Mehr Köpfe, mehr Zitierte

15. Dezember 2009, 19:26
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IST Austria will Anzahl der Wissenschafter aufstocken

2010 startet der Studienbetrieb am Institute of Science and Technology (IST) Austria in Maria Gugging (NÖ). Die Forschungseinrichtung, die keine Grundausbildung anbietet, wird ihre Graduate School eröffnen. Das Doktoratsprogramm widmet sich den beiden derzeit am IST vertretenen Themen "Biologie und Informatik" und wurde international ausgeschrieben, Bewerbungen sind bis 15. Jänner möglich, erklärte IST-Chef Thomas Henzinger vergangenen Montag im Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten in Wien.

"Die meiste Wissenschaft am IST Austria wird nicht von den Professoren, sondern von den Doktoratsstudenten erbracht werden, die etwa die Hälfte des wissenschaftlichen Personals stellen werden", sagte Henzinger. Weil auf jeden der derzeit sieben am IST beschäftigten Professoren ein bis zwei Studenten kommen, erwartet Henzinger rund zehn bis 20 Doktoranden in der Graduate School. Sie werden aus den Bewerbern ausgewählt und vom IST angestellt. Innerhalb von ein bis zwei Jahren müssen sie sich einen Doktorvater und ein Dissertationsthema suchen.

Derzeit sind rund 20 Wissenschafter - Professoren, Postdocs und Doktoranden - aus 13 Nationen am IST beschäftigt, eine Zahl, die laut Henzinger bis Ende kommenden Jahres verdreifacht werden soll. Er rechnet mit rund 40 bis 50 Professoren bis 2016, 30 bis 40 davon Experimental-Wissenschafter und rund 15 Theoretiker.

So bald kein Nobelpreis

"Eindrucksvoller Beweis" für das IST-Prinzip "Wir suchen die besten Köpfe, gleich aus welchem Fach" ist für Henzinger die Tatsache, dass keine einzige der bisherigen sieben Berufungen aus den drei, für den Aufbau eingerichteten Suchkomitees gekommen sei. Und stolz ist der IST-Chef auch, dass durch das Institut die Anzahl der in Österreich arbeitenden, besonders häufig zitierten Wissenschafter von 14 auf 17 gesteigert werden konnte. Die unweigerliche Frage, wann denn der erste Nobelpreisträger aus dem IST hervorgehen werde, beantwortete Henzinger trocken: "Hoffentlich sehr lange nicht." Im Regelfall würden Nobelpreisträger für Leistungen ausgezeichnet, die schon lange zurückliegen. Das bedeute, dass man jemand berufen hätte, dessen interessante Arbeit schon vor längerer Zeit gemacht wurde. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2009)

 

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    IST-Austria-Chef Thomas Henzinger.

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