Staatssekretärin mahnt junge Muslime zu guter Sprache

15. Dezember 2009, 23:50
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Morano rät auch von verkehrtherum aufgesetzter Kappe ab

Paris - Die französische Familienstaatssekretärin Nadine Morano hat mit ungewöhnlichen Ratschlägen für junge Muslime für Aufruhr gesorgt. Wer als junger Muslim in Frankreich lebe, solle das Land lieben, "eine Arbeit finden und keinen Slang sprechen", sagte Morano bei einer Diskussionsveranstaltung zur französischen Identität am Montagabend. Außerdem solle er "seine Kappe nicht verkehrtherum aufsetzen".

Der sozialistische Abgeordnete Arnaud Montebourg warf Morano vor, einen Teil ihrer Landsleute "gebrandmarkt" zu haben. Dies sei "aus intellektueller Sicht völlig verurteilenswert", sagte er am Dienstag im Radiosender RMC. Montebourg zog einen Vergleich zwischen Moranos Ausführungen und dem "Verständnis der Volkszugehörigkeit" in den 30er Jahren sowie der damals beginnenden Verfolgung der Juden. "Wie das ausgegangen ist, wissen wir ja".

Die Grünen warfen der konservativen Regierung vor, mit der laufenden landesweiten Debatte über die "nationale Identität" den Rechtsextremen Vorschub zu leisten. "Dieses Spiel kann sich als sehr gefährlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erweisen", warnte die Partei.

In Veranstaltungen quer durch Frankreich lässt die Regierung noch bis Ende Jänner darüber diskutieren, was es für die Teilnehmer bedeutet, Franzose zu sein. Laut Einwanderungsminister Eric Besson soll dies die "nationale Identität festigen und die republikanischen Werte und den Stolz darauf stärken, Franzose zu sein". (APA)

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