Eduscho spart bei Logistik

15. Dezember 2009, 18:01
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Kaffeeröster streicht 80 Jobs - eröffnet aber neue Filialen

Wien - Eduscho trennt sich von seinem einzigen österreichischen Logistikzentrum. Der Standort im Bezirk Bruck an der Leitha wird Mitte 2011 aufgelassen. Er habe nach einer günstigeren Möglichkeit gesucht, Österreich zu versorgen, da der Mietvertrag auslaufe, sagt Eduscho-Chef Harald Mayer. Der deutsche Mutterkonzern habe ihm eine Bündelung der Logistik angeboten. Das sei zu attraktiv, um darauf zu verzichten. 80 Mitarbeiter sind betroffen. Für sie werde es Sozialpläne geben, man wolle sie bei der Suche nach neuen Jobs unterstützen.

Eduscho ist wie die Marke Tchibo im Eigentum der Hamburger Familie Herz, die auch am Nivea-Hersteller Beiersdorf beteiligt ist. Tchibo hat in Deutschland harte Jahre der Restrukturierung hinter sich, sieht aber die Wende geschafft und verdiente heuer wieder mehr Geld.

In Österreich hat das öffentlichkeitsscheue Unternehmen im Vorjahr nach eigener Angabe mit 1300 Mitarbeitern brutto 320 Mio. Euro umgesetzt. Mayer straffte die Zahl der Filialen seit 2007 um gut 20 auf 150. Er habe im Gegenzug größere Standorte von bis zu 500 Quadratmetern eröffnet und damit die Verkaufsfläche stabil gehalten, sagt er dem Standard. 2010 werde die Modernisierung fortgesetzt. In Vorarlberg, Oberösterreich und Wien seien auch Neueröffnungen geplant.

Eduscho/Tchibo macht über das Jahr gerechnet rund die Hälfte des Geschäfts mit Non-Food. Dass ihm hier Diskonter emsig Boden abgraben, weist Mayer zurück. Das Konzept bereite ihm auch heuer "viel Freude". Handelsexperten wie Michael Oberweger von Regioplan sehen in Konzepten, in einem schon an sich engen Markt mit ähnlichen Produkten zwei Markennamen zu führen, eine Verschwendung von Ressourcen. "Unsinn", sagt Mayer, mit Eduscho und Tchibo spreche man breitere Kundenschichten an. Daran werde nicht gerüttelt. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2009)

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