Rettet die Volksnähe!

14. Dezember 2009, 18:18
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Gewalt gegen Politiker - Von Karl Fluch

Ausgerechnet mit einer Skulptur des Mailänder Doms wurde Silvio Berlusconi beim Bad in der Menge attackiert und mit einem Nasenbeinbruch und einer dicken Lippe bedacht. Welch Gottlosigkeit! Und das im Advent! Aber Silvio nahm es wie ein Mann (mit Botox) und verzog keine Miene (wegen Botox).

Nun ist Gewalt prinzipiell abzulehnen, jene gegen Politiker gar kontraproduktiv. Wenn die von uns eingeforderte Volksnähe gesundheitsgefährdend wird, dürften es sich unsere Vertreter künftig zweimal überlegen, ob sie mit uns auf Tuchfühlung gehen. Solche Radaubrüder beschädigen also das großfamiliäre Verhältnis zwischen Politiker und Volk.

Fragen Sie Hilmar Kabas! Der meidet seit seiner Tortung Zuckerbäcker ebenso wie Konditoreien, was zwar seinem Blutzuckerspiegel, nicht aber seiner Beliebtheit bekommt.

Auch H.-C. Strache ist nicht zuzumuten, seine Dekolleté-Signierstunden in Vorstadtdiscos nur noch mit Suspensorium und Schienbeinschützern zu absolvieren. Und wie soll der Landesvater von Kärnten, Gerhard Dörfler, die tausend Euro überreichen, die er allen 18-jährigen Kärtnern und Kärtnerinnen zwecks Anschaffung des Führerscheins versprochen hat? Mit Vollvisierhelm? So weit darf es nicht kommen!

Wir wollen unseren Josefs und Michaels weiterhin den Goder kraulen können! (Karl Fluch, DER STANDARD/Printausgabe 15.12.2009)

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