2008 einsam an der Spitze - Rektorat an Donau-Uni kostete Steuerzahler 2007 mehr als Bundeskanzler
Wien - Die Uni-Räte an der Medizin-Uni Innsbruck ließen sich
ihre Tätigkeit im Jahr 2008 im Schnitt mit je 29.500 Euro vergüten.
Damit liegen sie laut Einkommensbericht des Rechnungshofs (RH) im
Uni-Bereich unangefochten auf Platz eins. Im Schnitt wendeten die
Universitäten 8.700 Euro pro Uni-Rat auf - am wenigsten kassierten
die Räte an der Technischen Universität (TU) Wien mit
durchschnittlich je 2.400 Euro.
Am zweitlukrativsten war die Rats-Tätigkeit an der Musik-Uni Wien.
Dort erhielten die Mitglieder 2008 im Schnitt 17.100 Euro für ihre
Tätigkeit, auf Platz drei liegt die Medizin-Uni Wien (MUW) mit je
15.300 Euro. Immerhin konnte die MUW ihre Aufwendungen für die Räte
gegenüber dem Jahr 2007 aber halbieren, während sich die Kollegen in
Innsbruck gegenüber 2007 das Doppelte gönnten.
Schnitt steigt an
Zum Vergleich die Kosten der großen Unis: Die Räte an der Uni Wien
kassierten im Schnitt 7.700 Euro, an der Wirtschaftsuni (WU) je 4.100
Euro und an der Uni Graz je 5.100 Euro. Insgesamt sind die Kosten für
die Uni-Räte in den vergangenen Jahren gestiegen: Verdienten sie 2004
im Schnitt noch je 6.800 Euro, waren es 2007 bereits 7.300 Euro und
2008 8.700 Euro.
Bei den Uni-Chefs verdienten die sechs Mitglieder des Rektorats
der TU Wien 2008 am besten: Sie erhielten im Schnitt je 198.100 Euro.
Auf Platz zwei folgten die fünf Kollegen der Uni Wien mit je 183.300
Euro, auf Platz drei das vierköpfige Rektorat der WU mit je 173.900
Euro. Am billigsten gaben es die vier Rektorats-Mitglieder der Uni
Salzburg mit einem durchschnittlichen Verdienst von je 79.000 Euro.
Durchschnittlich verdienten die Rektoratsmitglieder 2008 übrigens
134.700 Euro. Das ist ein starker Zuwachs gegenüber 2004, als sie
sich noch mit je 94.300 Euro pro Jahr begnügen mussten.
Donau-Uni im Spitzenfeld
Eine Gehalts-Spitzenleistung hat die Donau-Uni Krems (DUK) 2007
erbracht: Als einzige Uni scheint sie in der Liste jener
Einrichtungen auf, für deren Chefs im Schnitt mehr Gehalt aufgewendet
wurde als für den Bundeskanzler. Die DUK-Rektoren kassierten 2007 im
Schnitt 292.000 Euro (Bundeskanzler: 278.800) - darin enthalten sind
allerdings die Kündigungsentschädigungen für zwei
Rektoratsmitglieder. Im Vorjahr kamen die DUK-Rektoren dann nur mehr
auf im Schnitt je 156.100 Euro - in der Uni-Rangliste trotzdem noch
ein Platz im Spitzenfeld.
Der RH erstellt alle zwei Jahre einen Einkommensbericht für
Einrichtungen im Bereich der öffentlichen Wirtschaft des Bundes, zu
denen auch die Universitäten gezählt werden. Im Bericht wird u.a. die
Zahl der Uni-Räte, Rektoren und weiterer Beschäftigte an den 21
österreichischen Universitäten und der Universität für Weiterbildung
in Krems erhoben und die durchschnittlichen Jahreseinkommen
einschließlich aller Sozial- und Sachleistungen für die Jahre 2007
und 2008 aufgelistet. (APA)