Zusammenstöße in Srinagar

15. Dezember 2009, 15:43
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Polizeieinsatz gegen Protestierende - Streik gegen Polizeiuntersuchung

Srinagar -  Im indischen Teil von Kaschmir ist es am Dienstag zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. In der 1730 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Sommerhauptstadt Srinagar setzte die Polizei Tränengas und Schlagstöcke gegen Demonstranten ein, die ihrerseits Steine warfen. Auslöser war eine Untersuchung des indischen Bundeskriminalamts (CBI). Danach waren zwei im vergangenen Mai in einem Kanal in dem Ort Shopian tot aufgefundene Frauen ertrunken und nicht vergewaltigt und ermordet worden, wie es ihre Familien behauptet hatten.

Das CBI entastete vier Polizisten, die unter dem Vorwurf festgenommen worden waren, Beweise vernichtet zu haben. Geschäfte in Srinagar blieben am Dienstag nach einem Streikaufruf geschlossen, das öffentliche Leben kam zum Stillstand.

Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um das geteilte Kaschmir. Ein seit Ende 2003 geltender Waffenstillstand schließt die muslimischen Extremisten nicht ein. Als Großbritannien 1947 den Subkontinent in die Unabhängigkeit entließ und mehrheitlich muslimisch besiedelte Gebiete den neuen Staat Pakistan bildeten, optierte der Maharadscha von Kaschmir, Hari Singh, selbst ein Sikh, für den Beitritt seines Fürstentums mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung zur Indischen Union. Rund 60 Prozent der Fläche kamen zu Indien (1957 wurde der Unionsstaat "Jammu und Kaschmir" geschaffen), während der nordwestliche Teil als "Azad Kaschmir" (Freies Kaschmir) unter pakistanische Verwaltung gestellt wurde. Die Grenze bildet die Waffenstillstandslinie von 1949. Sie ist 750 Kilometer lang und steht unter UNO-Kontrolle. (APA)

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