Volksbank-Chef erwägt Partnersuche

15. Dezember 2009, 18:29

Gerald Wenzel dementiert Bedarf an weiterer Staatshilfe - Hypo-Verstaatlichung löst Dikussion über Aufsicht aus

Die Notverstaatlichung der Kärntner Hypo hat nun auch die Probleme der Österreichischen Volksbanken AG(ÖVAG) wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Umso mehr, als ein Brief der Chefs der Banken-ÖIAG (Fimbag), Klaus Liebscher und Adolf Wala, an Finanzminister Josef Pröll diesen vor "einer besorgniserregenden Entwicklung" auch bei der ÖVAG warnt. Ein Bericht der Presse, wonach die ÖVAG auf "einer Beobachtungsliste" der Bankenaufseher stehe, wurde von allen Seiten dementiert.

Unabhängig davon hat die Bank, die bereits eine Milliarde Partizipationskapital vom Staat bekommen hat und die Zinsen dafür weder heuer noch nächstes Jahr bedienen kann, weiterhin Probleme. Die Bilanz 2009 wird tiefrot ausfallen, von einem Verlust bis zu einer Milliarde Euro ist die Rede. ÖVAG-Chef Gerald Wenzel bestätigte am Dienstag, dass man in der Bilanz 2009 "tabula rasa" mache.

Die von ihm angekündigte Kapitalerhöhung von 400 Mio. Euro stößt bei manchen Eigentümern auf Missfallen. Deutsche DZ-Gruppe, Ergo-Versicherung und die Raiffeisen Zentralbank wollen aus heutiger Sicht nicht mitziehen. Zur Erinnerung: Die Mehrheit (58 Prozent) gehört den "kleinen" Volksbanken.

Die "Stand-alone-Lösung" , die die Bank bisher angepeilt hatte, wackelt aber wie berichtet immer mehr. Das bestätigte am Dienstag auch Wenzel, "die Hereinnahme eines Partners ist eine Option" . Eine gerüchtehalber bevorstehende neuerliche Bundeshilfe oder Teilverstaatlichung kommen laut seiner Aussage allerdings "in keinem Szenario" vor.

Stichwort Szenario: Zwar hat der ÖVAG-Aufsichtsrat vorige Woche grünes Licht für den sektorinternen Verkauf von fünf Banken gegeben - das Gesamtkonzept für die Zukunft der Bank ist aber noch ausständig. Auf ein solches Konzept, das mit Beratern erarbeitet wird, wartet man im Finanzministerium ebenso wie in Deutschland. Man werde nicht zulassen, das auf Zeit gespielt wird, hieß es.

International hat die ÖVAG am Dienstag hohe Wellen geschlagen: Ein ausländischer Info-Kanal hatte fälschlicherweise gemeldet, dass die 20 Milliarden Abschreibungen, die Österreichs Banken bei einem Wirtschaftsabschwung drohen könnten, auf die ÖVAG allein entfallen könnten. "Bei uns ist deswegen die Hölle los" , konstatierte Wenzel.

Was systemrelevante Banken betrifft, so müsse man laut Willibald Cernko, Generaldirektor der Bank Austria, auch überlegen, wie diese aus dem Markt genommen werden können. Er regt die Erstellung eines "Banken-Testamentes" an. Darin sollen mit Eigentümern Szenarien und Prozedere für Entkonsolidierungen festgemacht werden.

Im EU-Parlament sagte der mit Finanzmarktaufsicht befasste Abgeordnete Othmar Karas (VP), die Vorkommnisse bei der Hypo zeigten beispielhaft, dass es an Prüfkompetenzen fehle, national wie auf europäischer Ebene. Der Vorschlag des EU-Ministerrates für ein neues System der Aufsicht sei nicht ausreichend.

Indes wies Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer jegliche Schuld von sich. "Bankgeschäfte sind immer Risikogeschäfte." Dass er ein zu hohes Risiko genommen hätte, bestritt er in einem ORF-Interview. (gra, bpf, tom, DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2009)

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Posting 1 bis 25 von 40
1 2
2ndopinion
00
16.12.2009, 15:29
Apropos systemrelevante Banken: warum leistet sich Österreich den Luxus von 6 systemrelevanten Banken,

die im Notfall vom ohnmächtigen Steuerzahler aufgefangen werden dürfen, während der Bankenplatz Schweiz mit 2 Banken das Auslangen findet?

exilkaerntner
00
17.12.2009, 12:59
äh!

die 2 banken, wenigstens eine davon, hat einige troubles gehabt. und die schweiz kann froh sein dass es nur bei einer bank ubs gemacht hat.
ausserdem würde ich ihnen mal anraten mal zu schauen, wie groß diese beiden banken sind!

Millionendieb Vranz
00
16.12.2009, 14:57
Für ne Million berat ich Euch zur Euro-Einführung in österreich

hab eh schon lange keine Million mehr bekommen. Habe ein paar Telefonate mit (Golf-) Experten geführt. Nehmts das geld halt von den Sparbüchern kleiner roter Schnorrer, was fangen die damit schon an? A Golfset kaufen? Um 7.000 Euro? ua ha ha ha ha haaaaah ha ha

Euer Bundes-Vrantz

Def. Izit
11
16.12.2009, 12:39
So aus dem Hintergrund geflüstert


Das Thema Österreichs Banken beschäftigt schon halb Europa. Hinter vorgehaltener Hand wird von einem "BankenGriechenland" gesprochen.

Kommt aber ein "AMI" daher und spricht von unbekannten Leichen, heulen unsere Politik und Wirtschaft auf (Dick & Doof, Mr. Bean, ...).

Zuletzt blöde Frage: Warum war Trichet während der HGAA Lösung ständig eingebunden? Weils eh "wurscht" ist? Weil keine Gefahr für den € bestand? Weil ...?

so ises
00
16.12.2009, 12:00
Die Bankbosse wissen genau

sie können machen wasimmer sie wollen.

Am Ende kommt ehh der Staat und bringt die benötigten Milliarden. Was soll das geblabber...

Bei der Hypo hat man auch lange herumgeredet obwohl ehh klar war das der Staat die benötigten Milliarden hineinschmeissen wird. So wird es auch hier sein.

Mit den Banken ist es wie im Kasino:
Ich setze auf Rot - und wenn Rot kommt gewinne ich. Wenn Schwarz kommt dann übernimmt der Staat die Schulden. Und es geht zur nächsten Runde...

digression
02
16.12.2009, 11:07
Heiße Luft

Es ist zu befürchten, daß hier HGAA II droht. Daß es so weit kommen wird, ist eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich. Hier erhebt sich neuerlich die Frage: Wo war und ist die FMA und die Politik?

Krisengeschüttelter
00
16.12.2009, 15:26

Hier werden sich aber die Eigentümer, vor allem die Haupteigentümer - die regionalen Volksbanken - nicht so leicht aus der Affäre ziehen können, wie die Bayern-LB.

Alleine schon aus Reputationsgründen werden die Volksbanken an die ÖVAG das benötigte Kapital überweisen müssen, bevor man eine Verstaatlichung in Kauf nimmt.

locken
42
16.12.2009, 09:53
Die Volksbank zahlt keine Zinsen zurück,Kreditnehmer zahlt auch keine Zinsen mehr an die Volksbank gleiches Recht für ALLE.

Muhu
 
01
16.12.2009, 11:18
Birnen und Äpfel

Es ist das Wesen von Partizipationskapital, dass Zinsen nur gezahlt werden (DÜRFEN!), wenn die Bank Gewinne schreibt. Partizipationskapital ist kein Kredit. Ein Kredit hätte auch nichts gebracht, da das Fremdkapital wäre, die Bank aber Eigenkapital brauchte.

che_guevara2
10
16.12.2009, 09:37

da die österreichsichen banken im ausland eher schlecht da stehen wird eine partnersuche sehr sehr schwer werden...

und einen österreichischen partner wirds wohl aus geldmangel nicht geben...

Ignatius von Stein
02
16.12.2009, 08:38
....

Ich erkläre mich hiermit zu einer "Systemrelevanten" Person Österreichs.

a number only
00
16.12.2009, 11:38

Verhandeln Sie schon mit Pröll? Oder erst wieder am Wochenende möglich?

Immergscheitdaherreden
00
16.12.2009, 06:10
JUHU - DEN ÖSTERREICHERN GEHÖRT BALD DIE NÄCHSTE BANK

also wenn das so weitergeht, dann freut euch. Wir können uns bald alle zurücklehnen und auf die jährliche Dividende warten :-)

Walter Scholz
04
15.12.2009, 23:00
Pröll & Co - Die Machertypen

Mit hochgekrempelten Ärmeln schieben Proll & Co den Totenkarren vor sich her. Ihr Ruf hallt durch die finstere Republik: Bringt Eure Toten raus.
Eben haben sie die halbverweste Hypo aufgeladen (erstanden zum Sensationspreis von 1 Euro, Entsorgungskosten nicht einmal abschätzbar), da bringt man ihnen schon das nächste Sonderangebot: die röchelnde Volksbank.
Bedeutende Leichen werden hierzulande nämlich erstklassig versorgt. Ein Akt der puren Menschlichkeit: wir überlassen keinen großen Kadaver seinem Schicksal.
Lediglich die einfachen, kleinen Lebenden müssen sich ein wenig vorsehen: Werdet nur nicht krank. Ihr könntet Euren Job verlieren. Und womit sollen dann unsere wackeren Macher die nächste Leiche einbalsamieren?

ich finde keinen namen
02
15.12.2009, 22:56
je dümmer das volk desto

leichter kann politik dieses knechten.

something in the air
00
15.12.2009, 21:25
also da blechen wir doch gerne - volks.bank!

Vaclav Vlc
02
15.12.2009, 20:21
lippen spitz und pfeif

ich nehme an, dass spätestens in drei monaten der teufel los sein wird.

Vaclav Vlc
01
15.12.2009, 20:16
wohl ein witz

"...Im EU-Parlament sagte der mit Finanzmarktaufsicht befasste Abgeordnete Othmar Karas (VP), die Vorkommnisse bei der Hypo zeigten beispielhaft, dass es an Prüfkompetenzen fehle..."

Ehemaliger ösi
04
15.12.2009, 18:48
...nicht mehr imstande, ihre Zinsen zu bezahlen...


...eigentlich dachte man, die schaffens noch bis ins nächste Quartal, aber jetzt scheints doch noch vor Weihnachten so weit zu sein.

"dass die Hereinnahme eines Partners "eine Option" ist. "
Wolkenkuckucksheime...Glauben die, daß nach dem HGAA-Betrug noch irgendein ausländischer Investor bereit ist hier auch nur einen Cent reinzustecken ?
Und in Ö selbst hätte nur Raiffeisen diie Möglichkeit, aber die scheinen seit Sonntag auch stehend KO zu sein.
Fazit: die nächste Verstaatlichung...und wahrscheinlich wieder nicht nur "teilweise".

locken
03
16.12.2009, 09:55
Ist der Herr Konrad abgetaucht,NUR ÜBER MEINE LEICHE sagte ER

amergut
11
15.12.2009, 17:53
die Volksbanken Österreichs ...

... flöttln doch schon seit jahrzehnten?

Die Kontrolle am Finanzsektor liegt im Argen - offenbar "arbeiten" die Aufseher intensiv daran, dass außer den horrenden Gagen an korrupte "Manager" nichts mehr sicher ist, in Österreichs Banken, stört weder FMA noch NB / ob da nicht ein Virus verbeitet wird?

Dalien
 
43
15.12.2009, 17:18
Die Erste oder die Volksbank werden die Nächsten sein

In den Bilanzen liegt nur Junk...

Die Nationalbank deckt`s noch zu...

GRohnePunkte
21
15.12.2009, 16:46
Na ja, wer Flügel mit V schreibt der darf sich über gar nix wundern

Aber die Bankenlandschaft wird und muss sich radikal verändern. Cerberus will angeblich die BAWAG loswerden, Unicredit will angeblich die BA loswerden, RAIKA is angeschlagen, Hypo und ÖVAG sind groggy, die Sparkassen wanken.

In zwei Jahren wird es nur mehr 2, maximal 3 Banken in Österreich geben. Wahrscheinlichstes Szenario wird wohl sein BA+BAWAG verschmolzen, Hypos+Sparkassen, Raika+ÖVAG, eventuell noch konsequenter: BA+BAWAG+Sparkassen auf der einen und Raika+ÖVAG+Hypos auf der anderen Seite. Mal sehen.

Immergscheitdaherreden
01
16.12.2009, 06:13

OHNE die BA mit ihrem ostgeschäft hätte die Unicredit letztes jahr negativ abgeschlossen. Bilanz mal anschauen

GRohnePunkte
01
16.12.2009, 10:32
Genau das ist ja des Pudels Kern

Die Unicredit behält sich das Ostgeschäft natürlich, aber das österr. Kundengeschäft bleibt der BA und dieser Teil soll verkauft werden. Dann ist die BA aber zu klein um überhaupt zu sitzen und wird mit einer anderen Bank, die ein Investore unbedingt verkaufen will, verschmolzen. Möglicherweise kommt im Zuge dessen noch eine dritte, knieweiche Bank dazu. Glauben Sie mir, diese Szenarien kreisen schon seit geraumer Zeit durch die Köpfe der entsprechenden Verantwortlichen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird darüber entschieden werden, eher früher als später.

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