Konkursrisiko trotz Treuhandservice

15. Dezember 2009, 18:59
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Für einen vorauszahlungspflichtigen Käufer besteht bei Internet-Auktionen ein erhebliches Risiko. Dieses erlebte ein Konsument, der 9611 Euro für ein Kombi-Heizsystem abschreiben muss, nachdem der Verkäufer nach Überweisung des Kaufpreises und vor Lieferung des Heizsystems in Konkurs ging.

Zuerst die Überweisung und erst danach die Versendung der Ware ist laut Entscheidung des Obers-ten Gerichtshofs (2Ob137/08y vom 16. 4. 2009) bei Internet-Auktionen mittlerweile gefestigte Verkehrssitte. Zur Verringerung dieses Risikos bieten manche Plattformbetreiber wie Ebay ein Treuhandservice an. Erst nach Bestätigung des Käufers, dass er die Ware erhalten hat, zahlt diesfalls der Plattformbetreiber den Kaufpreis aus. Das konsumentenfreundliche Zug-um-Zug-Prinzip bleibt damit gewahrt.

Dennoch bleibt Vorsicht geboten. Die Auktionsbestimmung, dass der Kaufpreis nicht an den Verkäufer, sondern an den Plattformbetreiber zu überweisen ist, reicht laut der zitierten OGH-Entscheidung für eine Haftung des Plattformbetreibers noch nicht aus. Nur wenn in den Auktionsbestimmungen zusätzlich geregelt ist, dass der Plattformbetreiber eine Treuhandschaft im Interesse des Käufers übernimmt, kann sich der Käufer am Plattformbetreiber - anders als im entschiedenen Fall - schadlos halten. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2009)

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