Uni-Besetzung Tag 56

Uni Wien lässt besetzte Büros räumen

16. Dezember 2009, 21:30
  • Artikelbild
    foto: standard/fischer

    Ungefähr 15 Studierende wurden aus den Büroräumlichkeiten getragen.

  • Artikelbild
    foto: standard/fischer

    In der Nacht auf Mittwoch hatten die Studierenden die Räumlichkeiten besetzt. Das Rektorat spricht von "Einbruch".

Waren seit Mittwoch besetzt - Audimax nicht betroffen - Rektorat: "Einbruch"

Am 56. Tag der Audimax-Besetzung setzte die Uni Wien auf die Hilfe der Polizei. Studierende hatten Büroräumlichkeiten besetzt und wurden von den Polizisten hinausgetragen. Die ÖH-Vorsitzende der Uni Wien spricht von einer "Verhärtung der Fronten". In Innsbruck steht eine Einigung zwischen Unileitung und Studierenden bevor, an der TU Graz machen die Studierenden den besetzten Hörsaal II für den Vorlesungsbetrieb frei.

***

UPDATE 20.00:

Eine kurze, aber heftige Demo von rund 150 Studenten hat am Mittwochabend in Wien zu einer Festnahme geführt. Gerüchteweise hieß es, der Demonstrant habe sich einem Polizisten in den Weg gestellt. Laut einem Sprecher der Polizei haben einige der Demonstranten versucht, in das Parlament zu gelangen. Dabei soll ein Beamter verletzt worden sein.

Die Demonstranten waren gegen 19 Uhr von der Wiener Hauptuni losgezogen und versammelten sich vor dem Parlament. Zwischen 19 und 20 Uhr kam es mehrmals zu Verkehrsstaus und Verspätungen der Straßenbahnen auf der Wiener Ringstraße.

Die Polizei drohte den Teilnehmern mehrmals mit Verwaltungsstrafen, sollten sie die spontane Versammlung nicht auflösen. Kurz vor 20 Uhr wanderten die Teilnehmer zurück in Richtung Wiener Universität.

UPDATE 18.40: An der TU Graz einigten sich Studierende und Rektorat, den besetzte Hörsaal II tagsüber für Vorleseungen frei zu geben. Das Rektorat verpflichtet sich dafür den Studierenden den Hörsaal am Abend und ein großer Seminarraum als ständige Arbeitsplattform zur Verfügung zu stellen. Weiters werden Unileitung und Studierende gemeinsame Diskussionsveranstaltungen durchführen und an allen drei Hauptstandorten stehen den Studierenden Informationsflächen zur Verfügung.

UPDATE 17.10: Die Vorsitzende der Hochschülerschaft an der Uni Wien, Flora Eder (GRAS), ortet nachd er Räumung gegenüber der APA eine "Verhärtung der Fronten" zwischen Rektorat und Besetzern des Audimax. Es sei "ein schlechter Zeitpunkt zum Räumenlassen" und die Reaktion des Rektorats sei "absolut nicht angemessen" gewesen. Kritik äußerte Eder aber auch an den Besetzern: "Es war nicht unbedingt klug, das heute zu besetzen." Der Uni-Leitung warf Eder vor, nicht alle Möglichkeiten für Verhandlungen ausgeschöpft zu haben und "unkoordiniert" vorgegangen zu sein.

Laut einem der Besetzer war die Aktion "Ausdruck unserer Abwehrhaltung gegen Verhandlungen mit dem Rektorat". Diese seien eine "Farce", mit der der Rektor versuche, "die breite Basis zu spalten". Auf die Frage, ob die Mehrheit des Audimax-Plenums hinter der Aktion stehe, meinte er: "Das ist nicht relevant. Wir sind Betroffene dieser Politik, und wir wehren uns dagegen." Dafür brauche es keinen Plenumsbeschluss. Trotzdem glaube er, dass ein großer Teil der Besetzer hinter ihnen stehe.

UPDATE 16.15: Soeben gab es auf der Uni Wien einen Einsatz der Polizei-Spezialeinheit WEGA. Das Rektorat nannte gegenüber derStandard.at einen Einbruch als Ursache. Ein Gruppe von Studierenden soll ein Türschloss zu Räumlichkeiten auf der Hauptuni aufgebrochen haben und diese in weiterer Folge besetzt haben. Dabei handelt es sich um diesselben Büroräumlichkeiten die von Seiten des Rektorats als Ausweichquartier für das besetzte Audimax vorgeschlagen wurden. Schließlich wurden die Räume von der WEGA geräumt.  Zuletzt waren rund 25 Personen in den besetzten Räumlichkeiten. Rund zehn verließen sie nach einer Aufforderung durch die Polizei, ungefähr 15 wurden hinausgetragen und abgeführt. Sowohl von Seiten des Rektorats wie auch von Studierenden des Audimax wurde bestätigt, dass die Räume um das Audimax und das Audimax selbst von dem Polizeieinsatz selbst nicht betroffen sind.

"Es war kein Ziel der Uni Wien, in diese Situation zu kommen", so die Pressesprecherin der Uni Wien Cornelia Blum gegenüber der APA. "Es ist aber auch an der Uni Wien an 365 Tagen im Jahr verboten einzubrechen". Die Besetzer der Büroräumlichkeiten,  die in der Nacht auf Mittwoch die Räumlichkeiten besetzt hatten, hatten zuvor geltend gemacht, dass ihnen diese im Austausch gegen die Freigabe des Audimax vom Rektorat zugesichert worden waren. Außerdem seien sie unversperrt gewesen, so die Besetzer.

*****

In Wien gibt es seit gestern das Angebot der BesetzerInnen, die Lehrveranstaltungen, die derzeit in Ausweichquartieren abgehalten werden müssen, im Audimax stattfinden zu lassen - allerdings im Rahmen der Besetzung. Dazu müsse das Rektorat jedoch Forderungen der Studierenden erfüllen, ein genauer Forderungskatalog wird derzeit erarbeitet und steht heute im Plenum vor einer Abstimmung. Von der AG Presse heißt es gegenüber derStandard.at heißt es, dass die insgesamt vier verschiedenene Vorschläge und die Diskussion auf der Studierendenhomepage um 15 Uhr Grundlage für einen endgültigen Vorschlagsentwurf sei, der im Plenum vorgelegt werden soll.

Studierende diskutieren Forderungskatalog

In der vorläufigen Version des Forderungskatalogs, der sich vor einer Abstimmung im heutigen Plenum noch ändern kann, fordern die Studierenden unter anderem das "Ablaufdatum der Diplomstudien" zu verlängern, die Gewährung von mehr Toleranzsemestern, "demokratische Mitbestimmung durch Studierende", die "Nichtanwendung des Notfallparagraphen", der Zugangsbeschränkungen auf Antrag ermöglicht, sowie "Freie Wahlfächer statt Erweiterungscurricula". Zusätzlich fordern die Studierenden weitere Büroräume zu vorhandenen Räumen und die "Abschaffung der Studieneingangsphasen bzw. Festsetzung gerechterer Maßnahmen" für diese. "Lehrveranstaltungen und deren Vortragende, die im Audimax zugelassen werden, sollen den generellen Forderungen entsprechen (d.h. 50 Prozent weiblich/männlich; nicht prekär an der UniWien beschäftigt...)".

Zusätzlich zu den Forderungen stehen derzeit weitere Vorschläge zur Diskussion. So solle das Rektorat zu den Forderungen einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung der Forderung vorlege, eine "detaillierte Stellungnahme" zu den Forderungen abgeben, die die Politik betreffen, und sich gemeinsam mit den BesetzerInnen für eine "Lösung des Obdachlosenproblems der Stadt Wien" einsetzen. Sollten Lehrveranstaltungen wieder im Audimax stattfinden so fordern die Studierenden, dass die weiteren besetzten Räume unverändert bleiben sollen, Plakate im Audimax hängen bleiben dürfen und vor jeder Lehrveranstaltung mindestens zehn Minuten lang die Anliegen der Studierenden präsentiert werden dürfen. 

"Massenmedium" als Ersatz für "Sprachrohr" Audimax

In einem weiteren Vorschlag fordern die Studierenden ein "Massenmedium", da durch die Öffnung des Audimax für den Lehrbetrieb, ihr "Sprachrohr" verloren gehe. Das Audimax könne somit nur aufgegeben werden, wenn entweder ein eigener Bildungs-TV-Sender, ein eigener Radiosender oder eine eigene Bildungs-Zeitung, die "Sonntags neben den Ständern der Boulevardpresse bei gleich hoher Auflage" verteilt werden soll, realisiert wird. Alle Forderungen stehen nach wie vor zur Diskussion und können im ganzen oder in Teilen heute abend im Plenum beschlossen werden.

Mit einer vollständigen Räumung des Audimax kann somit derzeit nicht gerechnet werden, die Studierenden richten sich auf die Weihnachtsfeiertage ein. Vor dem heutigen Plenum besuchen Josef Hader und Andre Heller das Audimax der Uni Wien.

Gespräche in Innsbruck vor Durchbruch

An der Uni Innsbruck fand am Dienstag ein erneutes Gespräch zwischen BesetzerInnen und Uni-Leitung statt. Dabei wurde der Uni-Leitung ein von den Studierenden erarbeitetes Positionspapier. Die Besetzer sehen in dem Gespräch einen "großen Erfolg", in viele Punkten konnte Übereinstimmung erzielt werden. Das Positionspapier soll heute nachmittag im Plenum besprochen werden, am Freitag findet eine erneute Gesprächsrunde zwischen Uni-Leitung und Studierenden statt, bei "der mit einer Einigung gerechnet werden kann", so die Sowimax-BesetzerInnen in einer Aussendung.

Ein Pressesprecher der Sowimax-Besetzer, Markus Penz, sieht im Gespräch mit derStandard.at "sehr realistische Chancen" auf Einigung. Man müsse zwar auf einige Sachen verzichten, es gebe aber mit der Uni-Leitung "auf produktive Art und Weise" Gespräche. Räume für Studierende werden von der Uni-Leitung zur Verfügung gestellt, diese sollen allen interessierten Studierenden offen stehen. Penz betonte, dass die Uni-Leitung den Diskussionsprozess im Zuge der Proteste begrüße.

Auch von Seiten des Innsbrucker Rektorats war von einem"sehr guten Gespräch" zu hören. Besonders die Kritik an den Bachelor-Studien und das Ziel einer "Reakademisierung" der Universitäten findet bei der Unileitung auf anklang. In dieser Hinsicht werde man sich in Zukunft etwas überlegen müssen. Die Diskussion mit den Studierenden soll auch nach einer möglichen Einigung weitergeführt werden. Einen ähnlichen "Weihnachtsfrieden" haben die protestierenden Studierenden in Salzburg mit der Uni-Leitung letzte Woche geschlossen (derStandard.at berichtete).

Grazer Rektorat fordert "umgehende" Räumung

Auch an der Universität Graz will man heute im Plenum (ab 20.00 Uhr) unter dem Motto "Wie weiter" eine mögliche Freigabe der drei besetzten Hörsäle und Perpektiven für die Proteste diskutieren. Dienstagabend haben Rektor Alfred Gutschelhofer und Vizerektor Martin Polaschek den rund 50 Besetzern einen Brief übermittelt, in dem sie auf die umgehende Freigabe der Hörsäle A, B und C drängen und auf die problematische Haftungssituation in den Weihnachtsferien aufmerksam machen.

Neben dem finanziellen Mehraufwand befürchtet das Rektorat mit Beginn der Weihnachtsferien zusätzliche Sicherheitsprobleme und eine bislang ungeklärte Haftungsfrage, die das Rektorat nicht  auf sich nehmen wolle und könne. Die ÖH hat sich bereits geweigert, die Haftung für die besetzten Hörsäle zu übernehmen.

Vonseiten der Uni hieß es auch, dass man mit den Studierenden bereits "in einem guten Gesprächsklima konkrete Schritte zur Lösung der Forderungen" vereinbart habe. Zur Umsetzung der Forderungen und weitere Verhandlungen müssten sich allerdings unter den Besetzern auch Personen melden, die das Verhandlungsmandat für die Anliegen der Studierenden übernehmen.

Arbeitsforen tagen

Diese Woche treffen sich die "Arbeitsforen", die beim Hochschul-Dialog vereinbart wurden, das erste Mal. Die Studierenden sind hier bemüht die Foren so öffentlich wie möglich zu machen und auch dort einen Livestream zu installieren. Dazu müssen jedoch alle beteiligten zustimmen, jedes einzelne der fünf Arbeitsforen entscheidend unabhängig darüber. Das Arbeitsforum "Koordination des tertiären Sektors" entschied sich beispielsweise für die Übertragung im Internet, die Gruppe "Bologna & Studienstruktur (Curricula) & Lehre" dagegen.

(seb, derStandard.at, 16.12.2009)

 

Links

Fotos auf unseruni.at

www.unseruni.at

www.unibrennt-salzburg.org

www.sowimax.at

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 264
1 2 3 4 5 6
Erich Hartig
02
17.12.2009, 21:52
Viele Meinungen, aber niemand kennt offensichtlich den Hausbrauch! II

Von Hausfriedensbruch und anderen unsinnigen Anschuldigungen kann sicher nicht die Rede sein. Nun welche Gesetzesverletzung liegt hier sonst vor? Keine, absolut keine.
Der Polizeieinsatz basierte offensichtlich auf einen irrigen Verdacht des Rektorats, Einbruch. Die Aktion wird das Verhandlungsklima sicherlich nicht positiv beeinflussen, bedeutet einen erheblichen Vertrauensschwund und war absolut entbehrlich.

Der Gneis der alles weiß
10
18.12.2009, 07:29
also...

wurde die tür nicht aufgebrochen, sondern war offen bzw. die studenten fragten freundlich nach dem schlüssel?

Erich Hartig
02
18.12.2009, 11:21
richtig, es wurde keine Tür aufgebrochen

man konnte problemlos hinein!

Der Gneis der alles weiß
01
20.12.2009, 12:33
korrigiere

die tür war nicht offen, sonder das fenster und da sind sie rein, also doch einbruch!

quelle is übrigens die rothaarige dame

Erich Hartig
01
20.12.2009, 17:00
also eingestiegen, nicht eingebrochen!

Eine Haushaltsversicherung würde unter diesen Umständen keinen Schaden ersetzen, ... wegen grober Fahrlässigkeit des Besitzers.
Und Hausfriedensbruch oder Besitzstörung sind auch nicht relevant wegen althergebrachter Gewohnheit.

Der Blablaologe
20
18.12.2009, 07:24

Das heißt also der Rektor is schuld und die Studenten unschuldig?

Fassen wir zusammen:
Der Rektor biete Räumlichkeiten an, sofern das Audimax teilweise für Vorlesungen geöffnet wird. Die Studenten wollen das Audimax erst nach Verhandlungen teilweise freigeben und nehmen sich vorab die Räume schon vorher? Hallo!?!?!?

Nach dem Motto: Eine Leistung in Anspruch nehmen ohne Gegenleistung.

Erich Hartig
01
18.12.2009, 11:26
unklug von beiden Seiten

wenn man ein Angebot beurteilen will, muss man es schon vorher besichtigen dürfen! War leider nicht konkret besprochen, eine Unsachlichkeit von beiden Seiten.
Wer aber bitte rief die Polizei wegen eines falschen Verdachts?

Der Blablaologe
00
18.12.2009, 13:16

zwischen "besichtigen dürfen" und "sich breit machen" ist ein gewaltiger unterschied ... letzteres dürft wohl der fall gewesen sein

Erich Hartig
01
19.12.2009, 02:22
wenn kein Zeitrahmen vereinbart war

kein Unterschied!

Erich Hartig
02
17.12.2009, 21:49
Viele Meinungen, aber niemand kennt offensichtlich den Hausbrauch!

Seit Jahren ist es Sitte, für eine Arbeit, Lösung eines Übungsbeispiels usw. in einen Uni Raum/Hörsaal zu setzen. Seit der Ausrüstung der Lehrsäle mit Beamer und PCs kam es leider vor, dass diese gestohlen wurden, manchmal unmittelbar nach Renovierungsarbeiten. Deshalb wurden ab etwa 2003 unbenutzte Hörsäle versperrt. Aber wenn Bedarf bestand und man selbst keinen Schlüssel hat, ersucht man einfach einen AssistentenIn, ProfessorIn, SäkretärIn, Putzfrau/mann zu öffnen und benutzt den Raum. Eine ausdrückliche Bewilligung ist und war nie erforderlich.
Die fraglichen Räume wurden von Rektor Winckler als Ersatz vorgeschlagen, einige Studenten nehmen das Angebot wahr, ein Einbrechen war nicht notwendig, man konnte ohne Gewaltanwendung hinein. ff

Der Gneis der alles weiß
20
17.12.2009, 18:57
na sowas..

die rothaarige dame kenn ich doch...
auch wenn der raum eigentlich angeboten wurde, ist einbruch trotzdem selbst auf der uni wien kein kavaliersdelikt.
schande, dass die anfangs wirklich notwendigen studentenproteste nun in reine anarchie ausgeartet sind.
der tod der bildung in österreich ist nun leider auch von seiten der audimarxisten besiegelt worden.

danke vielmals...

alles_banane
02
17.12.2009, 15:49
ganz schön ausgefuchst der winkler....

"Dabei handelt es sich um diesselben Büroräumlichkeiten die von Seiten des Rektorats als Ausweichquartier für das besetzte Audimax vorgeschlagen wurden."

Rotzbub
11
17.12.2009, 14:35
Mehrheiten....

In vielen der Postings wird von Mehrheitsbeschlüssen, Legitimation etc. gesprochen...

Die Mehrheit wovon?

Der Studierenden?? Sicher nicht, selbst ein volles Audimax könnte max im Promillebereich die Studierenden repräsentieren.

Der Besetzer?? Zu welchem Zeitpunkt? Wenn ich 3x am Tag eine Abstimmung mache bekomme ich mit Sicherheit 3 verschiedene Ergebnisse... Meist ist ja ohnedies nur eine Mehrheit Obdachloser im Saal...wenn man also lang genug auf den richtigen Zeitpunkt wartet bekommt man jedes gewünschte Ergebnis und das soll dann ein Beschluß der Studierenden sein???

Das hat mit Demokratie nichts zu tun. Und mit einem Kampf für Bildung auch nicht. Reines revolutionäres Kasperltheater.

Beenden - Jetzt!!!!

cuba libre2
00
17.12.2009, 13:10
langweilig

wird mir mit euch.
und jetzt gibts nichtmal ein paar obligatorische polizeiübergriffe.

Simon Lutz
 
12
17.12.2009, 12:49
Ich darf Euch...

...somit herzlich auf Facebook einladen. "Wir besetzen eine Gruppe" - denn die Audimaxbesetzung verkommt langsam zum schlechten Witz, aus meiner ganz persönlichen Sicht !

cu

Nachtsonne
10
17.12.2009, 11:30

Ein Sattelzug mit falsch (als Gambrinus z.B.) etikettiertem Bockbier vor Audimax abladen könnte eine schnelle Lösung bringen.

qqqq
04
17.12.2009, 11:23
Liebe BesetzerInnen,

sich für Obdachlose einzusetzen ehrt Euch, aber besinnt Euch bitte auf Eure Kernthemen:
- Ende der Unterfinanzierung der Unis
- bessere Betreuungsverhältnisse
- weniger Verschulung & mehr Wahlmöglichkeiten im Fach (auch im Bachelor) und keine Überspezialisierung der MAs - das verbaut chancen
- Wahlfreiheit, statt verschulte Erweiterungscurricula mit billiger Lehre (hier steht Bildung wirklich auf dem Spiel!)
- freien HSZugang (IMHO für jene, die das Zeug dazu haben)

P.S. Bologna haben Ministerium & Rektorate nicht allein verbockt: die Studienpläne - und damit die Verschulung der Studienpläne - verantworten Senat und Curriculararbeitsgruppen - incl. der darin vertretenen Studierenden. Darum gibt's hier auch jede Menge Handlungsspielraum.

Advocatus diaboli2
00
17.12.2009, 09:57

Die Studenten sollen mit solch dummen Aktionen wie dem Einbruch in die Uni Wien nur weitermachen - schießen sich dadurch eh nur selbst ins Knie!

Rotzbub
24
17.12.2009, 09:49
Raus aus dem Audimax!!!!

Ihr schadet dem mehr als berechtigten ursprünglichen Anliegen durch euren angeblich basisdemokratischen Revolutionskindergarten! Niemand nimmt das mehr ernst. Selbst ursprünglich wohlwollende Medien und Unterstützer (wie ich) wenden sich kopfschüttelnd ab!

Sucht endlich nach einer Exit-Strategie die ohne Geischtsverlust ein weiteres effektives Eintreten für die UNIs sichert sonst ist ausser den 34 Mio die ohnedies gekommen wären alles verloren!!!

Weder die Bildungspoltik und schon gar nicht die Gesellschaft kann vom Audimax aus basisdemokratisch verändert werden. Auchwenn ihr das noch 1000 mal beschließt. So kann man in einer Demokratie nicht erfolgreich Politik machen.

Erich Hartig
02
17.12.2009, 23:15
auch vielleicht neidig wegen der ständigen Medienpräsens? II

Und top Nachwuchs für Gugging wird’s auch nicht geben.
Seit Semestern gibt es für Pflichtvorlesungen nur mehr Stehplätze am Gang, Professoren haben hunderte von Studenten in den Vorlesungen, von Betreuung kann da keine Rede mehr sein.
Rektoren, Senat, Professoren, Hochschülerschaft und Minister haben geschlafen, sahen tatenlos zu, dachten vermutlich typisch Ö wird schon gut gehen, die lassen sich ohnehin alles gefallen.
Eine Art Frühwarnsystem gibt es nicht, also war das Chaos perfekt.
Hahn traute sich überhaupt nicht ins Audimax, Winckler brauchte 40 Tage Taktieren und macht keine konkreten Lösungsvorschläge. Nach 52 Tagen bestätigt Badelt nun auch die Unzulänglichkeiten, die den Grund des Protestes bilden.

Erich Hartig
02
17.12.2009, 23:20
auch vielleicht neidig wegen der ständigen Medienpräsens? III

Das Audimax ist für universitäre Zwecke da und öffentlich frei zugänglich, nicht nur für Studenten. Jeder Aufenthalt dort ist völlig legitim.
Die Besetzung löste in der ganzen Welt ähnliche Aktionen aus, zeigt jetzt langsam Wirkung und ist tausendmal billiger als jede noch so gut angelegte PR Aktion.
Die Rektoren sind natürlich sauer, dass derart essentielle Aktionen nicht von ihnen ausgegangen sind, die ÖH hat sich solidarisch erklärt.
Da derzeit keine realistischen Lösungsansätze existieren, der Minister ein halbes Jahr beraten lässt, gibt es derzeit keinen vernünftigen Grund die Besetzung zu Beenden.
Hahn müsste endlich über den eigenen (oder Partei-) Schatten springen!

Rotzbub
00
18.12.2009, 09:29
Warum der berechtigte Kern nicht rüber kommt...

...ist logisch: Ihr konzentriert Euch in der Öffentlichkeitsarbeit nicht auf den Kern. Es sind doch sicher ein paar Publizistik-StudentInnen unter Euch. Fragt die mal wie viele unterschiedliche Botschaften man in eine Aktion verpacken soll…

Antwort übrigens: am besten nur eine max. drei (da muss aber schon ein Zusammenhang da sein).

Viele Medien waren anfangs auf Eurer Seite. Ihr habt aber den Fokus verloren, alles Mögliche hineingepackt und Euch auf den „lustigen“ Prozess konzentriert statt auf das so wichtige Ziel.

Aber das ist auch schon anderen StudentInnengenerationen vor Euch passiert. Meist durch Unterwanderung angeblicher Basisgruppen, die in Wirklichkeit gut organisierte „revolutionäre“ Splittergruppen sind.

postskriptum
00
18.12.2009, 12:20

@Rotzbub
Zu ihrer Posting möchte ich noch geschwind was anmerken:
Ich bin zwar nicht ganz ihrer Meinung, aber das heißt nicht, dass ich ihre Meinung herabwürdigen möchte. Ihre Meinung ist natürlich Beachtenswert. Und ihre Meinung hat auch, neben vielen anderen Meinungen, sicher eine Berechtigung.;-)

ABER ich halte es für fatal, in den Glauben zu verfallen, dass man eine permanent hohe Medienpräsenz erreichen muss. MMn nach ist es besser wenn die Medienpräsenz, entsprechend der Medienlandschaft, und auch entsprechend der aktuellen Tagesereignisse, mal stärker ist, mal schwächer ist... und auch, dass es gelegentliche "Funkpausen" gibt.

_Permanente_Überrepräsentanz_ führt schneller, als es einem lieb ist, in die Sackgasse der _Überfütterung_

Rotzbub
00
18.12.2009, 12:46
Um so wichtiger...

...ist es sich zu fokusieren und auf das Wesentlich zu konzentrieren!

Ebenfalls schöne Weihnachten!

postskriptum
00
18.12.2009, 11:50

1/2
Sie sollten einmal im Gedanken Szenarien durchspielen, bei denen nächstes Jahr Neuwahlen des Parlamentes vorkommt. Sie werden erkennen, dass dann viele Dinge die derzeitig stattfinden, und nicht so recht schlüssig sind, dadurch um vieles logischer werden.

Wenn sie sich ernsthaft dahinter klemmen, finden sie u.U. heraus, wer der neue Wissenschaftsminister sein wird. Und dann kommt mit Garantie eine ganze Lawine von Schlussfolgerungen, die Sie in ihrer Einschätzung der derzeitigen Lage, einiges überdenken lassen werden.

Es ist nicht leicht zu sagen welche Strategie für die protestierenden Studenten richtig wäre, aber sie sollten sich keinesfalls von der Politik instrumentalisieren lassen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 264
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.