Forschung leidet unter der Krise

15. Dezember 2009, 15:07
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F&EAufwendungen und Risikokapital zählen zu den ersten Ausgaben, die in wirtschaftlich angespannten Zeiten gestrichen werden

Wien - Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Risikokapital zählen zu den ersten Ausgaben, die in wirtschaftlich angespannten Zeiten gestrichen werden. Das hat sich in der aktuellen Krise wieder einmal bestätigt: Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten "Wissenschafts-, Technologie- und Innovations-Bericht 2009" der OECD hervorgeht, haben etwa die an der New Yorker Börse gehandelten Unternehmen im ersten Quartal 2009 ihre F&E-Ausgaben um sieben Prozent reduziert, die Risikoinvestments in den USA sind in den ersten drei Monaten um 60 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2008 zurückgegangen.

Mit Aufwendungen von 17,3 Mrd. Dollar für Risikokapital waren die USA 2008 das mit großem Abstand führende OECD-Land, gefolgt von Großbritannien mit 4,5 Mrd. Dollar. Misst man die Risikoinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), führt allerdings Dänemark (0,3 Prozent) vor Finnland (0,2). In Österreich konnte durch die Krise in diesem Bereich nicht mehr viel wegbrechen: mit Risikokapital in Höhe von 113 Mio. Dollar bzw. 0,036 Prozent am BIP rangiert das Land an sechstletzter Stelle der OECD-Staaten.

Im OECD-Schnitt ist die Wirtschaft für fast zwei Drittel (64,5 Prozent) der gesamten F&E-Aufwendungen verantwortlich, knapp ein Drittel (27,8 Prozent) kommen von der öffentlichen Hand (Daten 2007). In Österreich ist man von diesen angestrebten Werten allerdings noch weit entfernt: hier kommen 47,7 Prozent von den Unternehmen, und 35,6 Prozent von der öffentlichen Hand. OECD-Meister ist Österreich hingegen beim Anteil der Unternehmensausgaben für F&E, die aus dem Ausland kommen: 23,9 Prozent bedeuten die erste Stelle aller OECD-Länder.

Die österreichische Wirtschaft hat im Zeitraum 1998 bis 2007 mit einem Wachstum der F&E-Aufwendungen von durchschnittlich 7,9 Prozent pro Jahr überdurchschnittlich aufgeholt (OECD-Schnitt: plus 3,8 Prozent). Im Gegensatz dazu sind laut OECD-Science, Technology and Industry Scoreboard die F&E-Aufwendungen der öffentlichen Hand in Österreich zwischen 1998 und 2008 mit 3,15 Prozent weniger stark gestiegen als der OECD-Schnitt (3,82 Prozent).(APA)

 

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