Ex-Hypo-Vorstand

Schwere Vorwürfe gegen Kulterer und Haider

16. Dezember 2009, 13:52
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    Ex-Hypo Alpe Adria-Vorstand Wolfgang Kulterer und der im Vorjahr tödlich verunglückte Landeshauptmann Jörg Haider auf einem Archivbild aus dem Jahr 2005.

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Laut Ex-Hypo-Vorstand Schuster habe die Kärntner Landespolitik massiv in die Bank hineinregiert - ÖVP-Generalsekretär Kaltenegger kritisiert Kärntner "Jubelgeheul" als "letztklassig"

Wien - Jörg Schuster, früherer "roter" Vorstandsdirektor der am Montag notverstaatlichten Hypo Group Alpe Adria, erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen damaligen Vorstandskollegen Wolfgang Kulterer und die Kärntner Landespolitik. Der Eigentümer habe nach Ansicht Kulterers Wünsche äußern können, Widerstand dagegen sei bankintern "fast schon als Landesverrat" behandelt worden, kritisierte er am Dienstag im ORF-"Report".

"Der Landeshauptmann wollte - zumindest aus meiner Sicht, ob er selber es so gesehen hat, weiß ich nicht - von der Bank Geld sehen", so Schuster zum Hineinregieren der Politik zu Zeiten von Landeshauptmann Jörg Haider. So seien die Seebühne gebaut und das Beachvolleyball-Event samt Eintrittskarten finanziert worden. Dies sei "fast schon üblich" gewesen. Schuster ist 2003 aus der Bank ausgeschieden.

Kulterer sei in seinem Vorleben nicht mit politischen Fragen befasst gewesen und habe die Meinung vertreten, dass der Eigentümer Wünsche äußern könne, so Schuster. Dass die Hypo eine Aktiengesellschaft sei und dem Bankwesengesetz unterliege, "hat sich im Vorstand und Aufsichtsrat weniger durchgesprochen".

Kaltnegger: Letztklassiges Jubelheul

ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger nimmt nun nach der rettenden Verstaatlichung der Kärntner Hypo das BZÖ in die Pflicht. "Ich fordere ein Mindestmaß an Demut vor Steuergeld und den Steuerzahlern", erklärte Kaltenegger am Mittwoch. Immerhin sei das BZÖ verantwortlich für das Hypo-Debakel, das nunmehrige "Jubelgeheul" der Kärntner BZÖ-Regierungsmitglieder sei deshalb "letztklassig".

Bezugnehmend auf die Vorwürfe Schusters, mein Kaltenegger: "Eine widerliche Art, wie hier mit Steuergeld umgegangen worden ist", die Verantwortung für das Debakel liege "eindeutig beim BZÖ". Als Kärntner werde er derzeit "mit Häme überschüttet", ebenso wie viele seiner Landsleute, meinte Kaltenegger. Diese müssten sich nun für die "Brot-und-Spiele-Politik" des BZÖ rechtfertigen, "das ist widerlich".

Dass auch der Kärntner ÖVP-Chef Josef Martinz als Chef der Kärntner Landes-Holding einen Teil der politischen Verantwortung für das Desaster tragen könnte, wies Kaltenegger vehement zurück: Martinz habe "immer vor der Schuldenpolitik gewarnt". Die Zusammenarbeit mit dem BZÖ in der Kärntner Landesregierung bestehe "erst seit heuer", die Verantwortlichkeiten lägen aber "in der Vergangenheit".

Keine Kritik an Martinz

Auch dass Kärnten trotz der angespannten Budget-Situation weiterhin - unter Zustimmung der ÖVP - fleißig Geld wie den sogenannten Jugend-Tausender unters Volk bringt, ist für Kaltenegger kein Grund, Martinz zu kritisieren. Der Kärntner Landesparteichef habe sich "sehr reserviert" zu den Zukunftsplänen in Kärnten geäußert. Stattdessen habe Martinz versprochen, im Fall der Hypo für restlose Aufklärung zu sorgen, und an diesen Worten sei er auch zu messen.

Positiv bewertet Kaltenegger den Vorschlag, die Haftungen der Länder gesetzlich zu beschränken. Man müsse die "Guten und Tüchtigen vor den Verschwendern schützen". Der ÖVP-Generalsekretär hätte auch nichts dagegen, die Haftungssummen in allen Bundesländern offenzulegen, wie es das BZÖ am Dienstag gefordert hatte: "Ich fürchte mich überhaupt nicht", meinte er im Hinblick auf die ÖVP-regierten Länder. Das BZÖ solle sich aber "an der eigenen Nase nehmen", der Versuch der Positionierung als wirtschaftsliberale Partei sei jedenfalls "kläglich gescheitert".

Einen möglichen "Aufsichtskommissär" für Pleite-Länder will Kaltenegger nicht ausschließen - in erster Linie gehe es aber nun um Aufklärungsarbeit rund um die Hypo, über Konsequenzen müsse man danach diskutieren.

Propheten im Lande

"Prophetisch" sind für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas die Aussagen von, wonach der Kärtner ÖVP-Chef und Landesrat Josef Martinz keine Verantwortung für das Debakel rund um die Hypo Alpe Adria trage. Die Ermittlungen der Justiz würden erst beginnen und es sei daher nicht geklärt, ob es auch in der jüngeren Vergangenheit straf- oder zivilrechtliche Tatbestände gebe, so Rudas in einer Aussendung. Der Kärntner BZÖ-Chef Uwe Scheuch vermutet hingegen eine "Negativ-Kampagne" als "Ablenkungsmanöver".

"Martinz, der nicht nur Chef der Kärntner VP, sondern auch Aufsichtsratschef der Kärntner Landesholding sowie Wirtschaftslandesrat ist, jetzt parteipolitisch die Mauer zu machen, ist mehr als entbehrlich", erklärte Rudas. "Das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik wächst mit Sicherheit nicht, wenn offenkundige Verantwortungsträger versuchen, sich aus ihrer Verantwortung zu stehlen", so Rudas in Richtung Kärntner BZÖ und ÖVP. Martinz solle der Öffentlichkeit "genau erklären, was er weiß, und sein persönliches Interesse hinter das der Gesamtbevölkerung stellen".

Auch Rudas' Kollege Günther Kräuter kritisierte in einer Aussendung, dass Kaltenegger versuche, Martinz "weißzuwaschen": "Martinz ist völlig uneinsichtig und versucht bekanntlich sogar, mit Taschenspielertricks weitere 100 Mio. Euro des Schadens auf den Bund abzuwälzen." Von der ÖVP forderte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer außerdem, Veit Sorger, Aufsichtsratschef der Banken-ÖIAG (FIMBAG), abzuberufen. Dieser habe nämlich "in noch unbekannter Höhe am Gewinn des undurchsichtigen Verkaufs der Hypo mitgeschnitten".

Scheuch sieh "Negativ-Kampagne"

Scheuch ortete in Kalteneggers Aussagen, wonach das BZÖ die Verantwortung für das Hypo-Desaster trage, eine "böswillig geführte Negativ-Kampagne". Man wolle davon ablenken, dass "die den Regierungsparteien ÖVP und SPÖ nahestehenden Banken" Erste Bank, Raiffeisen, Volksbanken und andere "bereits Milliarden bekommen haben und teilweise wieder neues Geld brauchen". Kaltenegger dürfte außerdem "vergessen haben", dass Martinz "sämtliche Beschlüsse der Landesregierung federführend mitbeschlossen" habe, meinte Scheuch in einer Aussendung. Er frage sich, ob es in der ÖVP einen Konflikt zwischen der Landes- und der Bundespartei gebe oder ob "die Bankenlobby bei der Bundes-ÖVP so vehement auf Fortsetzung der Negativkampagne" dränge, dass "sogar Parteifreunde geopfert werden". (APA)

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Zorro08
14
16.12.2009, 21:48
Haider, Grasser, Elsner und co

Haider hat genau das gemacht was er immer kirtisiert hat, und das im eilzugstempo, grasser, scheuch und co genauso
weshalb sitzt der arme elsner noch, ein reines poltikum der övp hauptsache ein roter sitzt, weshalb ist eine ries-passer noch in der wüstentot? kriegt sie dort auch 1000 paar schuhe, sie sollte die pensionbeiträge der auf kosten des sozialsystems abgebauten telekom mitarbeiter aus eigener tasche zahlen

Schwalbe
03
16.12.2009, 21:44

and now for something comletely different: Matinez koaliert mit Strache-Partei! Schon wieder ein ÖVP-Regierungsverantwortlicher, der Rechtsradikale an die Regierung lässt. Danke, Josef Martinz!

Zorro08
00
16.12.2009, 21:44
Lausbuben

wie können diese lausbuben die ich früher mal wählte und sicher nie wieder wählen werde, noch frei herumlaufen, wo ist die gerechtigkeit gegenüber einen flötl und elsner, entweder elsner frei lassen od. kulterer ab in den häfen und enteignen, wählt niemand mehr aus dem 3 lager also nur lausbuben.
und gefährlich

Slarti Bartfass
 
03
16.12.2009, 20:51

Hauptsache der Herr Kulterer ist jetzt neben seinen Gütern in Kärnten auch Großgrundbesitzer und Großlandwirt in Rumänien. Der gute Mann hat seine Schäfchen somit in's Trockene gebracht.

pleamle
00
17.12.2009, 15:04
Kulterer in den Knast

Ex-Hýpo-Vorstand Kulterer ist ja der eigentliche Vater des CEE-Expansionswahnsinns der Hypo. Er hat sich ja sprichwörtlich und rechtzeitig mit seinen Polopferden vom Acker gemacht. Nun ist er Großgrundbesitzer in Kärnten und Rumänien, Investmentbanker in London (das was Grasser bis heute nicht geschafft hat!!) und auch Vermögensverwalter bei Frau Flick. Also ich hätte Angst um mein Vermögen (wenn ich eines hätte) in den Händen eines solchen Gamblers. Ist nicht bei Herrn Elsner ein Platzerl im Knast frei? Der Unmut in der Bevölkerung steigt ja stündlich - für die Staatsanwalt höchst an der Zeit wirkliche Taten zu setzen.

Ich bin der Meinung...
15
16.12.2009, 19:58
Es ist erschreckend

dass ein paar ebenso doofe wie lausige Provinzpolitiker fast den gesamten Staat an den Abgrund fahren können.

Das besteht ein weit größerer Handlungsbedarf wie bei den Banken!

Man erinnere sich an Dr. Gusenbauer. Dieser wollte doch in der Verfassung verankern, dass Schulden streng limitiert werden.

Monty B.
09
16.12.2009, 17:57

"Die ansonsten zurückhaltenden Isländer demonstrierten wochenlang. Verbrannten zunächst Strohpuppen von Ministerpräsident Haarde. Dann jagten sie ihn weg. Er trat im Januar 2009 zurück."

was brauchen wir noch alles bis wir auch etwas tun?

HiMak
00
16.12.2009, 17:55
Kärnten - Urlaub bei Freunden

Dörfler sei dank dass wir jetzt ganz genau wissen welche Freunde das sind...
auf solche die man verzichten kann....

Urlaub kann man auch anderswo in Österreich machen
Salzkammergut war schon beim Kaiser beliebt ;-)

Zorro08
00
16.12.2009, 21:45

genau und oö hat keine schulden, abtreten sollten wir diese teppen die glauben deutsche zu sein und nicht einmal deutsch zu können wie die kärtner, od. wir hätten diese teppen in konkurs gehen lassen sollen.
hoffentlich weis der wiener wähler was ihm mit strache passiert

Max Huber6
03
16.12.2009, 17:52
Hat das alles Folgen?

Wo ist eigentlich die Justiz? Wo ist der Staatsanwalt? Oder verläuft in Österreich alles im Sand? Wenn schon die Politik untätig ist, sollte man die strafrechtlichen Komponenten sehr genau untersuchen. Aber wir leben ja in einer Bananenrepublik mit einem Bundesland Kärnten als "Vorzeigemodell". Aber die haben ja gerade eine Wiedervereinigung hinter sich, das sind natürlich die z. Zt. dringenden Angelegenheiten; es ist einfach ungeheuerlich.

bicycle repair woman
00
17.12.2009, 09:05

nachdem die bayrische justiz bereits seit oktober in dieser causa ermittelt, hat sich letzte oder vorletzte woche auch die österreichische staatsanwaltschaft dazu durchringen können, tätig zu werden.
noch wichtiger wäre meines erachtens ein politischer untersuchungsausschuss, der diesen namen auch verdient. aber irgendwie zweifle ich am zustandekommen eines solchen...

Back Hendl
00
16.12.2009, 17:12
kärnten ist anders

nur in kärnten gings so leicht

gadoladolällar1
00
16.12.2009, 16:52

JH und Edmund Stoiber, was für Paralellen, nur lebt der zweit Genannte noch, aber sagt auch nichts.

Löschkandidat
00
16.12.2009, 16:44

Ich nehme an als aufrechter Mensch hat Schuster dagegen opponiert und ist als Konsequenz vom Vorstand zurückgetreten.

Back Hendl
06
16.12.2009, 16:27
ebenso wie viele seiner Landsleute, meinte Kaltenegger. Diese müssten sich nun für die "Brot-und-Spiele-Politik" des BZÖ rechtfertigen, "das ist widerlich".

48% der Kärntner Wähler haben echt Grund, sich zu schämen.

Slarti Bartfass
 
00
16.12.2009, 20:53
Fremdschämen

Hier schämen sich eher die restlichen 52%

Harbachoed K.
00
16.12.2009, 22:08
Jedes Land hat

¡auf Dauer! die Regierung, die es verdient.
Im Ostblock hat eine unglückselige Periode auch lang gedauert....

Slarti Bartfass
 
00
16.12.2009, 22:25

Haben sie über diese Aussage auch einmal 3 Sekunden lang nachgedacht oder zitieren sie diesen Spruch einfach unreflektiert?

Harbachoed K.
00
17.12.2009, 00:00

ich weiß, die sache ist heiß, hab aber wirklich länger nachgedacht.

Aracni Santini
21
16.12.2009, 16:22
Wo sind die anderen Besser

Wien, 14 Mrd Garantien für Banken... und diverse Garantien für Firmen...Die Garantie von der Garantie von der Garantie .... Die Depression weitergeht - Hallelujah!

aereo
07
16.12.2009, 16:36
Wo die anderen besser sind?

Wien: 12 : 15
Ktn: 2 : 18
Sind wir in der Volksschule dass man den Unterschied erklären muss?

Andreas1900
10
16.12.2009, 16:41
NEIN,

denn dort versteht man das auch ohne Erklärung!

Andreas1900
04
16.12.2009, 16:33
Wo? Leicht zu erklären!

Wien hat ein Jahresbudget von 12 Mrd. und gibt insgesamt 14 Mrd Garantien!
Kärnten hat ein Jahresbudget von etwas über 2 Mrd. und gibt fast 20 Mrd. Garantien!
Ein feiner Unterschied, nicht wahr?

StVO1
00
17.12.2009, 00:57
Für einen BZÖ-Dolm gibts dabei keinen Unterschied

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