US-Zeitung bittet Leser um Spende für Online-Ausgabe

16. Dezember 2009, 11:23
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"Miami Herald" setzt bei Auflagenrückgang bei Printausgabe auf Freiwilligkeit

Angesichts eines Rückgangs der Abonnenten für die Printausgabe um 25 Prozent binnen eines Jahres bittet der "Miami Herald" seit Dienstag Leser der Online-Ausgabe um eine freiwillige Spende. Die gedruckte Ausgabe ist an Werktagen auf 163.000 und sonntags auf 238.000 zurückgegangen, im Internet werden nach Angaben der US-Zeitung fünf Millionen verschiedene Leser im Monat erreicht.

"MiamiHerald.com hat alle Bestandteile der mit Preisen ausgezeichneten Druckausgabe plus breaking news und Multimedia-Extras wie Video, Audio, Diashows und durchsuchbare Datenbanken", heißt es in einer Mitteilung an die Online-Leser. "Wenn Sie den Wert der Lokalnachrichten und Investigationen schätzen, aber die Annehmlichkeiten des Internets bevorzugen, ziehen Sie doch bitte eine freiwillige Zahlung für die Sie interessierenden Web-Nachrichten in Betracht." Die gedruckte Ausgabe kostet an Werktagen 50 US-Cent (34 Cent) und am Sonntag 1,50 Dollar.

Noch keine konkreten Zahlen

Eine Vizepräsidentin des "Miami Herald", Elissa Vanaver, sagte, einige Leser hätten bereits gespendet. Konkrete Zahlen habe sie aber noch nicht. Es gebe auch keinen bestimmten Plan. "Es ist der erste Tag", erklärte sie. "Wir haben noch keine Phase zwei oder drei oder vier. Wir wollen sehen, was uns dieser Versuch über den Markt sagt."

In den USA stellen die meisten Zeitungen ihren redaktionellen Inhalt kostenlos ins Internet und verlassen sich dort allein auf die Werbeeinnahmen. Da die Werbung dort aber im Durchschnitt nur ein Zehntel der Anzeigengebühren im Printgeschäft einbringt, gingen dort bei rückläufiger Leserschaft auch noch Anzeigenkunden verloren. (APA)

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