Sexarbeit soll dekriminalisiert werden

15. Dezember 2009, 12:27
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Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen SexarbeiterInnen am 17. Dezember weist Verein "Sophie" auf die noch immer gültige Sittenwidrigkeit hin

Wien - "Die kommerzielle Ausbeutung von Frauen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, wird durch die jetzige Rechtslage erleichtert", macht Eva van Rahden, Leiterin der Volkshilfe Wien-Einrichtung SOPHIE, auf die noch immer gültige Rechtssprechung der Sittenwidrigkeit aufmerksam: "Durch sie kommen keine Verträge zwischen Kunden und Personen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, zustande und somit besteht auch keine Rechtssicherheit." Absicherung in der Sexarbeit stärkt die dort Tätigen.

"Sittenwidrigkeit" muss fallen

Obwohl das Anbieten von sexuellen Dienstleistungen seit 1974 nicht mehr strafbar ist, unterliegt es zahlreichen gesetzlichen Einschränkungen, die teilweise in sich widersprüchlich und daher schwer einzuhalten sind. "Die Absicherung und Dekriminalisierung der in der Sexarbeit Tätigen ist aber sehr wichtig. Verdrängung und Ausgrenzung stellen immer wieder eine reale Gefahr für die SexarbeiterInnen dar.", ist sich van Rahden sicher. Für sie sei das Fallen der Sittenwidrigkeit daher weiterhin der erste wichtige Schritt in Richtung Rechtssicherheit. Über SOPHIE-BildungsRaum für Prostituierte

Was ist "SOPHIE"?

Als frauenspezifische Einrichtung der Volkshilfe Wien wendet sich SOPHIE an Frauen, die in der Prostitution tätig sind oder waren. Geprägt ist die Arbeit von einem akzeptierenden Ansatz gegenüber den Lebenssituationen von Sexarbeiterinnen.

Sexarbeiterinnen erhalten bei SOPHIE-BildungsRaum - vielfach in ihrer Muttersprache - persönliche Beratung, Unterstützung und Begleitung bei Fragen zu: Versicherung, Steuern und Registrierung als Prostituierte, Probleme mit Polizei und Gericht, Schulden und finanzielle Probleme, Fragen zu Aufenthalt und Arbeitsmarktzugang, Wohnen, Gesundheit, Gewalt, Beziehungsprobleme, Isolation, Schwangerschaft und Familienplanung. Bei Bedarf begleitet SOPHIE zu Terminen bei der Polizei, den Gerichten und Behörden. (red)

SOPHIE - BildungsRaum für Prostituierte
Oelweingasse 6-8, 1150 Wien
www.sophie.or.at

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    "Verdrängung und Ausgrenzung stellen immer wieder eine reale Gefahr für die SexarbeiterInnen dar.", ist sich van Rahden sicher.

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