Wenn der Schimmel um sich greift

14. Dezember 2009, 17:11
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Wenn es draußen kalt ist, macht sich an den Wänden häufig Schimmel breit - Einige Maßnahmen können der Schimmelbildung vorbeugen

Wien - Immer mehr Menschen reagieren allergisch auf Pilzsporen, die mit der Luft tief in die Atemwege eindringen können. Messungen in rund 2.500 heimischen Wohnungen haben gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Haushalte von Schimmelbildung betroffen sind. 

"Sind wir über einen längeren Zeitraum nennenswerten Schimmelpilzkonzentrationen ausgesetzt, kann dies zu einer gesundheitsschädigenden, bleibenden Atemwegserkrankung führen", sagt Beatrix Tichatschek vom Allergiezentrum Wien West. "Die Sporen gelangen leicht in die tieferen Atemwege und lösen dort Husten, Bronchitis und Asthma aus. Schimmelpilze zählen bereits zu den wichtigsten Verursachern von Asthma. Wir haben in den vergangenen drei bis fünf Jahren eine massive Zunahme von Schimmelpilzallergikern registriert. In Zukunft ist das Gesundheitsrisiko durch Schimmelsporen höher einzustufen als durch Hausstaubmilben", warnte Tichatschek.

Schimmel auch bei modernen Bauten

Wohnungen mit feuchtem Raumklima, das für Schimmelpilzwachstum hauptsächlich verantwortlich ist, hat es immer gegeben und es gibt sie nach wie vor. Der Anstieg der Belastung hängt laut Experten mit der modernen Bauweise und den gut isolierende Materialien zusammen, die eine Feuchtigkeitsabgabe nach außen praktisch verhindern. Außerdem wird immer schneller gebaut und bezogen, die Räume sind häufig noch nicht ausgetrocknet. Auch Baumängel wie Kältebrücken und Undichtheiten sowie Wassereintritt, und falsche Möblierung, die keine Luftzirkulation zwischen Wand und Möbeln ermöglicht, begünstigen Schimmelbildung.

Ursachen bekämpfen

Liegt die Feuchtigkeitsursache in einem Bauschaden, sei dieser unbedingt zu beheben um den Schimmelbefall nachhaltig zu verhindern, betont "die umweltberatung" Wien. Wenn Schimmelpilz durch Dampfkondensat entsteht, wirken richtiges Lüften und die Vermeidung hoher Luftfeuchtigkeit vorbeugend. Kästen an einer schlecht gedämmten Außenwand sollten in einem Abstand von 10 Zentimetern zur Wand aufgestellt sein, damit die Luft zwischen Wand und Kasten zirkulieren kann und sich kein Schimmel bildet.

Richtiges Lüften

Die Fenster sollten in der kühlen Jahreszeit niemals gekippt sein. Bei gekipptem Fenster dauert ein vollständiger Luftwechsel bis zu eine Stunde, die Mauern und Möbel rund um das Fenster kühlen ab und die Energieverluste sind enorm. An den kühlen Bauteilen kann Luftfeuchtigkeit kondensieren und zu Schimmelbildung führen, obwohl gelüftet wird. Eine wichtige Maßnahme gegen Schimmel ist daher schockartiges Lüften. Alle paar Stunden sollten die Fenster einige Minuten lang weit geöffnet werden. Diese Lüftungsmethode ermöglicht den Austausch der verbrauchten Luft innerhalb weniger Minuten, ohne dass sich Wände und Einrichtungsgegenstände abkühlen. Im Winter wird beim Lüften feuchte, verbrauchte Innenluft gegen kalte, trockene Außenluft getauscht. Die kalte Luft kann, wenn sie sich erwärmt, wieder Feuchtigkeit aus dem Raum aufnehmen, die später erneut abgelüftet wird. (red/APA)

Infoblätter von "die umweltberatung"

Vermeidung und Entfernen von Mauerschimmel

Richtig Lüften

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    Der Anstieg der Schimmel-Belastung hängt laut Experten unter anderem mit der modernen Bauweise und den gut isolierende Materialien zusammen, die eine Feuchtigkeitsabgabe nach außen praktisch verhindern.

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