Mit Wärme dem Glatteis trotzen

16. Dezember 2009, 17:09
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    foto: apa/dpa/oliver berg

    Auf Brücken die über Wasser führen bildet sich schnell Glatteis, weil diese ständig von feuchter, kalter Luft umgeben sind.

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    foto: apa/dpa/peter förster

    Neue Erkenntnisse für den Brückenbau: Rohre in der Asphaltdecke, durch die warmes Wasser gepumpt wird.

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    foto: landesbetrieb straßenbau und verkehr lübeck

    Modell der im Bau befindlichen Brücke in Lübeck, an der erstmals das neue System gegen Glatteis miteingebaut wird.

Wissenschafter aus München haben ein System entwickelt, das Brücken vor dem Vereisen schützt: Sie pumpen warmes Wasser durch den Asphalt

Wenn man im Winter über eine Brücke fährt, ist Vorsicht geboten, weil sich Glatteis dort schneller bildet als auf herkömmlichen Straßen. Wissenschafter der Universität der Bundeswehr München haben nun ein System entwickelt, das die Bildung von Glatteis auf Brücken verhindert.

Schuld ist die feuchte, kalte Luft

Auf Brücken über Wasserläufen kann sich Glatteis sehr schnell bilden, weil diese ständig von feuchter, kalter Luft umgeben sind. Aus diesem Grund kann die Brückenoberfläche bereits gefrieren, während die vor und hinter der Brücke liegenden Bereiche problemlos befahrbar sind.

Die Idee der Forscher beruht darauf, Wärme gegen die Bildung von Glatteis einzuseten: In die Asphaltdecke einer Brücke werden Kunststoffrohre integriert, durch die in einem geschlossenen Kreislauf warmes Wasser gepumpt wird. Das Ergebnis: Die Brückenoberfläche vereist nicht, die Unfallgefahr sinkt. "Durch die gute Leitfähigkeit des Asphalts wird schon bei Wassertemperaturen von zehn bis zwölf Grad Celsius die Vereisung der Brückenoberfläche verhindert", erklärt Entwickler Ingbert Mangerig vom Institut für Konstruktiven Ingenieurbau.

Der richtige Zeitpunkt

Wichtig ist in diesem Zusammenhang der richtige Zeitpunkt: Die Wetterdaten müssen in den Tagen zuvor analysiert und richtig interpretiert werden, weil Glatteis meist schnell auftritt. "Für eine Vorhersage steht uns eine umfangreiche Klimadatenbank zur Verfügung die wir statistisch auswerten. Wenn die Zeichen dann auf Glatteis stehen, aktivieren wir den Wasserkreislauf", erklärt Mangerig.

Sommerwärme im Winter nutzen

Im Winter wird jene Wärme verwendet, die während des Sommers im Untergrund gespeichert wird: Wenn es heißt ist, erhitzt sich der Asphaltaufbau auf über 60 Grad Celsius. Die Wärme, die im Sommer der Brückenfahrbahn entzogen wird, wird in Tiefen bis zu 250 Meter mit Hilfe von Erdwärmesonden gespeichert und für den Winter "aufgehoben". Durch den Wärmeenzug im Sommer entstehen in der Fahrbahn außerdem weniger Spurrillen.

Erste Brücke im Bau
Nachdem die Tests auf einer Versuchsbrücke erfolgreich abschlossen wurde, wird das System erstmals an einer im Bau befindlichen Brücke am deutschen Elbe-Lübeck-Kanal angewandt. Sie geht voraussichtlich Mitte 2010 in Betrieb. Für die Wissenschaftler ist durchaus denkbar, dass das neue System auch bei Bahnsteigen, Treppen und Landebahnen eingesetzt wird. (red, derStandard.at, 16.12.2009)

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Posting 1 bis 25 von 43
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Hupfauf
00
14.1.2010, 07:26
Na, so neu ist diese Idee auch wieder nicht ...

Am Thunersee in der Schweiz ringeln sich in der Deckschicht einer »kritischen« Brücke schon seit 1994 Edelstahlrohre. Im Sommer wird im Asphalt Wasser aufgeheizt und in einen Felsspeicher gepumpt, wo die darin enthaltene Energie über Wärmetauscher gespeichert wird. Im Winter geht es anders herum. Bei Temperaturen unter drei Grad wird die Brücke geheizt. Sie ist den ganzen Winter über schnee- und eisfrei. Die »Sonnenenergie-Rückgewinnung aus Straßenoberflächen« (SERSO) funktioniert, hat aber einen Nachteil: Sie ist teuer. Die Pilotanlage hat über drei Millionen Euro gekostet.

Woodpecker
00
29.12.2009, 22:24
Fußbodenheizung für Brücken

klingt nach guter Idee, insbesondere wenn zumindest teilweise die Hitze des Sommers dazu genützt werden kann.
Was ich allerdings fürchte sind mehr Brückenbaustellen, wenn nämlich die Kunststoffrohre doch mal brüchig werden (Weichmacher schon ausgewaschen ins Erdreich) und die vielen Schwerlaster dann doch mal ein Rohr rissig vibrieren ...

Werner Engel
00
11.1.2010, 10:37
Metall statt Kunststoff ...

... weil es durchaus schwierig ist ein Kunststoffrohr in heissen flüssigen Asphalt zu verlegen, gibt es dafür ein Cuprotherm Kupfer Rohr. Das ist speziell dafür gemacht, aber sicher etwas teurer. Wir werden sehen, welches Rohr dann im Endeffekt wirklich verlegt wird ;-))

Hans Fuchs1
21
21.12.2009, 12:45
wie unzeitgemäß

erstens finde ich, dass diese erfindung lächerlich ist und obendrein ist es unzeitgemäß energie derart zu vergeuden…

acca acca
01
14.1.2010, 16:18

welche energie? Die Sonnenenergie gibts zu hauf, da wird nichts vergeudet

Hans Fuchs1
00
27.1.2010, 20:06

nun ja, wir haben keineswegs energie zu hauf. me wäre die gewonnene energie woanders besser zu gebrauchen…

immer einmal mehr als wie du
00
18.1.2010, 15:42
Pumpenergie

... wenn's nix kosten würde bräuchte man auch keine Vorausplanung.

Einschalten und gut iss...

1600
00
18.12.2009, 17:20

Der Post brennte wohl zu sehr unter den Nägeln?
Vielleicht vorlesen lassen...

Xophia
00
18.12.2009, 16:56
Bei mir funkt das prima, wenn die Nachbarn einen Stock tiefer brav heizen!

Xophia
00
18.12.2009, 16:53
Ist diese Methode am Standesamt einzutragen?

Es ist ja alles zu bewilligen, oder?

Peter_23
90
17.12.2009, 17:54
Oh, welch grossartige Idee

Und das warme Wasser wird durch Verbrennen von fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas oder Kohle gewonnen. Und das alles im Sinne der CO2-Reduktion und dem ach so notwendigen "Klimaschutz".

Also, eine wirklich innovative Idee.

Reblaus
06
18.12.2009, 09:21
Wie haben Sie schreiben gelernt

ohne lesen zu können?

immer einmal mehr als wie du
10
18.1.2010, 15:44
... blöde Frage :-)

wenn man zu Ende denkt

Klaus Botschen
00
17.12.2009, 18:49
quatsch.

steht doch im artikel: die wärme wird im sommer in 250m tiefe gespeichert. sowas ist ja auch für häuser machbar.

unangenehm
07
17.12.2009, 17:50
bravo

"Die Idee der Forscher beruht darauf, Wärme gegen die Bildung von Glatteis" einzusetzen. Genial!

Wappen hea
11
17.12.2009, 17:02
man glaubt es kaum

da gibt es Firmen, die das seit Jahren verlegen und umsetzen und in Deutschland hamms das auch schon geschafft.

Die WU in Wien hat es seit über 10 Jahren (ohne Erdspeicher, sonst wär's am Bahnhof naß).
Viele Firmen halten sich so ihre Auf- und Einfahrten eisfrei.

... und sogar ich halte mir meinen Badezimmerboden so des Winters eisfrei (detto ohne Erdspeicher, meinen Nachbarn drunter zu liebe).

A Wahnsinn diese Innovationen. Bald erfinden's auch noch Strom aus der Steckdose.

Sogenet
00
17.12.2009, 16:41
Also ich habe entdeckt, das man mit Wärme der Kälte trotzen kann!

Wärme ist einfach wunderbar und universell einsetzbar!

Wenn wir gemeinsam fest nachdenken, fallen uns vielleicht noch mehr praktische Anwendungen ein.

Extrabreit
00
11.2.2010, 12:30
Und wenn ein bisschen Wärme über bleibt,

am besten gleich einfrieren für später ;-)

Hufschmied
31
17.12.2009, 10:41
Genial,


was bei den Trinkgelagen in der Offiziersmesse so rauskommt - weitermachen Kameraden - vielleicht wird bei der nächsten Sauferei das Rad erfunden.

Clint Ostwood
014
17.12.2009, 09:05

oh, wurde die fussbodenheizung neu erfunden? da schau her.

Anti-mens
01
17.12.2009, 08:43
mein konstruktionsvorschlag:

um nicht eine sehr teure anlage zu installieren, bei brückenpfeilern einen laufrad mit generator installieren, der den strom erzeugt, wassser aus dem fluss zu pumpen und auf die erforderlichen grade zu temperieren.

läuft das das ganze jahr durch wird im hochsommer die fahrbahn zusätzlich gekühlt, was asphaltschäden durch sonnen- und fahrzeugeinwirkung erheblich reduziert. somit wären die installationskosten bald amortisiert.

krieg ich darauf jetzt ein verfahrenspatent??????

Dark Funeral
 
00
17.12.2009, 11:46
Nein

da sie mit diesem Post die Neuheit der Erfindung zerstört haben...

rich art
04
17.12.2009, 01:24
Gibt es bereits - u.a. auch in Wien

Die Idee der Freiflächenheizungen ist wirklich bereits sehr alt. Umgesetzt wurden bereits einige Projekte in vielen Ländern, so auch in Wien: Die Kraftwerksinsel Freudenau ist über eine beheizte Brücke erreichbar - dort werden die Leitungen im Asphalt aus KW-Abwärme gespeist.
Die Ingenieurleistung bei diesen Projekten ist die Praktikabilität sowohl in der Errichtung (Material, Arbeitsablauf,...) als auch im Betrieb (angesprochene Steuerung auf Basis von Wetterdaten).
Erdwärme für Brücken-/Straßeneisfreihaltung gibt es schon in USA, CH, ...
Wen's interessiert: VDM-Verlag, 2008, "Wärmestrom bei Freiflächenheizungen: Eisfreihaltung von Verkehrsflächen - Untersuchung des Wärmestromverhaltens von Freiflächenheizungen" ISBN-13: 978-3836488211

robert rittersmann
10
17.12.2009, 07:49

im Text steht ja auch "...ein System entwickelt" und nicht " . das erste und einzigartige System ....".

Hausverstandshasser
00
17.12.2009, 20:09
Ganz oben

steht 'Innovation' - die Kritik dürfte damit zusammen hängen ;)

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