Glatte Niederlage gegen Frankreich

15. Dezember 2009, 18:39
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Ausgelaugte Österreicherinnen nach 20:35 gegen Ungarn trotzdem um bestes Abschneiden seit 2002

Yangzhou - Österreichs bisher so wacker kämpfende Handball-Auswahl sind im siebenten Spiel zur 19. Frauen-WM in China Kraft und Konzentration ausgegangen. Die Truppe von Teamchef Herbert Müller musste sich am Dienstag in Yangzhou Frankreich deutlich 20:35 (12:19) geschlagen geben. Die Österreicherinnen spielen nun am Donnerstag in Suzhou (09.00 Uhr MEZ) als Fünfter des Pools I gegen Ungarn um den neunten Endrang. Die Französinnen stiegen ins Halbfinale auf.

Gelingt zum Ausklang der vierte Sieg im achten WM-Spiel, würde Österreich so gut wie schon lange nicht abschneiden. Den neunten Platz in einem großen Turnier hat es zuletzt 2002 bei der EM-Endrunde in Dänemark gegeben, die Qualifikation für die Hauptrunde der besten Zwölf wurde zuletzt 2006 bei der EM in Schweden geschafft.

Gegner in allen Belangen dominant

Gegen die aggressiveren Französinnen standen die Österreicherinnen, deren fünfter Platz in der Gruppe I schon vorher durch den im Finish fixierten deutschen Sieg (25:21) gegen Angola festgestanden war, auf verlorenem Posten. Der Gegner war in allen Belangen dominant und nützte gegen die statisch wirkende österreichische Deckung fast jede Chance eiskalt aus. Nur in der Anfangsphase konnte das Team mitzuhalten, da lag frau sogar 3:1 in Führung.

Und nach dem Ausgleich musste Müller Stephanie Subke-Ofenböck wegen einer Knieblessur schonen. "Sie schleppt das schon zwei Spiele mit, aber ich wollte, dass die Jungen mit ihr zu Beginn Sicherheit finden. Nach ihrem Ausscheiden war mein junges Team überfordert, fehlte eine Führungsspielerin, war dann alles zu sehr auf Simona Spiridon und Katrin Engel zugeschnitten", sagte Müller.

"Wir haben gefightet und wieder viel gelernt"

Nach dem Ausgeich zum 3:3 (6.) übernahm Frankreich immer mehr das Kommando und die Führung (8.), die es bis zur Schlusssirene kontinuierlich, sogar bis auf plus 16 Tore, ausbaute. "Wir müssen die Partie trotzdem positiv sehen, wir haben gefightet und wieder viel gelernt. Klar machte sich der Kräfteverschleiß bei Spitzenteams nicht so bemerkbar wie bei uns, weil wir eine lange Turnierphase noch nicht so gewohnt sind", meinte der Teamchef. Ob Subke gegen die Ungarinnen um Platz neun einsatzbereit ist, wird der Teamarzt mitentscheiden. "Die Ungarinnen sind haushoher Favorit, alles andere als ein Erfolg von ihnen wäre eine Überraschung", so Müller. Unter den ersten Zehn zu landen, sei schon sensationell für Österreich.

Trotz der deutlichen Niederlage gab es Positives aus der Vorstellung des Teams zu ziehen. Als die Kräfte nach der Pause immer mehr schwanden, setzte Müller alle Kaderspielerinnen ein. So durfte sich die erst 16-jährige Sonja Frey in die Schützenliste eintragen. Beste Werferin war einmal mehr Engel, die elfmal ins Schwarze traf (davon alle vier Siebener), nun bei 60 WM-Toren hält und dazu die Grenze von 500 Team-Treffern (504) durchbrach. Torhüterin Natscha Schilk kam zu ihrem 50. Länderspiel-Einsatz. 

Halbfinal-Schlager Russland vs Norwegen

Der Schlager im Halbfinale heißt Titelverteidiger Russland gegen Olympiasieger Norwegen, der Neuauflage der Endspiele von 2007 in Frankreich (WM) und 2008 China (Olympia) kommt. Russland bezwang Dänemark dank einer starken zweiten Hälfte 30:25 (13:12), die Norwegerinnen, ihres Zeichens regierender Europameister, kämpften Spanien in einem furiosen Finish 27:24 (8:14) nieder. Im zweiten Halbfinale spielt Frankreich gegen die Spanierinnen. (APA/red)  

Ergebnis:
Frankreich - Österreich 35:20 (19:12). Tore für Österreich: Engel (11/4), Spiridon (3), Scheffknecht, Plach, Doppler, Magelinskas, Subke-Ofenböck, Frey

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    Frankreich war Österreich zu hoch.

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