Selbstbewusste Chinesen

16. Dezember 2009, 10:52
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Klimabeauftragter kritisiert Kioto-Länder, die ihre Emissionsziele nicht erreicht haben - also auch Österreich.

Die Afrikaner sind verärgert, die Inselstaaten verzweifelt, die Europaer noch hoffnungsvoll und die Chinesen aggressiv. Das ist jedenfalls der Eindruck der verschiedenen Pressebriefings. Ein bisschen Show mag dazugehören, aber es wird deutlich, wie tief die Gröben noch sind. Jetzt sind alle nervös, weil zu vieles auf Ebene der Staatschefs entschieden werden muss.

China und die USA haben sich bisher kaum bewegt, das ist eines der Hauptprobleme bei den Verhandlungen. Jeder schaut auf die größten Treibhausgas-Emittenten - und die jeweils auf den anderen. Peking tritt sehr selbstbewusst auf. Der chinesische Klimabeauftragte hat gestern bei einem Briefing klar gemacht, dass Chinas Emissionsziele nicht verhandelt werden und dass die Industriestaaten alle Kosten für den Klimawandel in den Entwicklungsländern übernehmen müssen. Besonders kritisiert hat er die Kioto-Länder, die ihre Emissionsziele nicht erreicht haben - also auch Österreich. "Wir haben nicht einmal eine Entschuldigung gehört." Er hat von Doppelmoral und mangelnder Balance gesprochen.

Heute um die Mittagszeit werden noch viel schärfere Worte fallen, soviel ist sicher. Dann spricht Venezuelas Präsident Hugo Chavez.

 

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    Yu Qingta, Chinas Klimabeauftrager in Kopenhagen.

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