehe ich ganz gut", meinte Walchhofer über das ihm auf den Leib geschneiderte Erfolgsrezept im Grödnertal.

Dass das Thema Sicherheit auch in Gröden omnipräsent ist, zeigte auch die Tatsache, dass nach der Besichtigung von der Jury gleich drei Sprünge entschärft worden sind. Bei den Sprüngen Spinel, Mauer und Tunnel wurde entscheidend Schnee abgegraben. "Vor allem bei der Mauer war das eine gute Idee, denn der Sprung ist auch so weit genug gegangen", berichtete Walchhofer.

Der Sprung über die Kamelbuckel ging am Mittwoch knapp 50 Meter weit. Vom Weitenrekord, den Walchhofer mit 82 Metern hält, ist man also weit entfernt. Am Mittwochnachmittag stand für Walchhofer als Athleten-Vertreter ein Sicherheitsmeeting mit FIS-Funktionären auf dem Programm.

"Ich habe mir den Kopf zerbrochen, was man machen kann. Es ist schon schwierig, denn der Sport soll ja attraktiv bleiben", meinte Walchhofer, der etwas dickere Rennanzüge und dadurch eine Geschwindigkeitsreduzierung als eine "einfache und kostengünstige Lösung mit einem kleinen Effekt" begrüßen würde.

Beachtlich schlug sich am Mittwoch der Schweizer Didier Cuche, der mit gebrochener Rippe auf Platz sechs fuhr. "Bei jedem Sprung hat es gestochen", gestand Cuche. Aber nicht minder bewundernswert war die Darbietung von Mario Scheiber (5.), der Tiroler Dauerpatient ist mit einem Knorpelschaden an der linken Kniescheibe unterwegs. "Ich spüre nichts. Wahrscheinlich weil ich nichts spüren will. Ich kann die Schmerzen sehr gut wegschalten, das habe ich ganz gut im Griff", berichtete Scheiber über den brutalen Alltag.

Über die Saslong gequält hat sich auch Bode Miller (20.), der US-Amerikaner hatte sich in Val d'Isere beim Volleyballspielen eine Knöchelverletzung zugezogen. (APA)

Mittwoch-Ergebnisse, erstes Training für die alpine Ski-Weltcup-Abfahrt der Herren in Gröden:

1. Michael Walchhofer (AUT) 2:00,55 Minuten
2. Aksel Lund Svindal (NOR) +0,28 Sekunden
3. Hans Olsson (SWE) 0,55
4. Steven Nyman (USA) 0,76
5. Mario Scheiber (AUT) 0,80
6. Didier Cuche (SUI) 0,82
7. Werner Heel (ITA) 0,83
8. Didier Defago (SUI) 0,90
9. Manuel Osborne-Paradis (CAN) 0,93
10. Ambrosi Hoffmann (SUI) 0,98

Weiter: 12. Klaus Kröll (AUT) 1,18 20. Bode Miller (USA) 1,45 22. Hans Grugger (AUT) 1,64 34. Romed Baumann (AUT) 2,74 37. Andreas Buder (AUT) 2,86 38. Georg Streitberger (AUT) 2,93 45. Christoph Gruber (AUT) 3,30 51. Joachim Puchner (AUT) 3,98 54. Mario Herzog (AUT) 4,05 64. Manuel Kramer (AUT) 5,69

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Michael Walchhofer fühlt sich im Grödner Tal wohl.

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