Hochadel und Klerus müssen um Versicherung bangen

14. Dezember 2009, 18:03
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Gottes Segen hat die Grawe als Fünftel-Aktionär der Kärtner Hypo wohl etwas im Stich gelassen: Dabei wacht der Abt von Stift Admont, Bruno Hubl, als Vize-Aufsichtsratschef über die Geschäfte der Versicherung. Gegründet wurde die Grawe 1828 von Erzherzog Johann originellerweise als Feuerversicherung. Seither bemüht man sich erfolgreich, einen Nachfolger seiner Hoheit an der Spitze des Aufsichtsrates zu installieren.

Seit 1984 ist es der Ururenkel des Erzherzogs, Franz Harnoncourt-Unverzagt. Er ist der Bruder des berühmten Dirigenten und Musikers Nikolaus Harnoncourt. Mitglied des honorigen Kontrollgremiums ist auch Harnoncourts Neffe, Philipp Meran, schließlich war die Mutter beider Harnoncourts, die gebürtige Gräfin Ladislaja Meran, die Urenkelin des Grawe-Gründers. Grawe-Eigentümer ist der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, sie gehört sich quasi selbst.

Ihre Beteiligung an der Hypo Alpe Adria muss nicht die Grawe, sondern eine Tochter ihrer Tochter Bank Burgenland komplett mit 203 Mio. Euro abschreiben. 100 Mio. Euro von der Grawe bleiben als Liquidität in der Hypo. Die wären in einer Insolvenz auch weg gewesen. 30 Mio. Euro müssen die Steirer im Zuge der Notverstaatlichung der Bank noch opfern. Mehr hätten sie nicht verkraftet. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.12.2009)

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