Druckbranche einigt sich auf neuen Kollektivvertrag

16. Dezember 2009, 11:18
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Kompromiss "an der Grenze des Zumutbaren"

Vorweihnachtlicher Friede ist in der Druckbranche eingekehrt: Nach mehr als einjähriger Verhandlung, bei der bereits verschiedene Eskalationsstufen erreicht wurden, haben sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber am Mittwoch auf einen neuen Kollektivvertrag für die rund 12.500 Beschäftigten in Druck- und Medientechnik geeinigt. Die Einigung beinhaltet im Grunde das Angebot, das die Gewerkschaft GPA-djp bereits im August vorgelegt hat und sieht unter anderem flexiblere Arbeitszeiten und eine Reduktion von Zulagen vor.

Es wurden außerdem Maßnahmen für die Dauer der Krise vereinbart, wie etwa der Entfall von einer Stunde des Nachtzuschlags. Der Lohn- und Gehaltsabschluss wurde erstmals nach Branchenbereichen - also etwa Bogen-, Rollen- und Zeitungsdruck - differenziert und beinhaltet Einmalzahlungen sowie prozentuelle Erhöhungen. Wie der Verband Druck und Medientechnik auf APA-Nachfrage sagte, sind für die Bogendrucker 150 Euro Einmalzahlung für 2009 vorgesehen und eine Erhöhung von 1,2 Prozent ab April 2010. Für Rollenbetriebe und Zeitungen sieht der Lohnabschluss für 2009 eine Gehaltserhöhung um drei Prozent vor, die ab Jänner 2010 ausbezahlt wird, sowie eine gestaffelte Einmalzahlungen für 2009. Die Lohnrunde 2010 wird erst im Anfang nächsten Jahres verhandelt und ist derzeit noch offen.

Kompromiss "an der Grenze des Zumutbaren"

Das Ergebnis der Verhandlungen sei ein Kompromiss, "für den beide Seiten an die Grenze des Zumutbaren gegangen sind", hieß es in einer Aussendung. Mit Hilfe des neuen Kollektivvertrags "soll es der Branche möglich gemacht werden, im internationalen Wettbewerb zu bestehen und Arbeitsplätze in Österreich abzusichern".

Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zeigten sich aber auch erleichtert über das Ende des monatelangen Konflikts. "Das Ergebnis zeigt, dass in Österreich die Sozialpartnerschaft nach wie vor funktioniert", so Rudolf Cuturi, Präsident des Verbandes Druck und Medientechnik. GPA-djp-Verhandlungsführer Franz Bittner sieht die Vereinbarung "als die Möglichkeit des Machbaren, wobei auf die wirtschaftliche Situation der Unternehmungen wie auch deren Beschäftigte Rücksicht genommen wurde". (APA)

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