Weniger Budget für psychiatrische Versorgung

15. Dezember 2009, 18:56
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Grüner Pilz kritisiert Budget-Minus bei Psychosozialem Dienst

Wien - Wenn Georg Psota am 1. Jänner 2010 die Leitung des Psychosozialen Dienstes (PSD) übernimmt, dann hat er fast drei Prozent weniger Budget zur Verfügung als sein Vorgänger Stephan Rudas. Mit 16,3 Millionen Euro ist der PSD laut Wirtschaftsplan 2010, der dem Standard vorliegt, dotiert.

Bei der Vorstandssitzung heute, Mittwoch, sollen die Zahlen mit den Stimmen der roten Rathausmehrheit beschlossen werden. Warum die ambulante psychiatrische Versorgung nicht ausgebaut, sondern „krankgespart" wird, das möchte die Gesundheitssprecherin der Grünen, Sigrid Pilz, bei dieser Gelegenheit von der Präsidentin des PSD, Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP), erfahren.

Besonders ärgert Pilz, dass der Verwaltungsaufwand um elf Prozent steigt, während in den Ambulatorien und Tageszentren zum Teil massiv eingespart wird, etwa in Ottakring (minus 17 Prozent) oder Kagran (minus 29,5 Prozent). Gerade durch Rudas' Abgang müsste sich doch der Verwaltungsaufwand reduzieren, meint Pilz, dieser habe schließlich gut verdient - und sich „nur auf seinen Lorbeeren ausgeruht".

Beim PSD führt man das verringerte Budget auf Rückstellungen zurück, die 2009 für Investitionen aufgelöst worden seien. Der Zuschuss der MA 15, der mit 14,4 Millionen Euro auch 2010 den weitaus größten Teil des PSD-Budgets ausmacht, steige aber um 500.000 Euro, betont Geschäftsführer Stefan Brinskele.

Auch für den gestiegenen Verwaltungsaufwand gebe es eine simple Erklärung: „Wir übersiedeln ein Büro vom ersten in den dritten Bezirk. Das verursacht Aufwendungen, amortisiert sich aber durch die geringeren Betriebskosten rasch." Und die Tageszentren? Da werde umgeschichtet, erklärt Brinskele. Insgesamt bleibe die Zahl der Posten aber gleich.
(DER STANDARD Printausgabe, 16.12.2009)

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