"Insolvenz wäre für Republik nicht verkraftbar gewesen"

14. Dezember 2009 17:55
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    Foto: apa/herbert neubauer


    17 Stunden hielt die Hypo Alpe Adria Josef Pröll auf Trab. Danach verteidigte der Finanzminister die Bankenrettung.

Josef Pröll hofft, dass die Staatshilfe für die Kärntner Hypo ausreichen wird. Der Staat werde jeden Beleg in der Bank fünfmal umdrehen

Josef Pröll hofft, dass die Staatshilfe für die Kärntner Hypo ausreichen wird. Der Staat werde jeden Beleg in der Bank fünfmal umdrehen, meint der Finanzminister auf Fragen von Andreas Schnauder.

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STANDARD: Die Bayern wandeln eigentlich nur einen kleinen Teil von Krediten in Eigenkapital um. Warum sind Sie München nicht stärker an den Karren gefahren?

Pröll:  Wir sind voll angefahren, aber haben von Anfang an schlechte Karten in der Hand gehabt, die Insolvenzgefahr war evident. Die Bayern waren bereit, diesen Weg zu gehen. Und für mich war klar, dass ich möglichst viel Eigenkapital zusammenbringe und die Eigentümer zur Kasse bitte. Und das ist das Ergebnis, das angesichts dieser Karten möglich war.

STANDARD: Aber die Bayern wären bei einer Insolvenz um weitere drei Milliarden an Krediten umgefallen. Hätte man der Landesbank angesichts dieses Risikos nicht mehr abluchsen müssen?

Pröll: Wir haben angefangen bei der Diskussion, da waren die Bayern fernab von 825 Millionen. Die Einigung liegt in einem Bereich, den ich einfach vertreten kann. Das sag ich ganz ehrlich. Das Insolvenzszenario, das die Notenbank aufgezeigt hat in den letzten Tagen, wäre für die Republik, den Bankenstandort und insgesamt für den Euroraum nicht verkraftbar gewesen.

STANDARD: Hat die deutsche Regierung auf Bayern eingewirkt?

Pröll: Berlin war durchaus eine Stütze. Ich meine, die Bayern haben sich tagelang von 400, 300 Millionen ursprünglich überhaupt nicht wegbewegt.

STANDARD: Warum kommen die Hypo-Banken so billig davon - sie sind ja über Einlagensicherung und Haftungen direkt vom Schicksal der Kärntner Bank betroffen?

Pröll: 500 Millionen Euro werden die österreichischen Banken bereitstellen, da sind die Hypos mit dabei. Wie viel der Sektor übernimmt, ist intern nicht ausgemacht.

STANDARD: Wie beurteilen Sie jetzt die Kärntner Rolle?

Pröll: Die Kärntner Rolle bei der Hypo war in den letzten Jahren eine bemerkenswerte, um es unter Anführungszeichen zu sagen. Die von Kärnten nun zugesagten 200 Millionen Euro bedeuten ein kräftiges Signal und Beiwerk der Kärntner. Und für uns ist klar, wir gehen jetzt auch in die Bank und drehen jeden Beleg fünfmal um und werden uns anschauen, was da alles passiert ist oder nicht passiert ist, bis hin zur Frage konsequenter strafrechtlicher Verfolgung, wenn etwas auftaucht.

STANDARD: Geht das auch in Richtung Vorstandshaftung, Aufsichtsräte und dergleichen?

Pröll: Wir schauen uns alles an, davon können Sie ausgehen. Und deswegen war für mich auch wichtig, eine völlige Eigentümerbereinigung durchzuführen. Wenn wir schon mit 400 oder 450 Millionen hineingehen, wollen wir die volle Kontrolle und Aufarbeitung der Geschichte. Auch die zukünftige Entwicklung der Bank kann mit dem Staat als alleinigem Aktionär ungestört erfolgen.

STANDARD: Wie groß ist das Risiko der Republik? Man weiß ja nicht genau, was noch alles auftauchen wird.

Pröll: Wir können uns nur auf das stützen, was da war, wie das Asset Screening der Bank und die Expertise der Notenbank.

STANDARD: Die Frage war, ob nicht neue Löcher auftauchen und der Steuerzahler noch stärker belastet wird.

Pröll: Wir sind jetzt einmal auf acht Prozent Eigenkapitalisierung. Wir können nicht endgültig sagen, dass der Betrag für alle Zeiten ausreicht, aber zum jetzigen Zeitpunkt sollten die Risiken damit abgedeckt sein.

STANDARD: Und was kann man jetzt machen, damit derartige Fälle, bei denen der Steuerzahler für die Schieflage der Expansion einspringen müssen, nicht mehr passieren?

Pröll: Man muss sich jetzt der Aufsicht und aller Themen, die europaweit diskutiert werden, annehmen. Da werden wir unsere Lehren zu ziehen haben, damit nicht immer die Republik die Fehler Anderer ausbaden musst. Aus dieser Entwicklung lernen, das ist die Aufgabe. DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.12.2009)

Zur Person

VP-Chef Josef Pröll (41) ist seit einem Jahr Vizekanzler und Finanzminister. Davor war der Agrarökonom Lebensminister.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1144
thomas raser
28.12.2009 20:47
Wann wird der Verbrechermanager und Obermafiosi Wolfgang Kulterer verhaftet??

Pro Freistaat Kärnten!
 
29.12.2009 12:09
der champanisiert in london

und lacht über die kärnter dodeln, die ihn so lange werken haben lassen.



johannes mayer1
22.12.2009 23:53
dieses Geld für das besoffene Kärntner Gesindel fehlt jetzt im Gesundheitswesen, im Bildungswesen, bei den Pensionen

Wie kannst du verantworten Josef Pröll??

Def. Izit
16.12.2009 14:54
Nachdem Verhandlungen mit der MA48 und Saubermacher


als Branchenführer fürs Wegräumen von Dreck gescheitert waren, mussten wir uns selbst um den Dreck und Gestank kümmern.

Ausserdem nehmen wir uns jetzt der Themen an, die weltweit seit über einem Jahr diskutiert werden. Das ging bisher nicht, weil wir uns mit Reden an die Nation beschäftigen mussten.

codo
16.12.2009 14:36
dieser finanzminister, der genauso aussieht wie hr. neugebauer, hat sicher auch nicht die interessen der östereicher im sinn, sondern will nur seinen raika-freunden nach sanierung auf steuerzahlerkosten die guten teile der haa zukommen lassen..

verteilerkreis
16.12.2009 12:26
im ersten Moment glaubt man, dass Kärnten den Poker gewonnen hat, bei näherer Betrachtung muss man wohl in erster Linie der GRAWE gratulieren.

Naturgemäß und wenig überraschend steigt auch das Giebelkreuz sehr gut aus der Affäre (man wäre ja bei zwei Landeshypos ins Schleudern gekommen.)

Ich finde, wir Steuerzahler haben ein Recht darauf, zu erfahren, wer die eigentlichen Nutznießer unserer großzügigen Spende sind.

mfak
16.12.2009 08:00
Sg Herr Finanzminister, Sg Herr Bundeskanzler

sagen sie uns bitte "ehrlich" wie es wirklich war. Dass die Rettung keine sinnvolle rationale Entscheidung, sondern wie fast immer in Österreich, nämlich eine rein politische war. Erzählen sie uns welche Netzwerke und Motive ausschlaggebend waren, wer hat welchen Druck ausgeübt, welche Lobby hat dadurch Vorteile? Geben sie zu, dass es hier mittelfristig um Milliarden Steuergeld geht und das es ihnen vollkommen egal ist, dass wir Steuerzahler dafür aufkommen werden und zwar lange noch, wo keiner mehr weiss wer Pröll und Faymann überhaupt waren.
"Eine Diktatur kann es sich leisten zu schweigen. Republiken müssen lügen." N.Bonaparte

sensortime.com
16.12.2009 13:13
"Druck". Mehrfach hier schon geschrieben

Na wer?

Eben genau der, der das eigentliche Geld als "Sichtguthaben" zur Verfügung gestellt hat, das im Osten verbrannt worden ist: Die EZB.

Bitte dazu unter "Geldschöpfung" im Wikipedia googlen, gell.

Berg68
15.12.2009 19:09
jetzt gehört uns eine bank

die kärntner wollen von uns 105 millionen damit sie unsere bank mit 18 milliarden die sie nicht haben absichern. im fall des falles müssen natürlich wieder wir einspringen füer die kärntner. also ich bin der meinung die kärntner können sich ihre luftmilliarden sonst wo hinschieben.

Paolo64
15.12.2009 19:02
was nützt es Schuldige zu suchen - wenn -

sie dann nicht für den Schaden haftbar gemacht werden? Das schlimmste was solchen 'Managern' passiert ist das sie diesen Job los sind.

2ndopinion
15.12.2009 17:49
Da unsere Politiker einmal mehr auf die Vernebelungstaktik setzen und die PR-Maschinerie angeworfen haben,

lohnt sich wieder einmal ein Blick über die medialen Grenzen. Hier ein netter Kommentar aus der für ihre Nüchternheit bekannten NZZ:

http://www.nzz.ch/nachricht... 96343.html

also dann ...
15.12.2009 17:33
die hypo wird zum m r d - grab, da folgende schulden getilgt werden müssens : siehe geschäftsbericht 2008, s. 157. :

fälligkeiten der verbindlichkeiten (in mrd) :
per 2009
gegenüber banken (kredite)... 0,8
..."...........kunden.................1,2
verbriefte verbindl-(anleihen)...1,6
---------------------------------
total fällig p. 2009 : ..............3,6
- - - - - -
per 2013 :
fälligkeiten total....................12,5 mrd
davon anleihen.......................8,2
..."... bei banken (bayernLB ?)...3,1

und da die kredite (aktiva) auch um ca. 3-5 mrd
abgewertet werden müssen (d.h. in dieser höhe ist eigenkapital zuzuführen) kommt man auf einen
zuschussbedarf...3-4 mrd pro j a h r !
tja...

http://www.hypo-alpe-adria-bank-annualreports.com/2008_annu... age-32.htm

zaikoh
15.12.2009 23:24

also schilling sind das keine, sondern euro. wohlgemerkt. fälligkeiten total: 12,5 mrd = so daumen mal zeigefinger 175 mrd schilling....

einhundertfünfundsiebzig milliarden schilling

zum glück haben wir den euro, da fällt das nicht so auf.

wieviele eurofighter hätten wir uns da kaufen können....

GRohnePunkte
16.12.2009 11:04
Vergessen's bitte nicht die anstehenden Klagen aus den USA

... das sind Hypo Altlasten. Da sind auch noch einige zusätzliche Milliarden im Leichenkeller deren Verlustrisiken in der Hypo Bilanz dagegen nur mit Peanuts (da hat der Vorstand kaufmännische Vorsicht walten lassen? Haha!) - im Vergleich zu den tatsächlichen Klagssummen rückgestellt wurden.

Sonst ist Ihre Rechnung durchaus realistisch, und das auch nur optimistisch gesehen - bei stabiler wirtschaftlicher Entwicklung.

Dalien
 
15.12.2009 17:02
Unsere Leistungsträger!

Tja...jetzt kommt wohl statt der Mindestsicherung die Bankerluxussicherung!

Mostbluzer
15.12.2009 15:46
ist es so - oder nicht?

konsorten, euch ist aber schon klar, dass da von den bayern kein neues geld kommt, sondern nur kredite (ca. 800 mio) umgewandelt werden. kredite die bei insolvenz null wert gewesen wären.

das beste:
d.h. im "idealfall" (für die bayern natürlich), hat die republik österreich nun noch immer über 2 mrd. schulden bei der bayernbank.

hehe, wie deppert kann man eigentlich überhaupt "verhandeln". öst. rettet eine bank und haftet/übernimmt laufende kredite (von bayern lb an hypo) für den eigentümer. zahlen wir jetzt mit unseren steuern die laufenden zinsen an bayern ...??


http://www.sueddeutsche.de/bayern/19... 7494/text/
http://www.oe24.at

t-bonesteak
15.12.2009 21:37
die jetzige lösung ist das geringere übel

ein totalcrash der hypo würde uns allen noch wesentlich mehr kosten. das würde nämlich eine hübsche kettenreaktion auslösen.

also dann ...
15.12.2009 17:09
hmhm - es ist ja noch a b s u r d e r, als sie sagen, denn (lt. pröll - zitat) :

"500 Millionen Euro werden die österreichischen Banken bereitstellen, da sind die Hypos mit dabei. Wie viel der Sektor übernimmt, ist intern nicht ausgemacht".
der hypo-sektor, der ja auch zur "haftung"...
verpflichtet gewesen wäre, gewinnt 3 - fach :
zum 1. wurde seine haftung nicht mal erwähnt...
zum 2. geben die banken einen vom staat gerantierten kredit = deppen - sicher
- und zum 3. kassieren sie auch noch z i n s e n ! ! !

JA...
das nennt man sanierung - aufkosten der anderen !
anders gesagt :
- kärnten lobt sich selbst
- und die banken verdienen noch dabei.
natürlich übernimmt die politik die verantwortung...
wie gehabt.

also dann ...
17.12.2009 16:00
ergänzung : der hypo sektor haftet mit 6 m r d !

und kommt mit 500 mio davon . . .

Atlas Shrugged
 
15.12.2009 21:13
statt "sell&lease back" halt "loan&loan back"

Josef Malik
15.12.2009 17:45

Sie haben vergessen:

- und die von den ReGIERenden hintergangenen Steuerzahler bezahlen alles.

Atlas Shrugged
 
15.12.2009 16:31

tja, und jetzt wissen sie auch, warum die Öffentlichkeit nie über die genauen Bedingungen der diversen "Hilfspakete" informiert wurde bzw. wird.

Aracni Santini
15.12.2009 15:31
Der Ruf ist nichts Wert

Wenn dafür die eigenen Kinder geopfert werden, denn nichts anderes ist es, wenn die Zukunft, das Bildungssystem, das Sozialsystem (Medizin+Pension) und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen geopfert wird.

Aracni Santini
15.12.2009 15:28
Von wem sind denn da jetzt Ausfall behaftete Kreditgeschäfte drinnen?

Auch von den Ostbanken, die die Bayern Länderbank schon zuvor besessen hat, oder von unseren Banken, die Kreditforderungen an die HAA verkauften... etc... Da muss dringend geprüft werden. Wie kann diese Bank einsamer Spitzenreiter bei den gefährdeten Krediten sein? Obwohl das Bankvolumen geringer ist?

olaf palme
15.12.2009 15:25
Das Fass ohne Boden

gerade läuft im bayrischen Fernsehen der Landtag. Tenor: die Bayern bezeichnen die HAA als Fass ohne Boden und haben bewusst auf den Zeitfaktor gespielt.(Banköffnung am Montag). Pröll wurde übertölpelt und hat völlig versagt. Wartet ab, das dicke Ende für Österreich kommt noch...

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