Pankl legt Vollbremsung hin

15. Dezember 2009, 09:26
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Der Verlust vor Steuern liegt bei 308.000 Euro, das Ebit sank um 78 Prozent auf 1,9 Millionen Euro

Wien - Die börsenotierte steirische Pankl Racing Systems AG bekam die Finanz- und Wirtschaftskrise im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 kräftig zu spüren: Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) weist das Unternehmen einen Verlust von 308.000 Euro nach einem positiven Ergebnis von 7,36 Mio. Euro aus. Das operative Ergebnis (Ebit) des Produzenten von Motor- und Antriebssystemen sank um 78 Prozent auf 1,9 Mio. Euro, das Ergebnis nach Steuern um 83 Prozent auf 1,2 Mio. Euro. Der Umsatz ging um 16 Prozent auf 88,9 Mio. Euro zurück, teilte das Unternehmen heute, Dienstag, ad-hoc mit. Für die Aktionäre wird es heuer keine Dividende geben.

Umsatzrückgang

Aufgrund der Wirtschaftskrise musste Pankl erstmals in der 25-jährigen Geschichte einen Umsatzrückgang hinnehmen, so das Unternehmen am Dienstag in einer ad-hoc-Meldung zu den nunmehr endgültigen Zahlen. Die Reduktionen habe alle Geschäftsbereiche und alle Standorte getroffen. Bereits im Herbst letzten Jahres waren die amerikanischen Firmen CP und Carrillo von Sparmaßnahmen der US-Kunden betroffen. Im Winter brach das Automotivgeschäft für rund 4 Monate fast komplett ein, was die neu eröffnete Fabrik in der Slowakei massiv belastete. Im zweiten Halbjahr verzeichneten die Aerospacefirmen durch Auftragsverschiebungen und Sparmaßnahmen der Kunden Umsatzrückgänge. Zur gleichen Zeit waren die europäischen Rennsportfirmen von den Herstellerausstiegen aus verschiedenen Rennserien, von reduzierten Budgets und von neuen, unter dem Eindruck der Finanzkrise modifizierten, Reglements betroffen. Charakteristisch war in allen Bereichen ein 4- bis 6-monatiger massiver Einbruch mit anschließender Bodenbildung auf rund 20 Prozent tieferem Niveau, so das Unternehmen. Der Umsatzanteil des Bereiches Racing/High Performance liegt fast unverändert bei 82 Prozent und jener des Bereiches Aerospace bei 18 Prozent.

Das Finanzergebnis habe sich aufgrund von negativen Effekten aus Wechselkursänderungen und aufgrund gesunkener Veranlagungserträge von -1,4 Mio. auf -2,2 Mio. Euro verschlechtert, so das Unternehmen.

Investitionen reduziert

Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden die Investitionen in Sachanlagen massiv von 14,8 Mio. auf 5,7 Mio. Euro reduziert. Aufgrund des geringeren Working Capital und der reduzierten Verbindlichkeiten und liquiden Mittel ist die Bilanzsumme von 142 Mio. auf 122 Mio. Euro gesunken. Bezogen auf die Eigenmittel in Höhe von 62,3 Mio. Euro ergibt sich eine Eigenmittelquote von 51 Prozent.

In den letzten beiden Jahren wurden jeweils 30 Prozent des Konzernjahresüberschusses als Dividende ausgeschüttet. Für das abgelaufene Geschäftsjahr würde das einen Betrag von 0,11 Euro pro Aktie ergeben. Aufgrund der Geringfügigkeit und im Hinblick auf die schwierige Konjunkturlage hat der Vorstand beschlossen, in der Hauptversammlung vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2008/09 keine Dividende auszuschütten.

Die unsichere Lage auf den Märkten lasse derzeit keinen fundierten Ausblick für das kommende Geschäftsjahr zu so, CEO Wolfgang Plasser. "Wir gehen zwar von einer Bodenbildung aus, sind aber nach wie vor mit sehr hohen, kurzfristigen Nachfrageschwankungen konfrontiert. Durch die eingeleiteten und in vielen Bereichen auch bereits umgesetzten Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen sind wir aber für das kommende Geschäftsjahr dennoch gut gerüstet.' (APA)

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    Die Krise erzwingt eine Vollbremsung: Erstmals in der 25-jährigen Unternehmens-Geschichte musste Pankl einen Umsatzrückgang hinnehmen.

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