Abstreiten, beschuldigen, grinsen

15. Dezember 2009, 19:34
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Populismus-Leitfaden für TV-Debatten, vorexerziert von Kärntens BZÖ-Obmann

Kleiner Populismus-Leitfaden für TV-Debatten, paradigmatisch vorexerziert von Kärntens BZÖ-Obmann Uwe Scheuch beim Runden Tisch zur Hypo Alpe Adria am Montagabend:

1) Grinsen: Lokalpatriotisch Verblendete interpretieren das als Überlegenheit. Schamlos grinsen wie der selige Jörgl, dann wird alles gut.

2) So tun, als wäre alles in Ordnung: Der "Tag für Kärnten war ein sehr guter". Fast so gut wie damals, als man die BayernLB übers Ohr gehaut hat. Das Wort Steuergeld besser umschreiben: Die Rettung gelang "mit vereinter Kraft und positiver Energie". Außerdem gibt es jetzt eine "stabile Lösung für die Bank, für den Standort, für die Arbeitsplätze und damit für die Zukunft". Zynismus ist dabei kein Problem. Drohender Jobverlust? "Eine natürliche Fluktuation von Arbeitskräften gab es immer und wird es immer geben."

3) So tun, als hätte man mit allem nichts zu tun: "Unsere Rolle ist eine untergeordnete", und die "permanenten Seitenhiebe" sind gemein, weil die Hypo eh schon "seit fast drei Jahren" bei den Bayern war. Zudem: "Was hat die Landespolitik vom Schlosshotel gehabt? Niemand hat dort geschlafen oder Nutzen daraus gezogen." Schuld sind Finanzkrise und Manager.

4) So tun, als würde man ungerecht behandelt, mit gleichzeitigem Gegenangriff: "Schade, dass der ORF seit 14 Tagen nichts anderes tut, als über dieses Fiasko zu berichten." Weil es "gibt auch andere Banken, die Probleme haben". Überhaupt ist es "nicht fair gegenüber den Kärntnern, es an diesem Kärntner Fallbeispiel festzumachen".

5) Lästig sein. Zwischenrufe! "Aber nicht in Kärnten!" "Ungeheuerlich!" "Das Schlosshotel steht überhaupt nicht leer!"

Und nicht vergessen: schamlos Grinsen wie der selige Jörgl. (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 16.12.2009)

  • Uwe Scheuch.
    foto: orf tv-thek/standard

    Uwe Scheuch.

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