Querulant Lehmann lenkt in Stuttgart ein

17. Dezember 2009, 18:38
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Heldt: "Hat Geldstrafe und Abmahnung akzeptiert" - Trainer Gross hielt dem Keeper die Stange

Stuttgart - Querulant Jens Lehmann hat eingelenkt und damit den Weg für einen würdigen Abgang von der Fußball-Bühne beim VfB Stuttgart zum Saisonende geebnet. Der 40-Jährige akzeptierte am Donnerstag die Bestrafung für seine öffentliche Kritik am Klub-Vorstand. 'In dem Gespräch sind die Sachen aus dem Weg geräumt worden. Er hat die Geldstrafe und die Abmahnung akzeptiert', sagte Stuttgarts Sportvorstand Horst Heldt nach einem erneuten Treffen mit dem Torhüter, dem auch der neue Trainer Christian Gross beiwohnte.

Lehmann hatte dem Vorstand einen Tag vor dem letzten Gruppenspiel in der Champions League gegen Unirea Urziceni (3:1) öffentlich vorgeworfen, sich bei der Entlassung von Trainer Markus Babbel vom Druck der Fans geleitet haben zu lassen. Daraufhin hatte der Klub die Geldstrafe, die angeblich 40.000 Euro betragen soll, und die Abmahnung ausgesprochen. Diese Sanktionen hatte Lehmann zunächst nicht akzeptiert.

Am vergangenen Sonntag war der Ex-Nationalkeeper dann im Spiel Stuttgarts beim FSV Mainz 05 (1:1) in der 87. Minute des Feldes verwiesen worden, weil er Aristide Bance im Strafraum auf den Fuß getreten hatte. Nach seinem Fehltritt auf dem Platz wurde er später auch noch gegenüber einem Fan handgreiflich. Dem VfB-Anhänger riss er vor dem Stadion die Brille von der Nase und sorgte so zum wiederholten Male für helle Aufregung und Diskussionen.

Für die Rote Karte hatte Lehmann vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Sperre von drei Spielen erhalten. Ob er gegen diese Berufung einlegen wird, ist noch nicht geklärt. Aber: 'Ich weiß es nicht zu 100 Prozent, aber ich denke, dass wir die Sperre akzeptieren werden', sagte Heldt weiter. Lehmann wird in den Spielen gegen 1899 Hoffenheim am Samstag sowie zum Auftakt der Rückrunde gegen den VfL Wolfsburg und beim SC Freiburg fehlen.

"Gelassenheit würde ihm gut stehen"

'Er ist sehr differenziert. Aber ein bisschen mehr Gelassenheit würde ihm gut zu Gesicht stehen', sagte der neue Coach Christian Gross nach dem erneuten Gespräch mit dem eigenwilligen Sportler. Dass die VfB-Verantwortlichen erneut Gnade walten ließen, hat Lehmann nicht zuletzt Christian Gross zu verdanken. Der Eidgenosse hatte sein Veto gegen eine Entlassung eingelegt und ist nun überzeugt, 'dass Jens nach der Vorbereitung hoch motiviert in die Rückrunde starten und alles für einen tollen Abschluss seiner Karriere im Sommer 2010 tun wird'.

Lehmanns früherer Rivale Oliver Kahn hatte den zur Zeit auch noch am Knie verletzten Lehmann bereits zum Rücktritt aufgefordert. Laut Sky-Experte Stefan Effenberg, früher selbst kein Kind von Traurigkeit, ist Lehmann 'voll von Adrenalin und Emotionen'. Es sei niemand frei von Fehlern, sagte Effenberg weiter, deshalb habe Gross 'genau richtig reagiert, dass er ihn nicht rausgeschmissen hat'. (SID)

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    Jens Lehmann tritt ein bisschen leiser.

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