Kärntner Bank im Geschäft mit Generälen und Premiers

14. Dezember 2009, 17:46
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Rund um die Aktivitäten der Hypo in Südosteuropa tauchen immer neue Spekulationen auf

Neben undurchsichtigen Geschäften mit einem ehemaligen kroatischen General geht es um zweifelhafte Deals in Slowenien.

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Zagreb - Es war ein kometenhafter Aufstieg von der Provinzbank zu einem der Marktführer in Südosteuropa: Doch mittlerweile ranken sich wildeste Spekulationen und Vorwürfe rund um die Geschäftstätigkeit der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) in der Region.

Laut Wolfgang Kulterer, bis 2006 langjähriger HGAA-Vorstand und inzwischen in Österreich wegen Bilanzfälschung verurteilt, hatte der vor kurzem zurückgetretene kroatische Regierungschef Ivo Sanader der Bank in Kroatien die Türen geöffnet. Vor diesem Hintergrund stehen die unbewiesenen Medienberichte, Sanader habe von der Bank bei der Vermittlung eines damals Vier-Millionen-Mark-Kredits 800.000 (rund 409.000 Euro) Mark Provision erhalten. Die sozialdemokratische Opposition hatte noch 2008 immer wieder vergeblich Auskunft über eine angebliche Sammlung wertvollster Uhren im Sanader-Besitz verlangt.

260 Millionen an Zagorec

Wie es der Bank jedoch möglich war, die mehr als windigen Immobiliengeschäfte des ehemaligen Generals Vladimir Zagorec mit Krediten von 260 Millionen Euro in Pula, Rovinj, Dubrovnik und auf der Insel Hvar zu ermöglichen, bleibt ein Geheimnis. Diese Summe hat jedenfalls die kroatische Staatsanwaltschaft errechnet. Zagorec, der im Bürgerkrieg (1991-1995) keinen Tag an der Front verbrachte und doch höher als jeder andere Soldat dekoriert wurde, sitzt inzwischen in Kroatien im Gefängnis. Im Osten des Landes soll der inzwischen als Kriegsverbrecher verurteilte Branimir Glavas der Dreh- und Angelpunkt für die HGAA gewesen sein. Glavas hat sich ins benachbarte Bosnien abgesetzt.

In Slowenien beherrscht die Bank ein Drittel des Leasinggeschäfts. Die Folge: Weil die größten Finanzholdings des Landes wie Istrabenz und NFD Existenzprobleme haben, könnte auch ihr Großgeldgeber HGAA in die Röhre gucken. Die Bank ist zudem in großem Stil bei dem angeschlagenen Braukonzern Pivovarna Laško engagiert, seinerseits mit Schlüsselbeteiligungen in anderen Branchen. Die Verbindlichkeiten des Brauhauses sind durch Verpfändung des einflussreichen Delo-Verlages besichert.

Im Kempinski Palace Hotel im Adriastädtchen Portoroz fürchtet die Bank um einen 40-Millionen-Euro-Kredit. An der Küste im kroatischen Savudrija steht hinter der Auslastung des ebenfalls von Kempinski betriebenen neuen Luxushotels mehr als ein Fragezeichen. Auch für dieses Hotel gab die Hypo einen 70-Millionen- Euro-Kredit.

Fraglich ist auch, warum schon vor Jahren die Tochter Hypo Consultants, nach Spekulationen 1,5 Milliarden Euro schwer, für nur 160 Millionen Euro an einen nicht bekannten neuen Eigentümer verkauft wurde.

Dem Zagreber Magazin Nacional soll ein im Auftrag der BayernLB angefertigtes geheimes Papier über das Geschäftsgebaren ihrer Österreich-Tochter vorliegen. Darin werde im Detail beschrieben, wie die HGAA über Scheinfirmen Gelder über Liechtenstein verschoben habe, um sie später wieder in Kroatien zu investieren. Überall sei die Geschäftsstrategie gleich gewesen. Den Politikern, wie zum Beispiel dem Zagreber Bürgermeister Milan Bandic, seien Kredite zu Traumkonditionen eingeräumt worden, diese hätten dann umstrittene Geschäfte der Bank ermöglicht. Das Geldhaus seinerseits soll als Gegenleistung zum Beispiel die Wahlkampagnen der Regierungspartei HDZ finanziert haben. (Thomas Brey aus Zagreb, DER STANDARD, Printausgabe, 15.12.2009)

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