Es geht um Renommee und Bares

15. Dezember 2009, 20:25
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Austria hofft gegen Funchal auf Punkte in Fünfjahreswertung - Finanzieller Aspekt diesmal besonders interessant - Daxbacher wünscht sich positive Schlagzeilen

Funchal/Madeira - Auf der Blumeninsel Madeira kämpft Austria Wien in der Fußball-Europa League nur noch um Weihnachtsgeld für Club und Spieler. Ebenso wie für den portugiesischen Gegner CD Nacional Funchal ist auch für den ÖFB-Cupsieger der Zug in die Runde der besten 32 Teams schon vor dem Spiel am Mittwochabend (21.05 Uhr/live Sky Austria) abgefahren. "Letztens Endes geht es um die Punkte in der Fünfjahreswertung, um das Renommee und das Finanzielle, das Verein und Spieler zu Gute kommt", meinte Trainer Karl Daxbacher.

Geld scheffeln und zumindest einen Zähler für die UEFA-Fünfjahreswertung mitnehmen. Mehr ist für die Violetten bei ihrem letzten Auftritt in diesem Jahr in sommerlichen Gefilden nicht mehr möglich. Nach dem 0:3 gegen Bilbao müssen sich die Wiener zumindest auf eine empfindliche Geldstrafe vonseiten der UEFA einstellen. Der erste Sieg in der Gruppe L würde neben dem dritten Rang deshalb auch den nicht unangenehmen Geldregen von immerhin 120.000 Euro wert sein. 

Dass der Bundesliga-Dritte auf der 700 Kilometer vor Marokko liegenden Insel auch um die nach dem Skandalspiel gegen die Basken verloren gegangene internationale Reputation kämpft, glaubt Daxbacher nicht. "Sowohl die Spieler, als auch das Trainerteam haben sich korrekt verhalten. Aber sicher könnten positive Schlagzeilen nicht schaden", sagte der Coach, der am Montag noch ein Seminar für die UEFA-Pro-Lizenz besucht hatte.

Ohne Okotie, Jun, Sulimani, Leovac, Standfest, Krammer

Die Wiener reisten ohne die rekonvaleszenten Rubin Okotie und Tomas Jun, sowie die verletzten Emin Sulimani, Marin Leovac und Joachim Standfest sowie den erkrankten Thomas Krammer in der 100.000 Einwohner zählenden Hafenstadt. Als Vorsichtsmaßnahme mit im Flieger saß Youngster Günther Arnberger als dritter Torhüter. Die Nummer eins am Mittwoch wird Robert Almer sein. "Er hat immer, wenn er für Safar eingesprungen ist, seine Leistung gebracht. Ich sehe das als Anerkennung für ihn und als Gelegenheit, sich international zu beweisen", meinte Daxbacher.

Dass nach dem letzten Liga-Spiel und der eher wenig Spannung versprechenden Ausgangslage die Motivationskurve nicht die höchste ist, war im Lager der Violetten kein Thema. "Grundsätzlich sollte automatisch eine gewisse Spannung auftreten, wenn man international spielt. Ich erwarte mir sogar einen positiven Aspekt, wenn man unbelastet Fußball spielen kann", war Daxbacher optimistisch.

Kein Jausengegner

Zum Abschluss der diesjährigen Europacup-Saison geht es für Austria außerdem auch um ein Ende einer Auswärtsmisere. Seit 11. August 2005, dem 2:1-Erfolg gegen den MSK Zilina, und damit 15 Partien kämpfen die Favoritner vergeblich um einen internationalen Sieg in der Fremde. Dass mit dem Vierten der portugiesischen Liga kein Jausengegner wartet, scheint aber zumindest dem Austria-Trainer bewusst.

"Bilbao hat dort nicht gewonnen, Bremen mit Müh und Not 3:2 gespielt. Außerdem ist Funchal besser geworden im Vergleich zum Meisterschaftsbeginn. Und ich denke, dass Portugals Fußball sicher über unseren zu stellen ist." Ein Erfolg wäre für die Austria außerdem von schon historischer Tragweite: In Europacup-Duellen mit portugiesischen Clubs warten die Wiener weiter auf den ersten Erfolg. Im Hinspiel im Horr-Stadion hatten sich die Austria und Funchal 1:1 getrennt.

Vor einem Hexenkessel fürchten muss sich die Austria nicht. Das Estadio da Madeira fasst nur 5.000 Zuschauer. Daxbacher: "Die Gefahr ist eher die, dass bei keiner Stimmung das Match schlechter beurteilt wird. Aber natürlich wirkt eine gewisse Kulisse leistungsmotivierend. Aber mit dem Problem muss auch die Mannschaft von Funchal kämpfen." (APA)

Mögliche Aufstellungen zur Fußball-Europa-League (Gruppe L/6. und letzte Runde)

CD Nacional Funchal - FK Austria Wien (Mittwoch, Estadio da Madeira, 21.05 Uhr/live Sky Austria, Schiedsrichter Costas Kapitanis/Zypern):

Nacional: Bracali - Patacas, Halliche, Felipe Lopes, Tomasevic - Leandro Salino, Luis Alberto, Ruben Micael, Anselmo - Edgar, Mateus.
Ersatz: Douglas - Pacheco, Clebao, Wellington, Pecnik, Joao Aurelio, Edgar Costa
Es fehlen: Cleber (gesperrt), Amuneke, Nuno Pinto (beide verletzt)

Austria: Almer - Vorisek, Bak, Dragovic, Ortlechner - Hattenberger - Klein, Junuzovic, Liendl, Acimovic - Diabang.
Ersatz: Arnberger - Madl, M. Wallner, Suttner, Baumgartlinger, Topic, Schumacher
Es fehlen: Jun, Okotie, Standfest, E. Sulimani, Leovac (alle verletzt), Krammer (krank)

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    Acimovic (Austria/re) im Zweikampf mit Oliveira (Nacional). Das Duell in Wien endete 1:1.

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