Ex-Partner darf Frau Einpflanzung von Embryonen verweigern

16. Dezember 2009, 11:29
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Grundsatzurteil: Verfassungsrechtlicher Schutz ungeborenen Lebens gilt nicht bei künstlicher Befruchtung außerhalb des Uterus'

Dublin - Der Oberste Gerichtshof in Irland hat in einem Grundsatzurteil den Wunsch einer Frau zurückgewiesen, sich mit dem Sperma ihres früheren Partners erzeugte Embryonen einpflanzen zu lassen. Der in der irischen Verfassung verankerte Schutz ungeborenen Lebens gelte nicht für aus künstlicher Befruchtung hervorgegangene Embryos, die noch nicht in der Gebärmutter eingepflanzt worden seien, entschied das Gericht am Dienstag in Dublin. Es wies damit den Einspruch der 43-jährigen Mary Roche zurück, die mit ihrem Anliegen bereits 2006 vor Gericht gescheitert war.

Entscheidung des Vaters in spe

Roche hatte 1997 einen Sohn zur Welt gebracht, den sie mit ihrem Mann Thomas auf natürlichem Wege gezeugt hatte. 2002 ließ Roche eigene Eizellen im Reagenzglas mit dem Sperma ihres Mannes befruchten, um auf diese Weise erneut ein Kind zu bekommen. Aus der In-vitro-Befruchtung gingen sechs Embryos hervor. Drei davon wurden zur Verwirklichung des Kinderwunsches benötigt, die drei übrigen wurden eingefroren. Später trennte sich das Ehepaar, Mary Roche wollte sich dennoch einen der eingefrorenen Embryos einpflanzen lassen. Die Klinik verweigerte dies jedoch, weil der Ehemann sein Einverständnis nicht gab.

Wenn die Embryos eingepflanzt würden, wäre Roches Mann "der Vater aller daraus hervorgehenden Kinder, mit verfassungsmäßigen Rechten und Pflichten", sagte Richterin Susan Denham zur Urteilsbegründung. 

Verfassungsschutz für ungeborenes Leben

Im katholischen Irland war 1983 eine Verfassungsänderung zum Verbot von Abtreibungen verabschiedet worden, in dem der Schutz ungeborenen Lebens festgeschrieben wird. Der Begriff "ungeborenes Leben" war jedoch nicht genauer definiert worden. (APA/Ag.)

 

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