System warnt Passanten vor herannahenden Fahrzeugen

16. Dezember 2009, 09:28
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Japanische Entwicklung soll Verkehrsunfälle verhindern

Das YRP Ubiquitous Networking Lab hat kürzlich ein neuartiges Fahrzeug-Mensch-Interaktionssystem vorgestellt. Passanten sollen mithilfe von drahtloser Ultrabreitband-Technologie (UWB) rechtzeitig vor herannahenden Fahrzeugen gewarnt werden. Die Technologie sei insbesondere bei geräuscharmen Elektro- und Hybridfahrzeugen sinnvoll, heißt es seitens der Entwickler.

Die japanischen Techniker haben eine hochpräzise Entfernungsmesstechnik mit einem auf UWB beruhenden Kommunikationssystem verschränkt. Ihr Warnsystem besteht aus zwei Endgeräten, jeweils einem für Fahrzeug und Fußgänger. Letzteres gibt im Anlassfall über Bildanzeigen, Vibration und Tonsignalen Warnungen an den Passanten aus.

UWB verspricht energieeffizienten Betrieb

UWB-Kommunikation ist ein Ansatz für Nahbereichskommunikation und kommt in der Medizintechnik und überall dort zum Einsatz, wo über kurze Entfernungen hohe Übertragungsraten bei geringem Energieverbrauch gefragt sind. Die Sendeleistung verteilt sich auf einen großen spektralen Bereich. Künftig soll damit auch die oft lästige Verkabelung von Peripheriegeräten vermieden werden. Noch nicht zur Gänze erforscht ist jedoch das Störverhalten im Zusammenspiel mit anderen Drahtlostechniken.

Charakteristisch für das YRP-System sind elektrische Signale mit Bandbreiten von rund einem Gigahertz. Im Vergleich mit ähnlichen, auf konventioneller Mobilfunktechnik aufbauenden Anwendungen sollen bei Abständen bis zu 30 Metern exaktere Detektionen mit Abweichungen von nur 30 Zentimetern möglich sein. Das System eignet sich jedoch nicht für Vehikel, die sich schneller als 40 Kilometer pro Stunde oder auf kurvigen Abschnitten nähern, berichtet TechOn.

V2X-Kommunikation

Die Interaktion zwischen Fahrzeug und Passant ist jedoch nur ein Aspekt von Vehicle-to-X-Kommunikation (V2X). Mit V2X kann sowohl die Kommunikation zwischen Fahrzeugen, zwischen Fahrzeug und Infrastruktur sowie zwischen Fahrzeug und Individuum gemeint sein.

"In der Serienproduktion ist V2X-Kommunikation noch kein echtes Thema, allerdings existieren funktionierende V2X-Prototypen bereits in nahezu allen Forschungsabteilungen großer Originalgerätehersteller", sagt Marko Wolf, Senior Security Engineer bei escrypt.

Im Bereich der Car-to-Car-Kommunikationssysteme etwa gelten fehlende herstellerübergreifende Kommunikationsstandards, ausständige IT-Sicherheitsarchitekturen und offene Haftungsfragen als zentrale Hemmnisse. Auch wurde bislang noch nicht geklärt, wer die Kosten für die nötige Infrastruktur übernimmt. "Aufgrund der offenen Probleme sind Car-to-Car-Kommunikationssysteme frühestens in fünf bis zehn Jahren auf dem Markt, so der Experte abschließend.

(pte)

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