Kritik an Ackermann

15. Dezember 2009, 17:45
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Analysten: "Deutsche-Bank-Ziele unrealistisch"

Frankfurt/Zürich - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nimmt noch vor Ende der Finanzkrise wieder Rekordgewinne ins Visier. Der Schweizer stellte Investoren für 2011 ein Ergebnis von zehn Milliarden Euro vor Steuern in Aussicht, das höchste in der Geschichte der Bank. Nahezu zwei Drittel davon sollen aus dem Investmentbanking kommen, in dem die größte deutsche Bank zuletzt vom Aus oder von der Schwäche zahlreicher Konkurrenten profitierte. Bei Finanzmarktexperten stießen die ehrgeizigen Ziele auf Skepsis.

"Alles in allem erwarten wir nicht, dass die Deutsche Bank die Ziele erreichen kann" , resümierte Philipp Häßler vom Analysehaus Equinet.

Von den viel kritisierten Boni will Ackermann indes nicht abrücken. "Das ist unsere DNA. Wir wollen auch in den nächsten Jahren die besten Leute bekommen."

Der bisherige operative Rekordgewinn stammte mit gut sieben Mrd. Euro aus 2007. Für 2008 hatte sich die Bank 8,4 Mrd. Euro vorgenommen, doch die Finanzkrise machte ihr einen Strich durch die Rechnung: Letztlich stand ein Rekordverlust von 5,7 Milliarden Euro vor Steuern zu Buche - vor allem durch das Investmentbanking.

Der deutlich stärker von der Finanzkrise getroffene und vom Staat gestützte Erzrivale UBS hat sich ein vergleichbar hohes Ziel gesetzt: In drei bis fünf Jahren will die Schweizer Großbank einen Vorsteuergewinn von 15 Mrd. Franken (9,9 Mrd. Euro) schreiben.

UBS verzichtet auf Klage

Am Dienstag wurde bekannt, dass UBS auf Klagen gegen frühere Top-Manager wegen der Milliardenverluste mit US-Ramschhypotheken und der Verfehlungen im US-Vermögensverwaltungsgeschäft verzichtet. Der Verwaltungsrat habe keine Hinweise auf individuelle strafrechtliche Vergehen von ehemaligen Führungskräften gemäß Schweizer Recht gefunden.

Ebenso fehlten Hinweise, dass diese zum Schaden der UBS persönliche Interessen verfolgt hätten. Deshalb unternehme der Verwaltungsrat keine strafrechtlichen Schritte, teilte das Institut mit. Auch von zivilrechtlichen Klagen auf Basis der Organhaftpflicht oder anderer Grundlagen sehe die Bank ab. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2009)

 

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