Über eine Million ÖsterreicherInnen armutsgefährdet

16. Dezember 2009, 13:09
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Überdurchschnittlich oft betroffen Hauhalte mit nur einem Einkommen, alleinlebende Personen und MigrantInnen

Wien - Im Jahr 2008 sind in Österreich 12,4 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet gewesen. Die Schwelle für Alleinlebende lag bei einem verfügbaren Einkommen von 951 Euro pro Monat, für jeden weiteren Erwachsenen im Haushalt erhöht sich diese um 475 Euro, für jedes Kind um 285 Euro. Die Zahlen basieren auf der europaweiten Statistik zu Einkommen, Armut und Lebensbedingungen.

Hohes Armutsrisiko bei Haushalten mit AlleinverdienerIn

Insgesamt waren im Vorjahr 12,4 Prozent oder 1.018.000 ÖsterreicherInnen armutsgefährdet. Rund 492.000 Menschen (sechs Prozent der Bevölkerung) davon lebten in manifester Armut. Das bedeutet, sie können sich etwa nicht leisten, bei Bedarf neue Kleidung zu kaufen, die Wohnung warm zu halten oder eine dringende medizinische Behandlung zu bezahlen.

Manifeste Armut trifft häufig Haushalte mit AlleinverdienerInnen. Überdurchschnittlich oft betroffen sind auch alleinlebende Pensionistinnen, alleinlebende Frauen ohne Pensionsbezug und alleinlebende Männer. Das höchste Armutsrisiko besteht für Personen aus dem Nicht-EU-Ausland (30 Prozent) und auch bereits Eingebürgerte aus Drittstaaten sind mit einer Armutsgefährdungsquote von 21 Prozent deutlich über dem Bevölkerungsschnitt.

Schwerpunktjahr zur Bekämpfung von Armut

Im Durchschnitt der EU 27 sind laut Angaben von Eurostat 17 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. In Deutschland sind es beispielsweise 15 Prozent, in Bulgarien 21 Prozent und in Tschechien 9 Prozent. Die Europäische Kommission hat das Jahr 2010 als Schwerpunktjahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung festgelegt. Ziel sei es, die Öffentlichkeit für diese Themen zu sensibilisieren. (APA)

 

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